Re: Denial
Als Antwort auf: Re: Denial von Texaco am 16. Januar 2004 12:26:34:
Vielleicht ist das mein Vorurteil, aber ich finde es immer wieder bestätigt: Männer schaffen es nicht, ihr Handeln als legitim zu begreifen, solange nicht auch Frauen dahinter stehen, oder solange sie nicht zumindestens behaupten können, für Frauen und Kinder zu handeln. Motto: Männerdiskriminierung ist schlecht, denn sie schadet letztlich auch den Frauen.
Bevor diese Haltung nicht überwunden ist, kann es nichts werden mit einer Männerbewegung. Erst wenn auch Männer ihre Interessen als ein gegenüber Frauen eigenständiger Teil dieser Gesellschaft zu formulieren und durchzusetzen beginnen, hat der Appell an das Konstruktive wieder einen Sinn. Vorher ist er reine Beschwichtigung. Mit "Hetze" hat das nichts zu tun. Jedenfalls wenn man von einigen notorischen Peinlichkeiten absieht. (Mir fällt da auch nur einer ein, der den Sextourismus empfiehlt).
Der Text stammt von einer erzkonservativen US-Website, deren Hauptziel im letzten Jahr die Propagandierung des Irak-Kriegs gewesen zu sein scheint. Ich habe dort auch schon Texte gefunden, in denen ihre Sexualität nicht verleugnende Frauen als predators (Raubtiere) abgestempelt wurden. Der hier diskutierte Text ist aber ziemlich beeindruckend und frei von solchen Flausen. Er zeigt einmal mehr, welche inneren Widerstände Männer zu überwinden haben, und wie sie noch im Elend nach Ausflüchten suchen, wenn sie rein theoretisch jedes Recht hätten, Frauen öffentlich zur Rechenschaft zu ziehen.
Partnerschaften sind etwas sehr verletztliches, das auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Man kann schwer ein solches Verhältnis aufbauen und zur selben Zeit die Spielregeln aushandeln. (Der Gedanke an Eheverträge ist doch eigentlich abschreckend!) Diese Regeln müssen deshalb von der Gesellschaft angeboten werden. De facto schreibt sie die meisten sowieso vor. Also müssen sich einige Männer darum kümmern, daß die männliche Seite bei diesen Regeln nicht unter die Räder kommt. Das ist kein Widerspruch zum Anspruch auf privates Glück, sondern seine Voraussetzung.
Sehe ich genauso. Männer müssen endlich den Mumm aufbringen, ein eigens Selbstwertgefühl zu entwickeln und sich nicht nur über Frauen und Kinder zu definieren. Organisationen wie VafK (Väteraufbruch für Kinder) prangern etwas an, deren Instrumente sie selbst verwenden (political correctness).
Kein Wunder, dass sie kläglich versagen und letztlich aufgrund aufkommender Unzufriedenheit mehr mit sich selbst beschäftigt sind.
Solange es nicht einen Väteraufbruch für Väter gibt, wird die Sache nicht wirklich vorankommen.
Der Bachelor
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Sam,
15.01.2004, 21:16
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