Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: "Frauen haben BBC dumm gemacht"

Eugen Prinz, Monday, 11.10.2004, 15:07 (vor 7787 Tagen) @ Texaco

Als Antwort auf: Re: "Frauen haben BBC dumm gemacht" von Texaco am 11. Oktober 2004 11:28:39:

Die Kritik an BBC wundert mich nicht. Von BBC höre ich zwar höchstens mal Nachrichten, aber warum sollte es in England anders sein, als auf dem Kontinent. England war nie eine Insel.

Die Qualität der Medien wird aus mehreren Richtungen beeinflusst.

Es gibt erstens den Einfluss von der Konsumentenseite. Der Produktivitätsfortschritt hat auch im Haushalt Einzug gehalten. Das bisschen Haushalt erledigt sich heute mit Maschinen in einem Bruchteil der Zeit. In der restlichen Zeit glotzt die Hausfrau in die Glotze. „In der Altersschicht bis 49 Jahre werden in der Prime Time (ab 20.00 Uhr) die meisten Serien/Magazine und Talkshows von Frauen geguckt. Zu 80% sitzen mehr Frauen als Männer vor dem Bildschirm.“ (TV-Today, 6.95) Die Analyse des Blattes „Siegeszug der Frauen-Programme“ kann man so zusammenfassen: Zwei Drittel der Zuschauer sind weiblich und das Programm wird kontinuierlich gezielt für sie umgestaltet. (Handbuch)

Selbst wenn die Hausfrau keine Hausfrau ist, so arbeitet sie überwiegend Teilzeit und hat mehr Zeit. Muss das einen Qualitätsverlust bedeuten? Ja! Mit der Privatisierung der Medien - das wäre zweitens - kam für die Privaten die Möglichkeit - und für die Öffentlichen der Zwang, sich über Werbeeinnahmen zu finanzieren. Im gleichen Zeitraum wurden die Frauen als Käuferschicht entdeckt und die attraktivsten Schienen für die Werbung sind natürlich nicht irgendwelche intellektuellen oder kulturellen Programme.

Drittens hat es auf der Anbieterseite hat es ein Art „gold-rush“ für Frauen in den Medien gegeben. Nichts gegen den Journalismus von Anne Will, Katharina Wolkenhauer, Leo Busch, Sonja Maischberger usw. Er ist nicht besser, aber auch nicht schlechter als der ihrer Kollegen. Aber natürlich wurden durch direkte oder indirekte Quotierung eine Menge Sülzerinnen in die Medien befördert, die in der Hochzeit des öffentlich-rechtlichen nicht mal als Klofrauen genommen worden wären. Die Höflichkeit gebeut, dass ich schweige, aber als Stichwort mal nur die trash-shows des Nachmittagsprogramms.

Der Journalismus hat sich schließlich immer mehr zur Hofberichterstattung zugunsten von Lobbyisten entwickelt. Investigativer ist teuer und selten geworden. Billig sind dagegen teilzeitarbeitende Medienfrauen, die irgendwelche, zum tausendsten Male gehörten Verbrauchertipps zusammenstoppeln.

Kurz gesagt: Es gibt einen unaufhaltsamen(?) Weg zur Verblödung der Medien. Es sind nicht unbedingt die einzelnen Frauen als Protagonistinnen, die diesen Weg bereiten. Es ist unsre matriarchal deformierte, matrifocal polarisierte Gesellschaft, die sich in Wechselwirkung mit den übrigen gesellschaftlichen Bedingungen beinahe zwangsläufig in diese Richtung entwickelt. Das ist eine Tendenz, die ja nicht nur dem Rundfunk und dem Fernsehen eignet. Besonders deutlich wurde das auch auf dem Buchmarkt. Plötzlich gab es eine Flut von Frauenliteratur - von höchst zweifelhafter Qualität - zu der mein Lieblingsmacho ;-) Marcel Reich-Raniccki, sagte: "Frrauenliterraturr - was ist das? Ich kenne nurr gute oder schlechte Literraturr.“

Eugen


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