Re: Neue Mißbrauchsdefinition?
Als Antwort auf: Re: Neue Mißbrauchsdefinition? von Joseph S am 15. Dezember 2003 23:26:29:
Hallo Joseph (und Bruno),
vielleicht war es ein Fehler, den Fall zuerst vorzustellen, denn eigentlich wollte ich nicht über Kindesmißbrauch diskutieren. Dieser Fall hat mich nur auf den Gedanken gebracht, den ich dann weiter ausführen wollte. Ich dachte, dies ginge aus meines Schreiben hervor.
Es ging mir um die Frage: Wie definiere ich Mißbrauch und wer legt es fest. Gibt es objektive Kriterien oder ist es mein Gefühl, mißbraucht worden zu sein. Aber wahrscheinlich ist es jetzt zu spät, die Frage noch zu objektivieren.
Ich sehe sogar ehr die Tendenz, daß die These "Mißbrauch ist das, was ein potentielles Opfer
(z.B. Frau) als solches empfindet" hier mal nicht zur Verurteilumg Schuldloser, sondern
zur Freisprechung Schuldiger führt. Der Maßstab für sexuellen Mißbrauch sollte die Frage sein,
ob sexuelle Handlungen zwischen dem Erwachsenen und dem Kind stattgefunden haben. Dies scheint
hier aber klar zu sein. Also ist ein Freispruch hier ein Skandal.
Genau darum ging es mir: Wenn jahrelang (gerade von Frauen) vehement betont wird, daß es auf IHRE Einschätzung ankommt, ob ein Mißbrauch vorliegt oder nicht, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn solche Urteile zustandekommen. Dieses Urteil ist eben dieser Femikäse zuende gedacht: Die Kinder haben es nicht als Mißbrauch empfunden, also wars keiner. Und damit kommt so ein Urteil zustande! Jahrelang wird gesagt, daß es keine objektiven Kriterien zu geben hat und jetzt ist das Geschrei groß.
Die "logische" Konsequenz für unsere Emanzen: WIR legen fest, was Mißbrauch ist - sowohl wenn es uns selbst betrifft, als auch, wenn wir uns gefühlsmäßig berührt fühlen: in der Regel, wenn es Mädchen betrifft, MANCHMAL wenn es Jungen betrifft - außer bei einem 13jährigen, mit dem eine 30jährige ins Bett steigt - NIEMALS aber, wenn es Männer betrifft (es gibt ja deutliche Aussagen, daß ein Mann NIEMALS vergewaltigt werden kann).
Daher auch mein Hinweis auf die Kopftuchfrage: Klar dürfen Frauen entscheiden, wann sie sich unterdrückt fühlen - es sei denn, sie fühlen sich dann nicht unterdrückt, wenn WIR EMANZEN finden, sie MÜSSEN sich unterdrückt fühlen.
Objektivität ist in beiden Fällen NICHT gefragt. Die Definitionshoheit liegt bei den Emanzen.
Irgendjemand hat mal gesagt (oder so ähnlich): Die Sexualität den Emanzen auszuliefern, ist wie seinen Hund über den Urlaub beim Tierpräparator in Pflege zu geben.
Hoffe, jetzt verstanden worden zu sein. Wenn nicht, auch egal. So wichtig war mir das Thema nicht. Kanns ja woanders nochmal anbringen 
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- Neue Mißbrauchsdefinition? -
Odin,
15.12.2003, 11:34
- Re: Neue Mißbrauchsdefinition? - Jörg Rupp, 15.12.2003, 12:35
- Re: Neue Mißbrauchsdefinition? - Bruno, 15.12.2003, 15:25
- Re: Neue Mißbrauchsdefinition? -
Joseph S,
16.12.2003, 01:26
- Re: Neue Mißbrauchsdefinition? -
Odin,
16.12.2003, 02:50
- Re: Neue Mißbrauchsdefinition? - Joseph S, 20.12.2003, 01:25
- Re: Neue Mißbrauchsdefinition? -
Odin,
16.12.2003, 02:50