Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Einspruch

Texaco, Sunday, 12.09.2004, 16:30 (vor 7817 Tagen) @ Oberkellner

Als Antwort auf: Grundsätzliches von Oberkellner am 11. September 2004 21:37:54:

Hallo Oberkellner!

Hier kommt Widerspruch:

1. Fehlerkorrektur-Bewegung? Dem liegt die Ansicht zugrunde, vor dem Feminismus sei alles furchtbar schlimm gewesen, Frauen waren unterdrückt, weil sie ... (einseitig die Pflichten der Ehefrau auflisten, die des Gatten aussparen). Ich glaube das nicht. Vielmehr gab es eben geschlechtsspezifische Rechte und Pflichten. Der Feminismus verschiebt nun mindestens seit Ibsens Zeiten das Gleichgewicht zwischen ihnen zugunsten der Frauen und zuungunsten der Männer. Wenn Du etwas Zeit hast, dann lies einmal das hier: http://members.garbersoft.net/spartacus/Belfort_Bax.html

Der Feminismus ist nichts gutes, das ins schlechte umgeschlagen ist, sondern ist immer schon eine ausbeuterische Ideologie gewesen. Die Einsicht, daß seine negativen Folgen (für Männer) keine Fehler, sondern gewollt sind, halte ich für ganz zentral. Es geht diesen Frauen um Macht, und Macht heißt für Frauen eben nicht Armeen, Geld usw. , sondern die Oberhand in ihren sozialen Beziehungen haben. Deshalb setzen ihre Gesetzesinitiativen hier an.

Grundaussagen des Feminismus sind:
a) Frauen werden unterdrückt und sind hilfsbedürftig.
b) Frauen wurden früher noch viel mehr unterdrückt und das ist schlimm.
c) Ganz früher waren Frauen die Oberhäupter. Alles männliche in der Zwischenzeit war Unterdrückung; sobald diese aber verschwindet, nehmen Frauen von selbst ihren natürlichen (überlegenen) Platz wieder ein.

Jahr für Jahr erscheinen tausendfach Artikel, Studien, Bücher usw., die das belegen sollen. Es zielt zum einen auf eine bestimmte weibliche Identität, zum anderen soll es männliche Reaktionen erzeugen: Beschützerinstinkt, Schuldgefühle und eine dumpfe Ahnung von der Macht der Frauen in den menschlichen Beziehungen, für die Männer lange blind sind oder sie mit aller Macht leugnen.

2. Deshalb sind Feminismus und Männerbewegung auch nicht zwei Seiten einer Medaille. (Das ist für mich sowieso ein rhetorisches Störargument. Wer das sagt, braucht sich nicht als Feministin zu erkennen geben, macht aber von vorneherein die Männerbewegung klein.) Es gibt nämlich einen himmelweiten Unterschied: Der Feminismus beruht auf Heuchelei, die Männerbewegung auf Wahrhaftigkeit. Der selbstkritische Skeptizismus, den du an den Tag legst, ist der beste Beweis.

3. Ich glaube, man kann nur in dieser Reihenfolge vorgehen:
- sich auf eine Analyse einigen
- sich auf Ziele einigen
- sich überlegen, wie man Leute für diese Ziele gewinnt

Das Verdikt "nicht vermittelbar" kann auf einzelne Ziele und Analysen zwar zutreffen, ist aber kein Argument gegen ihre Richtigkeit, sondern eben ein Vermittlungsproblem.

4. Nochmal den zentralen Punkt wiederholen: Männerbewegung und Feminismus unterscheiden sich genauso wie Männer und Frauen. Wenn die Männerbewegung eine Chance haben will, dann muß sie diese Unterschiede betonen. Solange sie dagegen an Aussagen wie 1a-c) festhält, fällt sie in die für sie gegrabene Grube.


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