Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: geschichtliche Gruende

Peter, Saturday, 03.07.2004, 17:39 (vor 7888 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: danke für die Antworten. Schändlich, was der Staat da betreibt :-( von Der Eman(n)ze am 02. Juli 2004 22:36:34:

Hier gehen christlich-abendländische Weltanschauung (Verherrlichung der Mutter-Kind Beziehung als etwas ganz exklusives, naturgegebenes, unantastbares) und staatlicher Pragmatismus (Finanztöpfe schonen durch rechtslose Unterhaltssklaven) Hand in Hand.

Ich will hier keinen neuen Streit um die christlich-abendländische Weltanschauung anzetteln, aber möchte schon darauf hinweisen, dass die heutige einseitige Benachteiligung der Väter ein neues, nach-christliches Fänomen ist. Ich sehe die Mutter-Kind-Beziehung als etwas naturgegebenes, das nicht ohne Notwendigkeit gestört werden sollte, GENAUSO wie die Vater-Kind-Beziehung, die aber im Gegensatz zur Mutter-Kind-Beziehung heute keinen ausreichenden gesellschaftlichen Schutz geniesst.

Wie soll ich meine Vaterschaft anzweifeln, wenn ich keine Liebesbriefe, keine Seitensprung-Zeugen, keine Slips mit fremdem Sperma u.s.w. finde?

Ein kleiner Exkurs in die Geschichte: Frueher war Vaterschaft nicht sicher feststellbar. Deshalb war die Ehe die einzige Möglichkeit, eine gesellschaftliche Vaterbeziehung herzustellen. Uneheliche Kinder galten als mit ihrem Vater nicht verwandt. Um die Vaterschaft in der Ehe sicher zu stellen, wurde Ehebruch der Mutter streng bestraft. Im Gegenzug war es sowohl Vater als auch Mutter verwehrt, die Ehelichkeit ihrer Kinder einfach anzuzweifeln und diese in die unangenehme Lage eines gesellschaftlichen Aussenseiters zu drängen. Es wurden absichtlich hohe Huerden fuer eine Vaterschaftsanfechtung aufgestellt. Fuer einen Mann gelten diese noch immer.

Heute ist aber trotzdem einiges anders: Vaterschaft ist sicher feststellbar. Uneheliche Kinder sind mit ihrem Vater verwandt. Ehebruch der Mutter wird nicht mehr bestraft. Uneheliche Kinder sind nicht mehr gesellschaftlich stigmatisiert. Aber bei der Vaterschaftsfeststellung hat sich trotzdem kaum etwas geändert - nun ist die Zeit dafuer da.

So deutlich habe ich das bisher nicht gesehen. Danke nochmals.

Gern geschehen.

Gruss,

Peter


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