Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Antidiskriminierungsrichtlinie der EU - Unisex-Tarife

Garp, Sunday, 02.05.2004, 16:23 (vor 7950 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Antidiskriminierungsrichtlinie der EU - Unisex-Tarife von Eugen Prinz am 02. Mai 2004 12:02:04:

<i/>Man kann nicht früh genug gegen neue Ansprüche, Gesetzesentwürfe o.ä. aufstehen. Und wir sollten uns auch nicht auf Defensivmaßnahmen beschränken, sondern unsererseits Ansprüche vortragen. In dem Richtlinienentwurf wird mehrfach auf den Vortrag von "Anspruchsgruppen", "...insbesondere das Europäische Parlament und die Frauenbewegung..." Bezug genommen. Wir sind weit entfernt davon, bei der Kommission in gleicher Weise Gehör zu finden, was aber nicht an der Kommission liegt. Organisation tut also Not. Sind die Gesetze erst mal durch, dann ist es ungleich schwieriger, noch irgend etwas zu retten.[/i]

So sehe ich das auch. Es wird auch prinzipiell unterschätzt wie viele Regelungen und Gesetzesvorlagen bereits auf europäischer Ebene auf den Weg gebracht werden. Die Frauenbewegung betont ja auch selbst ständig die Fortschritte auf europäischer Ebene und hat sich daher auch international vernetzt. Für die Männerbewegung ist dies natürlich sehr viel schwieriger, da sie nicht auf nationalen Organisationen aufbauen kann. Da bleibt wohl zunächst nur die Möglichkeit bei den eigenen Europaabgeordneten anzufragen.
Allerdings darf man es auch nicht zu negativ sehen. Diese Richtlinie verbietet ganz eindeutig jede Diskriminierung nach dem Geschlecht. Daher werden auch die günstigeren KFZ-Versicherungen für Frauen abgeschafft werden. Und auch die Vätervereinigungen erhoffen sich ja von dem europäischen Gerichtshof mehr Gerechtigkeit, weil die einseitige deutsche Sorgerechtsregelung eben eine Diskriminierung nach Geschlecht darstellt.
Der erste Entwurf der Richtlinie war ja auch wesentlich weitgehender. Angeblich hat damals jemand diesen Entwurf vorzeitig der Presse zugespielt. Daraufhin kam es ja erst zu dem Eklat in der Bild-Zeitung und die Diskussion um die Seite-eins-Mädchen. Erst durch massive Proteste der Werbeindustrie wurde dies nun aus der Richtlinie wieder entfernt. Es gibt und gab also durchaus massive Proteste an dieser Richtlinie. Nur eben hauptsächlich aus der Wirtschaft. Und da –werden jetzt die Feministinnen orakeln- sitzen ja auch die mächtigen Männer;-)
Grüße


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