Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Carl Sagan

Unterdrücker, Friday, 11.06.2010, 22:42 (vor 5689 Tagen) @ Garfield

Hallo "Unterdrücker"!

Hallo Garfield!

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

>Hm, ich glaube nicht daran, daß es irgendwo so eine Art geheime >Weltregierung gibt, in der z.B.
[quote]jemand von der Familie Rockefeller nebst Vertretern anderer unvorstellbar >reicher Dynastien sitzt
und unser aller Schicksal lenkt.
[/quote]

Nun, ich glaube, die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Ich bin aber überzeugt davon, dass es eine weltweite Zusammenarbeit gibt, geben muss und daran sind einflussreiche Personen aus Politik und Wirtschaft beteiligt. Eine weltweite Verschwörung vermute ich da nun auch nicht, eher eine weltweite Zusammenarbeit, die Themen behandelt, die dem Normalbürger fremd und unverständlich sind. Dies muss aber natürlich nicht heißen, dass diese Themen generell von Unterdrückung und Nachteilen für den gemeinen Bürger handeln. Je höher in der Hierarchie sich jemand befindet, desto weitreichender –und oft unpopulärer- sind Entscheidungen, die gefällt werden müssen. Auch sind die Gedankengänge, die diesen Entscheidungen zugrunde liegen, dem ‚Normalbürger‘ fremd. Aber grundsätzlich böse und/oder hinterhältig müssen diese dann natürlich nicht gezwungenermaßen sein.

>Sonst wären in der Weltgeschichte Revolutionen und Aufstände gar nicht oder nur selten
[quote]vorgekommen. Die Oberschicht hätte immer in weiser Voraussicht dafür gesorgt, daß die Massen
irgendwie abgelenkt oder aber irgendwie dezimiert werden, und zwar noch bevor sich
Unzufriedenheit weit ausbreiten konnte. Für beides gab es auch in früheren Zeiten durchaus
[/quote]
>Möglichkeiten.

Naja … sicher kann die Oberschicht mit ihren Möglichkeiten dafür sorgen, dass sie geschützt sind, aber auch das sind nur Menschen. Alleine die Tatsache, dass es immer wieder Umstürze, Aufstände, Revolutionen gab, zeigt doch ganz gut auf, dass auch von oben herab nicht alles wasserdicht geplant werden kann. Es gibt immer Störfaktoren. Diese müssen ja nicht automatisch aus der konkurrierenden Oberschicht kommen. Siehe DDR und die „wir sind das Volk“-Revolution … wobei … wer weiß, ob die nicht auch gesteuert war?

>Aber die menschliche Gier verhindert eben auch in der Oberschicht, daß man dort gemeinsam auf
[quote]ein Ziel hinarbeitet und dabei auch mal auf den eigenen Gewinn verzichtet.[/quote]

Ja, die Gier! „It’s the hunt, not the prey“ schrieb Gene Simmons (vielen bekannt als Sänger und Bassist von Kiss, aber ein recht emsiger Zeitgenosse, der an unzähligen Projekten beteiligt ist, unter anderem bei dem Bau einer aus dem Boden gestampften, nagelneuen Millionenstadt in China), ein bekennender Kapitalist. „Es geht nicht um die Beute, sondern um die Jagd!“. In diesen Ebenen wird gar nicht mehr in erster Linie über irgendwelche ethischen Aspekte nachgedacht, sondern dieses „it’s the hunt, not the prey“ ist die Lebenseinstellung. Da ist was dran. Wobei ich das Gefühl habe, dass die Gier größer wird, je mehr erreicht wurde. Arme Menschen kennen die richtige Gier gar nicht. Die schwärmen vielleicht mal von einem tollen Urlaub, oder einem tollen Auto, oder einem eigenen Haus, aber Vorstellungen wie sie im Kapital herrschen, kann der Normalbürger nicht nachvollziehen. Da mangelt es alleine schon an Phantasie!

>Ich sehe es zwar auch so, daß der Feminismus als willkommenes Mittel zum Zweck eingesetzt >wurde und wird. Aber ich glaube nicht, daß man dabei einen strategischen Plan verfolgt. Ich denke,
[quote]das geschah und geschieht aus rein taktischen Erwägungen. Man wollte einfach die Frauen auf den
Arbeitsmarkt drängen, nachdem sie in den Industriestaaten nach dem Zweiten Weltkrieg den
allgemein steigenden Wohlstand massenweise dazu nutzten, Hausfrauen zu werden. Dafür
brauchte man aber in den Köpfen der Frauen einen Bewußtseinswandel, und das war nur mit Hilfe
der Feministinnen möglich, die Erwerbstätigkeit und "Unabhängigkeit" der Frau als ihre
alleinseligmachende Lebensalternative anpreisen. Deshalb wurden und werden auch genau diese
Feministinnen massiv von den durch die Superreichen kontrollierten Massenmedien hofiert.
[/quote]

Im Großen und Ganzen stimmen wir hier überein. Nur was für einen Zweck aus Sicht der Elite erfüllt der Feminismus heute noch? Die Frauen arbeiten ja jetzt. Arbeitskräfte haben wir im Überfluss. Natürlich sitzt der Stachel tief, das Gift des Feminismus ist in den Köpfen der jungen und mittelalten Damen, soweit ist das klar. Aber es wird ja nach wie vor noch profeministische Politik betrieben und das ja nicht zu knapp. Die Argumente dafür sind den Regierenden schon lange ausgegangen, daher wird gebetsmühlenartig die Lohnlüge wiederholt, oder dass jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen ist, oder, oder, oder … aber wozu? Das von dir genannte, ursprünglich Ziel wurde doch schon längst erreicht.

Danach schreibst du noch über das Verhältnis Mann/Frau in Krisen- und Wohlstandszeiten. Einige sehr interessante Absätze, die ich nun weder hier zitieren will, um das Posting nicht zu erschlagen, noch möchte ich diese kommentieren, denn sie sprechen für sich und sind wunderbar und mit guten Beispielen geschrieben.

Nur bei deinem letzten Absatz möchte ich noch einmal kurz widersprechen, denn mit dem Pilz bin ich nicht einverstanden. Gäbe es von nun an eine pro-männliche Propaganda mit derselben Intensität wie es diese nun mal profeministisch gibt, es gäbe nach einer übersehbaren Zeitspanne, von ein oder zwei Jahren bereits ein massives Umdenken und eine völlig andere öffentliche Meinung. Diese Prozesse dauern nicht einige Generationen lang. Natürlich wäre der Feminismus dadurch nicht gestorben, aber in den Köpfen der signifikanten Mehrheit unbedeutend.

Nur ein Beispiel, wie schnell öffentliche Meinung gemacht werden kann ist das Rauchverbot. Jahrzehnte war das Rauchen überall in Ordnung. Es begannen die Medien, letztlich aus dem Nichts, Stimmung gegen das Rauchen zu machen, und es dauerte vielleicht ein halbes Jahr und das Volk war konditioniert und die Politik konnte das Thema aufgreifen und letztlich auch das Rauchverbot durchsetzen.

Schönen Gruß vom Unterdrücker.


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