Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Rote Männer Info Nr 69

Emmalein, Wednesday, 19.05.2004, 14:41 (vor 7933 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Rote Männer Info Nr 69 von Arne Hoffmann am 19. Mai 2004 10:56:51:

Hi, Arne,

dieser Abschnitt bezog sich auf die Aktivität von Frauen im Bereich des Neo-Nationalsozialismus. Dort wurde behauptet, mehr Frauen wollten in aggressiver Weise aktiv werden.

Der Nationalsozialismus war nie besonders an den Wünschen von Frauen orienientiert, sondern an einem rigiden Biologismus. Dieser sah vor, dass Frauen gefälligst Mutter sein zu haben wollen.

Studentinnen wurde nachgewiesenermaßen in einer Festrede an der Universität München geraten, ihr Studium abzubrechen und Kinder für den Führer zu bekommen. Wenn dieses für die anwesenden Studentinnen schwer sei, weil ihnen ein Mann fehle, so der redende Offizier, würde er ihnen gern einen beschaffen. Die Studentinnen wären beinahe alle eingekerkert worden, weil sie alle empört den Festsaal verlassen wollten. Aber die jungen Studenten haben in bemerkenswerter Solidarität für ihre Freundinnen gekämpft und so ist nicht einer einzigen etwas passiert. Diese Dinge sind so genau bekannt ,weil unter den Studentinnen eine junge Dame aus Ulm war: Sophia Magdalena Scholl, heute unter dem Namen Sophie Scholl als verurteilte und getötete Widerstandskämpferin bekannt, die von diesen Ereignissen begeistert zu Hause Bericht erstattete und sie als Zeichen eines wachsenden Widerstandes der Studierenden gegen den Nationalsozialismus wertete.

Diese Studentinnen wollten studieren. Sie entsprachen nicht den Wünschen des Regimes - und wollten das auch nicht. Das hätte sie beinahe den Kopf gekostet!

Eine solche Ideolgie halte ich nicht für eine, die besonders viel Rücksicht auf die realen Wünsche und Träume von Frauen nimmt.

Deswegen die Frage: Seit wann interessiert es Nazis, was Frauen wollen?

Dann zum zweiten Teil: Maskulisten behaupten zum Teil immer wieder: Frauenwünsche müssen uns egal sein. Uns ist nur wichtig, dass unsere Rechte und Vorstellungen durchgesetzt werden - mit allen möglichen legalen Mitteln. Ich halte diesen Anspruch nicht für illegitim, denn der Maskulismus ist eine lobbyistische Bewegung.

Aber: Zeigt dieses nicht auf, dass Maskulisten in der Regel eher egal ist ,was Frauen wollen?

Nun war die Kombination vielleicht unglücklich gewählt, weil es so aussehen könnte, dass ich den Makulismus mit dem Nationalsozialismus gleichesetze. Ich hoffe, dieses Problem nun damit aus dem Weg geräumt zu haben.

Vielleicht, Arne,

hattest Du diese Sorge, weil mich die Bespitzelungsdienste, die es auf maskulistischer Seite offenbar gibt, ein wenig nervös machen. Für mich sind das Methoden, die eine diktatorische Auffassung nötig hat, keine demokratische. Dabei bleibe ich. Wenn auch der Vergleich mit dem Nationalsozialismus überzogen war.

Aber, Arne,

weswegen rügst Du die Rote Männer Info nicht mit derselben Vehemenz für folgenden Vergleich:

Wenn dieses Urteil Bestand hat - und die allgemeine Verunsicherung,

nicht nur in Opfer-Täter-Fragen, deutet darauf hin -, dann haben zwei
beleidigte Leberwürstchen etwas geschafft,

was nicht einmal

Reichspropagandaminister Goebbels

gelang, nämlich einen ideologischen

Flächenbrand auszulösen, der selbst

eine Bücherverbrennung

überflüssig

macht, weil sie bereits in die Gehirne von Dichtern und Schriftstellern
vorverlagert wird, um alles auszulöschen, was nur annäherungsweise
vorgefundene Realität spiegelt. ?

Das wundert mich doch. Sollte Dir das am Ende gar nicht aufgefallen sein?

Es grüsst freundlich
das Emmalein


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