Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Verständnis?

Garfield, Tuesday, 25.01.2005, 20:55 (vor 7680 Tagen) @ Beatrix

Als Antwort auf: Verständnis? von Beatrix am 25. Januar 2005 17:08:49:

Hallo Beatrix!

"Mein Eindruck ist leider, dass sich Männer und Frauen momentan immer weiter gegenseitig verletzen, indem sie sich gegenseitig das Verständnis verweigern. Wie kommt man nur aus diesem Teufelskreis raus?"

Ich finde, viele der Benachteiligungen, die Männer heute treffen, resultieren gerade daraus, daß Männer schon immer viel zuviel Verständnis für Frauen gehabt haben und auch heute oft noch haben.

So kommt es, daß eine Frau, die sich mit einem Kind einfach absetzt und ihren Partner allein zurückläßt, trotzdem als fürsorgliche Mutter gilt, die immer nur das Beste für ihr Kind will. Ein Mann, der sich mit einem Kind verdrückt und die Mutter allein zurück läßt, dagegen gilt als unverantwortlich und womöglich pädophil. Im ersten Fall wird von den Behörden üblicherweise nichts mehr unternommen, sobald Mutter und Kind ausfindig gemacht wurden und es der Mutter gut geht, im letzteren Fall dagegen sind die Behörden emsig bemüht, das Kind schleunigst zur Mutter zurück zu bringen.

So kommt es, daß nur Männer zu Zwangsdiensten verpflichtet werden. Ihnen kann man so etwas ja zumuten, während das einer Frau natürlich ganz und gar nicht zumutbar ist.

So kommt es, daß geschlechterspezifische Quoten so gut wie immer ausschließlich Frauen nützen. Männer können selbst zusehen, wie sie zu einem Job kommen, während man Frauen Bewerbungen möglichst einfach machen möchte.

So kommt es, daß Männer, die ihre Frauen schlagen, selbstverständlich sofort mit voller Härte des Gesetzes verfolgt werden, ohne Rücksicht darauf, ob die Frauen sie vielleicht vorher lange und massiv provoziert oder sogar zuerst körperlich angegriffen haben. Selbst wenn eine Frau ihren Mann geschlagen hat, kann es passieren, daß er deshalb der gemeinsamen Wohnung verwiesen wird, falls die Polizisten nicht in der Lage sind, die Umstände zweifelsfrei aufzuklären. Denn in dem Fall fliegt grundsätzlich der Mann raus, obwohl das so in keinem Gesetzestext steht. Ihm kann ja notfalls auch eine Übernachtung auf der Parkbank zugemutet werden - ihr selbstverständlich nicht.

So kommt es, daß manche Leute Fremdgehen von Frauen heute damit entschuldigen, daß eine Frau ja auch sexuelle Bedürfnisse habe und ihr Partner selbst schuld sei, wenn er die nicht befriedigen könne, während fremdgehende Männer natürlich allgemein als miese Schweine gelten. Da wird dann selbstverständlich nicht darüber nachgedacht, ob ein Mann vielleicht nur deshalb fremd gegangen ist, weil seine Ehefrau im Bett seit Jahren keinen Finger mehr rührt und sich nur noch bewegungslos von ihm bedienen läßt.

So kommt es, daß junge Frauen bei Umfragen angeben, daß sie sich beim Sex vor allem für die eignen Bedürnisse interessieren, während junge Männer immer wieder angeben, daß sie sich vor allem für die Bedürfnisse ihrer Partnerinnen interessieren und bemüht sind, ihnen alles möglichst recht zu machen.

So kommt es, daß auch für junge, sportliche Frauen gut beleuchtete Parkplätze reserviert werden, während alte, gebrechliche Männer zusehen können, wie sie sich zur Wehr setzen, falls sie in irgendeiner dunklen Ecke überfallen werden. Und das, obwohl laut Statistik weit überwiegend Männer Opfer von Überfällen werden.

So kommt es, daß auch vor Gericht Frauen häufig selbst für schwere Delikte wie Raub oder Kindsmord diverse mildernde Umstände zugebilligt werden, die männliche Angeklagte so selbstverständlich nicht bekommen. Frauen wird grundsätzlich geringere kriminelle Ernergie unterstellt, und wenn sie Straftaten zusammen mit Männern begangen haben, werden sie oft als Mitläuferinnen behandelt, sofern es nicht massive Beweise für das Gegenteil gibt. Dabei haben Untersuchungen im rechtsradikalen Millieu beispielsweise ergeben, daß Frauen dort häufig ihre männlichen Kumpanen zu Gewalttaten aufstacheln, also keineswegs nur Mitläuferinnen sind. Trotzdem wird das Image der friedliebenden, harmlosen Frau weiter gepflegt.

So kommt es, daß weibliche Opfer von Vergewaltigungen ganz selbstverständlich überall Mitgefühl bekommen, männliche Vergewaltigungsopfer aber ignoriert oder sogar verhöhnt werden. In den USA hat ein hoher Justizmitarbeiter Vergewaltigungen von Männern in Gefängnissen sogar mal lapidar als Teil der Strafe bezeichnet... Und wenn es um Vergewaltigungen von Männern durch Frauen geht, wird einfach behauptet, daß so etwas nicht möglich wäre. Vor einigen Jahrzehnten behaupteten manche Leute das auch noch über Vergewaltigungen von Frauen...

Usw. Usf.

Da zeigt sich immer wieder dasselbe Denkmuster: Frauen können zu große Mühen, Lasten und Nachteile nicht zugemutet werden, und daher ist es Männersache, sie ihnen abzunehmen. Männer haben dafür oft auch größtes Verständnis und nehmen dann diese Mühen, Lasten und Nachteile auf sich. Das ist fester Bestandteil des etablierten Männerbildes.

So leisten sie eben brav ihre Zwangsdienste ab, so finden sie sich damit ab, daß sie nicht weinen dürfen, so übernehmen sie auch brav die Ernährer-Rolle, versuchen es ihren Frauen im Bett möglichst recht zu machen und tun überhaupt alles, um sie möglichst zufrieden zu stellen.

Das war schon immer so, aber heute wird das durch die modernen Medien noch enorm verstärkt. Auch da dreht sich meist alles um Wünsche und Bedürfnisse der Frauen und darum, wie Männer diese Wünsche und Bedürfnisse am besten erfüllen können. In der "Fernsehwoche" las ich vor einigen Monaten mal Ratschläge für Partnerschaften, die vom Alltag eingeholt wurden. Es gab eine Seite für Frauen und eine für Männer. Auf der Seite für Männer standen jede Menge Tipps, die durchaus richtig waren. Z.B. mehr miteinander zu reden, einander mehr zuzuhören, mehr miteinander zu unternehmen usw. Das alles traf auf Frauen aber genauso zu, und so fragte ich mich dann schon mal, wieso es eigentlich für Männer und Frauen eigene Seiten gab. Dann las ich mir die Seite für Frauen durch. Die war zwar genauso lang wie die für Männer, aber fast alles, was dort stand, konnte man in einem Satz zusammen fassen: "Seid nachsichtig mit euren Männern, denn sie können es halt nicht besser."

Frauen wird heute überall suggeriert, daß sie absolut perfekte Wesen wären, die sich somit auch gar nicht ändern müßten. Ändern müßten sich nur die Männer. So ist es kein Wunder, daß viele Frauen sich nur noch um sich selbst drehen, während die Männer sich auch noch um sie drehen.

Solche Verhältnisse sind weder für Männer noch für Frauen gesund.

Manche Leute meinen, daß man bei den Frauen ansetzen müsse, um das zu ändern. Da bin ich mir nicht so sicher. Die Frauen können ja letztendlich gar nichts dafür. Wer findet es denn nicht schön, ständig seine Perfektion bestätigt zu bekommen? Wer wird denn nicht dazu neigen, sich darauf bequem auszuruhen?

Solange die Männer eifrig und dienstfertig um die Frauen herumschwirren, wird sich daran wohl kaum etwas ändern. Man muß also auf jeden Fall auch bei den Männern ansetzen. Männer müssen zuerst einmal Verständnis für sich selbst entwickeln. Erst dann können sie auch von den Frauen Verständnis einfordern.

Es ist aber heute so, daß viele Männer ihre Benachteiligungen erst dann erkennen, wenn es für sie selbst schon zu spät ist. Wenn sie plötzlich ohne eigenes Verschulden zu Scheidungsopfern werden, ihre Kinder nicht mehr sehen dürfen, zu horrenden Unterhaltszahlungen verdonnert werden, womöglich noch für Kinder, deren Väter sie gar nicht sind... Die hohen Scheidungszahlen sorgen dafür, daß es immer mehr solcher Männer gibt, und darauf führe ich es auch zurück, daß neuerdings Männerrechtler sogar von den Medien außerhalb des Internets wahrgenommen werden. Der Leidensdruck ist einfach zu groß geworden.

Den Frauen schadet so etwas im Endeffekt übrigens auch. Erst einmal findet sich so manch eine Frau nach einer Scheidung keineswegs im vielleicht erhofften Porsche wieder. Dann stellt sich häufig heraus, daß der Ex-Mann die hohen Unterhaltssummen überhaupt nicht aufbringen kann, oder er fängt aus Verzweiflung an zu trinken, verliert seinen Job und kann dann gar nicht mehr zahlen... Der Liebhaber, mit dem frau sich gern selbst verwirklichen wollte, sagt womöglich auf einmal, daß er auf ein Leben mit Kind und Kegel doch keine Lust hat und sucht sich eine andere, und schon sitzt die alleinerziehende Mutter mit Sozialhilfe da... Die Emanze in irgendeiner Beratungsstelle und der Anwalt, die ihr beide auf jeden Fall zur Scheidung geraten haben, helfen ihr dann auch nicht mehr. So machen dann am Ende alle Beteiligten nur minus.

Und immer mehr Frauen treffen heute auf frustrierte Männer, denen die Lust auf Familie und Kinder gründlich ausgetrieben wurde und die sich noch eine Familie oftmals auch gar nicht mehr leisten können. Da muß die neue Partnerin dann noch den Unterhalt für Ex-Frau und Kinder aus erster Ehe mit finanzieren. Da kommt dann auch bei den Frauen so richtig Freude auf.

Freundliche Grüße
von Garfield


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