Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Warum ich manchmal bitterlich weine

Eugen Prinz, Wednesday, 29.09.2004, 14:41 (vor 7799 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Wenn ich mal bitterlich weinen will... von Max am 28. September 2004 21:42:35:

Hallo Max,

ich wagte zu fragen: Irgend welche Durchführungskonzepte? Oder halten sich grundgütige Majestät mit solchem Kleinkram nicht auf?

du geruhtest zu antworten:

...Durchführungskonzepte? Ja, allesamt hocheffizient aber illegal. Die Sache läuft doch schon, wenn auch langsam: Vorhin in 3sat - ein bemerkenswerter Beitrag in "Kulturzeit" zu den Chancen aus der Ungleichheit. Sogar den Ulknudeln aus dem Frauenforum fällt schon auf, daß die "Maskulisten" an Boden gewinnen. Legal scheint es nur zu einer Änderung über eine allgemeine Bewußtseinsveränderung kommen zu können (und dadurch, daß man den Ossis alles wegnimmt, womit man Protestplakate herstellen kann...). Oder aber durch mich als König. Und Kleinkram interessiert den König, wie Du richtig bemerkt hast, nicht. Nun ist ein König ja nicht ausgerechnet eine sozialistische Erfindung und deswegen erkennt der König an sich auch keinen Makel darin, daß er sich für Kleinkram nicht interessiert. Fußvolk gab´s schon immer und Kleinkram ist was für´s Fußvolk. Der König ist in der Tat ein Generalist. Gewöhnungsbedürftig, gell? >... ich weiß, daß es hart ist, wenn man erkennen muß, daß man jahrzehntelang auf grundverkehrten Annahmen seine Ansichten gegründet hat. Ich hatte selbst jahrzehntelang eine "linke Identität" - und fast reflexhaft warf ich allen meine Sympathie entgegen, wenn sie nur "Unterdrückung, Diskriminierung, Benachteiligung, Schweinerei!" gerufen haben. Ich bin dann wirklich in ein tiefes Loch gefallen, als mir, über die Männerthemen in den Gender-Foren, aufgegangen ist, wie totalitär Linke werden, wenn man es wagt, ihre Dogmen infrage zu stellen. Und natürlich habe ich mich gefragt, wie das kommt. Um´s kurz zu machen: Ich sehe den Kardinalfehler im System und nicht primär im Detail. >Nun bin ich aber, da mein Fall in dieses Loch noch nicht allzu lange her ist, natürlich noch nicht so weit, als daß ich sagen könnte, was genau ich wirklich will und daher zwingend natürlich auch nicht in der Lage, zu sagen, wie ich das, von dem ich nicht weiß, was es denn sein soll, erreichen könnte. Allerdings weiß ich genau, was ich auf gar keinen Fall mehr will: Und das sind Denkblockaden und Artikulationsverbote, die in einer Gesellschaft durch Dogmatiker und Ideologen verankert und dann auch bissig verteidigt werden. >Deswgen definiere ich mich zunächst noch weit mehr über "Anti" als über "Pro". Du scheinst es da (ich hoffe nur: noch momentan) leichter zu haben. Dein Weltbild scheint noch zu stehen - du siehst es durch den Feminismus lediglich ein wenig beschmutzt. Tut mir leid - das halte ich für extrem kurzsichtig. >Und was Deine Kommentare zu Nick´s Beiträgen betrifft: Da kommst du mir ziemlich hilflos vor, fast wie ein Angstbeisser. Und das, lieber Eugen, ist genau das, was mir an euch Alt-Linken so stinkt: Die Wehleidigkeit, wenn ihr angegriffen werdet, und die skrupellose Argumentationslosigkeit beim zurückfeuern. Ihr zieht euch nur noch hochnäsig auf eure vermeintlich überlegene moralische Position zurück und verteilt Haltungsnoten. Dank eurer Einäugigkeit könnt ihr nicht mehr sehen, wohin eure Moral mittlerweile abgesunken ist - in den Keller nämlich, nach ganz unten.

Max, vielen Dank für diese Durchführungskonzepte. Wir werden Jahre brauchen, sie aufzuarbeiten. Jolanda hatte dazu einen Kommentar, den ich so gut finde, dass ich mich frage, ob ich nicht doch einen verborgenen Hang zur Ironie bei ihr übersehen habe.

Eugen, schwer erschüttert


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