Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: „Auf Jungenfang“ Lesekompetenz für Jungen und deren Grenzen?

Emmalein, Monday, 10.05.2004, 20:09 (vor 7942 Tagen) @ pumajäger

Als Antwort auf: Re: „Auf Jungenfang“ Lesekompetenz für Jungen und deren Grenzen? von pumajäger am 07. Mai 2004 12:38:05:

Hi,Emmalein

Würde also in einer fremdsprachlichen Schulklasse für Deutsch "Im Westen nichts Neues" gelesen, wäre es interessant, darüber zu sprechen, wie dieses Buch damals in Deutschland aufgenommen wurde(Remarque galt in konservativen Kreisen als Landesverräter!), wie es in Deutschland direkt nach dem 1. Weltkrieg aussah usw. - vielleicht auch, wie direkt nach dem 1. Weltkrieg die Stimmung gegenüber ebendiesem Kriege war.

Auch Werner Holt war in diesem Sinne ein Veräter, als Desserteur.
Der Umgang mit Literatur sollte aber auch Fragstellungen mit aktuellem Bezug ermöglichen, und das macht es meiner Meinung nach nicht, wenn man Bücher dieser Kategorie behandelt. Zumal sie auch helfen sollen eigene Lebensentscheidungen zu treffen.
Deine Antwort erinnert mich leider an die Farblosigkeit mit der diese Themen im Unterricht behandelt werden und wie sie Jungen wohl nur zum Teil interessieren.
Weil einige Fragen einfach übergangen werden.
Fragen wie:
Warum werden ehemalige Soldaten zu Deserteuren Pazifisten etc.?
Warum wird man mit Ausbildung zur Armee geködert, war das bei der Wehrmacht praxis, ist das beider Bundeswehr üblich?
Um mal bei Werner Holt zu bleiben.
Was wäre wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, lässt sich ein so grosses Land überhaupt besetzen?
Hätten die Russen Deutsch lernen sollen oder die deutsche Soldaten Russisch?
und dann ein Schwenk in den Irak und nach Afganistan.
Ist das Besatzung oder was gibts da noch, sieht so Abendteuer aus?
mfg

Hi,

für die eigenen Lebensentscheidungen ist Literaturunterricht eher weniger zuständig, das ist eher das Thema für Politikunterricht.

Wer zu stark den aktuellen Bezug bei Literaturunterricht betont, verfehlt die anderen Ziele, die Literaturunterricht noch verfolgt. Die Fragen, die Du da stellst, sind Fragen, die eher in Politik Platz haben als in einer Diskussion über Literatur.

Es gibt Prinzipien in der Literatur, die überdauern; Shakespeare ist auch heute noch immer für mich einer der besten Dramaturgen und Poeten,die je gelebt haben. Auch so etwas sollte der Literaturunterricht vermitteln.

Ich wehre mich gegen einen Literaturunterricht, der die Stelle des Politikunterrichts einnimmt!

Es grüsst literarisch
das Emmalein


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