Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: undankbares Privileg

Xenia, Tuesday, 12.08.2003, 18:35 (vor 8212 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: undankbares Privileg von Garfield am 12. August 2003 15:02:45:

Hallo, Garfield

"ich gehöre zu den jungen und glaube, was ich sehr häufig gelesen hab und was meine Leute mir erzählten ...."
Und das ist eben der Fehler, den viele machen. Klischees und Dogmen haben eine große Macht und so wird die Geschichte schon mal etwas zurecht korrigiert. Das wurde schon immer so gemacht. Trotzdem kann man sich ein ziemlich genaues Bild von der Vergangenheit machen, wenn man sich nur eingehend damit beschäftigt und nicht nur alles, was heute dazu veröffentlicht wird, so geistig vorgekaut übernimmt, sondern sich z.B. auch mal Bücher durchliest, die in früheren Zeiten geschrieben wurden oder sich einfach in die Menschen der Vergangenheit hineinversetzt.

Zum Beispiel? Also meinst du sowas wie Fontane?

Frauen bevorzugen bis heute bei der Partnerwahl die passive Rolle.

Nun, wer bringt ihnen was anderes bei?

Aber egal, hier mal ein Textausschnitt aus dem Buch "Aus dem Intimsten des Ehelebens. Geheimmappe für vertrauliche Winke zum praktischen Hausschatz der Heilkunde", dieses schmale Heftchen lag dem großen "Praktischen Schatz der heilkunde" bei, dass ich vor ein paar Jahren mbeim Ausmisten bei meiner Großmutter fand, und das wohl aus den 20er jahren stammen dürfte. Dort heißt es ....

"Die Geschlechtskälte der Frau

[...] Die alte Streitfrage von der verschiedenen Triebstärke der beiden Geschlechter ist noch lange nicht gelöst. Tierexperimente und zahlreiche Beobachtungen an Volksstämmen, die noch im naturzustande leben, haben bis jetzt zu dem Ergebnis geführt, dass die sexuelle Triebkraft des Mannes normaler Weise dem Weibe überlegen ist und dass ein gewisser Grad von Frigidität noch keine krankhafte Schwäche bedeutet, sondern der weiblichen natur angehört. Den Charakter eines krankhaften oder wenigstens eines unnormalen Zustandes erlangt die Frigidität erst in solchen fällen, wo der Frau jedes Verlangen und Bedürfnis nach sexuellem Genuß fremd bleibt oder wo der letztere niemals seinen Höhepunkt erreicht.

[...jetzt geht er auf Rouseau ein und dessen Buch "Bekenntnisse", in dem er ja von seiner Aufklärung durch seine Gönnerin Frau v. Warens erzählt]Das Mittel, dessen sie sich hierzu bediente, war ein eigenartiges und steht mit unserem heutigen Thema in engem Zusammehang. Sie trieb mit dem jungen Rousseau das, was man heute Aufklärungsunterricht nennt, und sie beschloß nicht bei der grauen Theorie zu bleiben, sondern ihn durch ihre eigene Person in die Praxis vom Liebesleben einzuführen. Diese beherrschte sie vortrefflich, obwohl sie an sinnlicher Leidenschaft gänzlichen Mangel litt; trotz desselben aber pflegte sie sich Männern hinzugeben, und zwar nicht bloß in der Zeit, wo sie nach dem Tode ihres Mannes frei über ihre Gunst verfügen konne, sondern sogar schon während ihrer Ehe. Aus diesem Bericht sehen wir, dass sie in Bezug auf ihr Liebesleben und ihre weibliche Ehre nicht ihrem angeborenen Gefühl und Gewissen Folge leistete, sondern sich in voller Gefühlskälte und rein verstandesgemäß von irgendwelchen philosophischen Lehren leiten ließ. Frau v. Warens hat übrigens die sexuelle Freiheit, welche sie sich zubilligen zu dürfen glaubte, schwer büßen müssen. Sie ist durch einen gewissenlosen Liebhaber um ihr ganzes Vermögen gebracht worden und ist in größtem Elend gestorben."

Xenia


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