Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: undankbares Privileg

Xenia, Wednesday, 20.08.2003, 20:46 (vor 8204 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: undankbares Privileg von Garfield am 18. August 2003 11:57:16:

Hallo, Garfield!

"Was fragst du mich das? Ich habe keine Ahnung, ich lese diesen Mist nicht."
Dann bist du offensichtlich keine Durchschnittsfrau.

Danke, ich nehme das als Kompliment ;-)

Viele Frauen interessiert "dieser Mist" jedenfalls brennend, denn sonst würden nicht so viele dieser Zeitschriften verkauft werden.

Ja nur warum halt eben .....

"Meine Vermutung ist, dass Frauen damit weiterhin auf Äußerlichkeiten fixiert werden sollen, damit sie jede neue Tagescreme kaufe, die die Fältchen ab fünfundzwanzig verringert oder so..."
Klar. Natürlich sind solche Zeitschriften prima Werbeplattformen. Die Fragen ist nur, was zuerst da war - die Zeitschriften oder die Werbung. Und dann kommt man darauf, daß zuerst die Zeitschriften da waren und daß die Kosmetik-Industrie sie dann irgendwann als ideale Werbemedien entdeckt hat. Diese Zeitschriften wurden also nicht eingeführt, weil die Wirtschaft das so wollte, sondern weil genügend Frauen Interesse daran hatten.

Stimmt, aber zwischen an etwas Interesse haben und von etwas besessen sein ist ein Unterschied.

"Ja, Frauen kaufen da mehr, weil sie davon besessen sind, gut auszusehen..."
Was meinst du denn, wieso sie davon besessen sind?

Weil sie denken, dass sie es sein müssen.

Und was denkst du, wieso z.B. ein Pfau so schöne bunte Federn hat?

Als Zeichen seiner exzellenten Gene, die er gerne an ein Weibchen weitergeben möchte

Natürlich geht es vielen Frauen bei ihren Einkaufsmarathons nicht nur um ihr Äußeres. Da kommt eben auch wieder die uralte Jägerin und Sammlerin durch. Frau läuft durch die nähere Umgebung, guckt, was sie da Schönes findet und ist glücklich, wenn sie was gefunden hat. So lief das schon vor Jahrmillionen.

*lach* die Urinstinkte der Frau beim Einkaufen LOL

Bei Männern war das etwas anders, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.
"Von Männer wird (noch) nicht (so heftig) erwartet, dass sie niemals Falten um die Augen haben, keine Pickel, unbehaarte Beine, schöne gesunde Haare, gut geschminkt und frisiert sind, und gut duften. Kommt aber alles noch, hähä"
Richtig. Es gibt ja schon die ersten Männer mit Silikon-Implantaten in Brust und Oberarmen. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob die ihre Chancen bei den Frauen damit wirklich so sehr verbessern...

Ich habe so ein Implantat noch nie angefasst und möchte auch darauf verzichten...

"Ja, so ist es fast, obwohl der Aufwand des Kleidens, Frisierens. Und Schminkens durchaus nicht unwesentlich ist. Abgesehen davon verlassen sich Frauen da nur auf Äußeres, einige sind bis zum Exzeß auf Äußerlichkeiten fixiert. Das hat mit Bequemlichkeit nun wirklich nichts mehr zu tun."
Doch schon. Zwar erfordert das Schminken und die Auswahl der Kleidung ziemlich viel Aufwand, aber dieser Aufwand ist anderer Natur als der bei einer aktiven Partnersuche. Frau geht dabei nicht das Risiko ein, zurück gewiesen zu werden,

Doch, es kan ja sein, dass der Mann später am Abend ihre schlecht rasierten Beine bemerkt und dadurch total abgetörnt wird... alles schon dagewesen...

und von Kleidung und Kosmetik bekommt sie auch nichts spendiert, wenn sie sich diesen Dingen gegenüber passiv verhält.

Dafür haben diese Dinge exorbitante Preise

Außerdem scheint es vielen Frauen ein Glücksgefühl zu geben, sich schön anzuziehen und zu schminken. Es soll Frauen geben, die nur deshalb in Boutiquen Kleider anprobieren, also gar nicht die Absicht haben, etwas zu kaufen. Zukünfte Bräute finden es auch toll, ihr Brautkleid vor der Hochzeit immer wieder mal anzuziehen und sich damit vor dem Spiegel zu drehen. Das ist also ein Aufwand, den frau gern und keineswegs nur für Männer auf sich nimmt.

Das ist der Übergang zum Narzißmus (ausser beim Brautkleid, da könnte ich mir eher vorstellen, dass dies ein romantisches Rollenspiel ist), den Anteil an der Frauenschaft setze ich da nicht sehr hoch an

"Ich würde eher fragen, ob sich der ganze Aufwand des Stylens lohnt, um hinterher irgendeine gutsaussehenden Langweiler mit Audi A6 für eine Nacht an Land zu ziehen, Suuuper - da besteht ein krasses Missverhältnis."
Na ja, oft geht es ja nicht nur um eine Nacht! Nur für eine Nacht muß ein Mann auch nicht unbedingt einen Audi A6 fahren.

Natürlich muss er das! Meinst du vielleicht, ein alter Opel Kadett wirkt besonders vertrauenserweckend?

"Ich sehe das anders, mein Bester, ganz anders. Man braucht nicht mal die Hälfte der Schminke, um sich einen an Land zu ziehen. Ich kenne Frauen, die schminken sich so gut wie gar nicht, sehen auch nicht grade "gut" aus - aber trotzdem haben sie viel Erfolg bei Männern. Sie legen es erstens nicht darauf an, und zweitens: sie haben Charakter. Jaja, ich weiß, jetzt kommen bestimmt gleich wieder irgendwelche Bemerkungen ...."
Nein wieso? Du hast mich da auch etwas falsch verstanden. Unter "attraktiv" verstehe ich nicht unbedingt "reichlich geschminkt".

Die meisten Menschen offenbar schon...

"Entschuldige mal bitte, aber es ist doch wohl klar, dass man sich nicht jemanden nimmt, der einem wie ein Trottel vorkommt (egal, ob er tatsächlich einer ist oder nervös). Das ist andersrum doch wohl nicht anders!"
Sicher. Aber wenn eine Frau kaum etwas sagt und sich überwiegend passiv verhält, wird man(n) es gar nicht so schnell merken, wenn sie nicht viel im Kopf hat.

Für mich ist dieses Verhalten schon ein Zeichen von verminderter Denkfähigkeit (oder von Desinteresse)

Die passive Haltung bietet nämlich auch noch den Vorteil, daß frau sich ruhig zurücklehnen und Desinteresse vortäuschen kann. Falls frau dann mal mangels Intellelekt oder mangels Bildung nicht so recht weiß, was sie antworten soll, kann sie immer noch so tun, als wäre sie einfach nur nicht besonders an einer Unterhaltung interessiert. Wenn man aktiv auf jemanden zugegangen ist, kann man das natürlich nicht.

Ach was, du kannst dich jederzeit zurückziehen, wenn die Tante den Mund nicht aufkriegt, soll sie eben schaun, wo sie bleibt.

"Ja. Unter anderem auch deswegen, weil diese Frauen oftmals etwas besitzen, bzw ausbilden mussten, was die äußerlichkeitsfixierten Damen (ist jetzt sehr eindimensional, ich weiß) nie brauchten: Charakter."
Das ist richtig.
"Behaupte ich auch nicht, aber ich denke einfach, man wird dazu nicht erzogen als Frau, das ist der Punkt. Es fehlen auch irgendwie so die Vorbilder dazu...Ich kenne auch keine Zdie einem die zehn besten Anmachsprüche beibringt oder so."
Ja, es mag auch an fehlenden Vorbildern liegen. Und irgendwelche Bücher oder Zeitschriften, die Anmachsprüche für Frauen enthalten, werden wohl vor allem deshalb nicht gedruckt, weil das Interesse der Frauen daran eher gering ist. Wieso sich die ganze Mühe machen, wenn es auch einfacher geht und die Männer ganz von allein kommen?

Weil man, wenn man selber auswählt, die Rchtigen trifft - naja, auch nicht immer...

"Ich bitte dich, wir reden hier nicht über das Mittelalter, sondern die 20er Jahre des 20. Jh.!"
Ja, und? Meinst du, die Menschen ändern sich innerhalb einiger Jahrzehnte komplett?

Innheralb dieser Jahrzehnte schon, ja.

"Willst du tatsächlich die Treue der Frauen anhand der Größe von Männerhoden festlegen?!?"
Ich will das nicht - das hat jemand anderer bereits getan. Ich finde das auch durchaus logisch und einleuchtend.
"Abgesehen davon halte ich von diesen Tierreichvergleichen gar nichts - wir sehen Tiere eh immer nur durch unsere kulturalistische Brille - wer kann schon sagen, dass die Treue tatsächlich was mit der Hodengröße zu tun hat, immerhin reden wir hier von zwei verschiednen Tierarten."
Das spielt keine Rolle, da beide Arten wie auch der Mensch zweigeschlechtlich sind und somit zur Paarung immer ein Männchen und ein Weibchen gehören. Diese Gemeinsamkeiten reichen für diesen Vergleich vollkommen aus.

Nein, da sehe ich nicht so, denn dann könnte ich ja auch Schimpansen mit Gottesanbeterinnen vergleichen.

"Treue ist ein menschlicher Begriff und gehört zur Kultur des Menschen - jedenfalls was die partnerschaftliche Liebe angeht."
Sicher. Man kann diesen Begriff aber problemlos auch auf Tiere übertragen. Es gibt tatsächlich Tierarten, bei denen Paare lebenslang zusammen bleiben. Menschen schaffen das heute immer seltener...

Ja, aber der grund warum die Tiere das machen, das ist die Frage - und das mit Treue zu begründen wäre mir zu kulturalistisch.

"Oder auch durch die Dienstmädchen, schon mal davon gehört, dass die Dienstmädchenzimmer immer sehr nahe an den Zimmer der jungen Söhne eines Hauses lagen?"
Mag sein. Das hing dann aber vom Dienstmädchen ab.

Die hatten nichts zu sagen und wollten doch wohl sicherlich nicht ihre Arbeit verlieren...

"Und dieses durch prostituierte einführen war wohl eher ein durch den Vater einführen, der den Sohn doch wohl mit ins Bordell nahm."
Ja. Dabei ging es aber nicht darum, dem Sprößling zu zeigen, wo ein "echter Kerl" zu verkehren hat, sondern es ging darum, ihn in die Lage zu versetzen, seinen "ehelichen Pflichten" (wie man es damals bezeichnete) mit seiner zukünftigen Frau zufriedenstellend nachkommen zu können. Auch damals besuchte keineswegs jeder Mann regelmäßig ein Bordell.

Das ist mir klar, zumal es sich ja auch nicht jeder leisten konte, und die Angst vor Geschlechtskrankheiten auch noch häufiger war

"Ist das nicht schon fast ein Naturgesetz, dass das ein Reinfall ist?"
Nein, keineswegs. Das hängt eben in hohem Maße davon ab, ob die Partnerin Verständnis für seine sexuelle Unerfahrenheit zeigt oder auch nicht.

Das sollte auch eher ein Witz sein ...

"Aber sicherlich nicht durch eine verruchten Lebenswandel, dem man einen Mann doch wohl eher als Hörner abstoßen oder aber Gentlemanleben oder ähnliches auslegte..."
Es ist ein heute weit verbreitetes Märchen, daß in früheren Zeiten nur oder fast nur die Männer fremdgingen.

Das habe ich auch nicht behauptet, ich behaupte nur, dass Männern größere Freiheiten in dieser Hinsicht zustanden und dass die gesellschaft ihre "Fehltritte" bei weitem nicht so scharf sanktionierte wie bei Frauen.

Seitensprünge waren früher wahrscheinlich sogar noch häufiger als heute. Man muß dabei bedenken, daß in früheren Zeiten Kinder häufig von ihren Eltern verheiratet wurden, wobei es besonders in den höheren Kreisen vor allem um Vermehrung des Besitzstandes oder der Machtstellung der Familie ging. Auch wenn Menschen aus wirklich eigenem Willen heirateten, taten sie das häufig unter diesen Aspekten. So eine Ehe wurde dann als Zweckgemeinschaft verstanden, und man sah es so, daß die Liebe mit der Zeit schon noch kommen würde. Wenn sie dann aber nicht kam, gingen Männer wie Frauen dann eben fremd.

Jedenfalls, sofern die Frau überhaupt Gefallen an Sex hatte.

Dazu kam noch, daß Scheidungen zwar nicht unmöglich, aber nicht so einfach wie heute waren. Die Kirche ließ Scheidungen nur mit triftigem Grund (oder gegen hohe Bezahlung) zu, obendrein konnte man sich durch eine Scheidung gesellschaftlich manchmal komplett ruinieren. Das betraf Männer oft sogar noch mehr als Frauen.

Das ist schlichtweg falsch. Erstens waren Scheidungen in Preußen schon sehr früh möglich, zumal in preuße später ja auch die Zivilehe eingeführt wurde, bei der die Kirche auch bei der Trennung nichts mehr zu sagen hatte. Bei einer Scheidung hatte die Frau oftmals nicht mal mehr das, was sie in die Ehe mit einbrachte, denn der Mann als Haushaltsvorstand, besaß alles, und alles, was die Frau miteinbrachte, ging in seinem Besitz über - also bekam die Frau gar nichts bei einer Scheidung. Auch gesellschaftlich sich zu ruinieren war für einen Mann bei sowas schon recht schwer, vor allem dannm, wenn die Frau die Scheidung etwa eingereicht hatte ... immerhin, wenn die Ehe nicht funktionierte, lag es fast immer an der Frau, nach Meinung der Nachbarn

Wie dem auch sei: Frauen gingen immer genauso fremd wie Männer. Vor kurzem habe ich einen Artikel aus einer Zeitung aus dem Jahre 1785 gelesen. Da wurde berichtet, daß ein Mann seine Ehefrau beim Seitensprung erwischt hatte. Dazu stand, daß das an sich ja nichts Ungewöhnliches wäre. Ungewöhnlich wäre lediglich der Ort, an dem die Frau mit ihrem Liebhaber erwischt wurde: Ein Grabmal auf einem Friedhof. Ansonsten hätte man wahrscheinlich gar nicht darüber berichtet, weil es eben auch damals etwas Alltägliches war.

Das halte ich nun wirklich für übertrieben.

Best wishes, Xenia


gesamter Thread:

 

powered by my little forum