Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Verständnis?

Jeremin, Tuesday, 25.01.2005, 21:10 (vor 7680 Tagen) @ Beatrix

Als Antwort auf: Verständnis? von Beatrix am 25. Januar 2005 17:08:49:

Hallo Beatrix,

danke für Deinen Beitrag. Beatrix bedeutet, glaube ich, die Glückbringende. ;-)

Zuerst dachte ich, ja, die hat ja recht. Sich gegenseitig Dreck an den Kopf zu schmeißen, bringt nicht viel mehr als neue gegenseitige Abneigung.

Aber ich glaube, es ist zu spät. Die Kuschelzeiten sind vorbei.

Dieses Forum hat natürlich für jeden Teilnehmer eine andere Funktion. Der eine will seinen Frust loswerden und fühlen, dass er nicht allein ist mit seinem Zorn. Der andere möchte Aktionen koordinieren und sucht Mitstreiter; viele, so auch ich, suchen den Austausch, um das Problem in seiner Gänze erfassen und an geeigneter Stelle zur Lösung beitragen zu können.

Aber friedlich und freundlich wird das wohl nicht mehr ablaufen. Der Feminismus hat auch nicht mit freundlichen Anfragen begonnen, sondern mit lautstarken Anklagen und mörderischen Übertreibungen. Die zum heutigen Zustand geführt haben, nicht zuletzt deshalb, weil sehr viele Männer die Frauen unterstützten und das heute noch tun.

Diesen Männern ging und geht es immer noch um die Gestaltung einer gerechten Gesellschaft, in der Rechte und Pflichten unter Berücksichtigung der jeweiligen, auch geschlechtsspezifischen Fähigkeiten und Möglichkeiten, gleichwertig verteilt und getragen werden. Davon sind wir weit entfernt.

Den meisten Männern, wenn sie erst mal die Augen aufgemacht haben, d.h. in eine der hier oft aufgeführten Zwangslagen geraten sind, stellt sich doch die deutsche Gesellschaft recht einfach dar.

Die Frauen haben die große Klappe. Sie werden bevorzugt, bedauert, gehätschelt und dürfen sich so ziemlich alles erlauben, von der Nichtachtung von Gerichtsbeschlüssen, den Väterumgang mit Kindern betreffend bis zur Verstümmelung ihrer Ehemänner und der Kindstötung. In den ersteren Fällen passiert nichts, in den anderen ist die Frau natürlich in einer seelischen Zwangslage und kommt höchstens für ein paar Jahre in einer bequemen Klapsmühle unter, um sich nach der klammheimlichen Entlassung noch jahrelang als arbeitsunfähig baumeln zu lassen.

Fakt ist aber, dass Männer ganz genau wissen, dass Frauen ohne sie aufgeschmissen sind. Wo ist sie denn, die Frau, die ganz allein, ohne männliche Unterstützung, ihr Leben meistert, einschließlich Umzug und Autoreparatur? Es soll solche Frauen geben, ich persönlich hab noch nie von einer gehört.
Wo sind denn die Leistungsträgerinnen in allen Berufen, die zur Grundlage der Gesellschaftsstruktur gehören? Lassen die Männer die Frauen wirklich nicht mitspielen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass Frauen sich liebend gern in Berufen tummeln, die weder besonders anstrengend noch schmutzig sind, deren Erfüllung aber mit reichlich Gejammer zur Streßsache erklärt wird? Keine Angst, ich weiß was Arbeit ist und eine weibliche Küchenhilfe mit neun Euro in der Stunde und zwölf-Stunden-Schichten weiß es auch. Aber es gibt auch viele Männer in der Küche. Und wie viele Frauen im Schlachthof?

Wir sehen sie in kuschlig-warmen Büros hocken, wir sehen sie die Verwaltungen beherrschen, wir sehen sie unsere Kinder verziehen, wir sehen sie die Dienstleistungs- und Halbtagsbranche dominieren, aber wir sehen sie nicht auf Baustellen schuften, niemals unter Tage, nirgendwo dort, wo es wirklich zur Sache geht.

Und jetzt kommt der Witz. Die Männer verlangen das gar nicht.

Im Gegenteil, sie sehen sogar ein, dass es eine Arbeitsteilung geben muss. Die Geschlechter sind nun einmal schon rein biologisch unterschiedlich. Und das muss Berücksichtigung finden, dagegen wird kein Mann einschreiten.

Wir hatten nichts gegen speziell weibliche Arbeitsschutzvorschriften, nichts gegen Frauenparkplätze, nichts gegen Frauenruheräume, wir hatten nicht einmal etwas gegen Frauenbeauftragte, wenn sie auf dem Teppich geblieben wären. Sind sie aber nicht.

Die Liste der weiblichen Forderungen riß nicht ab. Immer mehr, immer besser, immer leichter sollten und wollten sie es haben. Und nicht einmal hier fing der männliche Widerstand an.

Aber was die Männer langsam zu vermissen begannen, war die gesellschaftliche und vor allem die weibliche Anerkennung ihres Tuns, ihres Wesens und ihrer Rolle, die ja bis heute noch die alte, nämlich die des Ernährers der Familie ist. Wohlgemerkt, der Familie, nicht der Frau. Keine Frau wird eine Beziehung zum Zwecke der Familiengründung mit einem Mann eingehen, der keinen Job hat, sie zu unterhalten. Wer hier etwas anderes behauptet oder meint, es läge an den Männern selbst, ist einfach blind und weltfremd.

Aber statt Unterstützung für die Suche nach einer neuen Selbstdefinition und Anerkennug für ihre Leistungen zu erhalten, mussten sich Männer öffentlich anhören, dass ihre Gene minderwertig seien, dass sie eine austerbende Spezies darstellten, dass sie Kriege anzetteln, die Umwelt zerstören, dass Männer dies nicht und das nicht könnten und das Frauen sowieso die Sonne aus der Vagina scheint.

Und jetzt fiel es vielen Männern plötzlich auf. Sie hatten ja gar nichts mehr. Privilegien? Ich lach mich tot. Rechte? Viele dachten das, bis sie zum ersten Mal in einer Familiensache vor den Schranken eines Gerichtes standen. Und einsehen mussten, dass sie Wesen zweiter Klasse sogar in der eigenen Familie waren, dass Eheverträge plötzlich sittenwidrig wurden und dass einem geschiedenen Verkäufer mit tausend Euro im Monat netto vom Gesetz ohne weiteres ein Nebenverdienst nahegelegt werden konnte, damit die Unterhaltsansprüche der Exfrau erfüllbar wurden.

Ein Mann war auf einmal ein lächerliches Wesen. Ein triebgesteuerter Affe, den frau ungestraft verarschen, verprügeln und verbrauchen konnte. Weg mit ihm, wenn er nichts mehr taugte.

Wohlgemerkt, diese Schilderung ist keine Verallgemeinerung. Die schweigende Mehrheit vernünftiger Menschen schließt auch eine große Menge Frauen ein, obwohl sicherlich davon auszugehen ist, dass die weitaus meisten Angehörigen des zarten Geschlechtes wie selbstverständlich die ihnen aus ihrer Sicht ja zustehenden Privilegien nutzen und überhaupt nicht mehr darüber nachdenken, woher sie kommen und womit sie sie verdient haben. Dieses Verhalten ist nur menschlich.

Der jetzt aufbegehrende, größtenteils männliche Widerstand gegen die Pläne der Bundesjustizministerin ist keine Revolution und auch kein Hassausbruch gegen Frauen. Es ist ein Ausdruck tiefster Unzufriedenheit mit den gegebenen gesellschaftlichen Umständen, die es einer Frau im Ministeramt ohne weiteres ermöglichen, männliche Urrechte mit Füßen zu treten und mehr noch, die Männer als Väter zu beleidigen und zu kriminalisieren.

Frau Zypries hat nichts weiter getan, als die Sektflasche ein bißchen zu schütteln. Gegärt hat es schon lange.

Abgesehen davon wissen Männer schon, dass Frauen auf ihrem Platz etwas taugen und dass die Geschlechter ein Gespann, ein Team bilden sollten. Wir wissen, dass Frauen uns achtzig Prozent unserer Kraft kosten, dass wir aber ohne sie gar keine hätten. Nur das, was uns mittlerweile auf weiblicher Seite gegenüber tritt, verdient nach Ansicht vieler Männer die Bezeichnung Frau schon lange nicht mehr. Und deshalb wird es auch nicht so behandelt. Und wird auch keine Mutter werden, denn dazu braucht´s gottseidank immer noch Männer.


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