Re: undankbares Privileg
Als Antwort auf: Re: undankbares Privileg von Garfield am 13. August 2003 11:00:20:
Hallo, Garfield!
Genau so etwas meinte ich. Aber was genau wolltest du damit nun ausdrücken?
"Nun, wer bringt ihnen was anderes bei?"
Ich habe nicht den Eindruck, daß Frauen daran interessiert sind, sich eine aktivere Haltung bei der Partnerwahl
beibringen zu lassen. Wieso gibt es denn so viele Zeitschriften, die sich mit Mode und/oder Kosmetik
beschäftigen?
Was fragst du mich das? Ich habe keine Ahnung, ich lese diesen Mist nicht. Meine Vermutung ist, dass Frauen damit weiterhin auf Äußerlichkeiten fixiert werden sollen, damit sie jede neue Tagescreme kaufe, die die Fältchen ab fünfundzwanzig verringert oder so..-.
Diese Zeitschriften werden weit überwiegend von Frauen gelesen (und meist auch von Frauen gemacht). Frauen
sind also ganz offensichtlich bestrebt, immer möglichst gut auszusehen.
Und warum? Weil nur eine gutaussehende Frau eine Mann bekommt und glücklich werden kann - so die Metabotschaft dieser Zeitschriften.
Deshalb sind die Verkaufsflächen für
Damenbekleidung und Kosmetik in Kaufhäusern in der Regel auch deutlich größer als die Flächen für
Herrenbekleidung.
Ja, Frauen kaufen da mehr, weil sie davon besessen sind, gut auszusehen, nicht, damit sie schön passiv bleiben können (schon mal so eine Einkaufsmarathon mitgemacht? Es wäre einfacher, jemanden anzubaggern), sondern weil sie nur so angemacht werden können.
Und Kosmetikprodukte gibt es für Männer immer noch vergleichsweise wenige.
Von Männer wird (noch) nicht (so heftig) erwartet, dass sie niemals Falten um die Augen haben, keine Pickel, unbehaarte Beine, schöne gesunde Haare, gut geschminkt und frisiert sind, und gut duften. Kommt aber alles noch, hähä
Wieso betreiben nun Frauen weit mehr Aufwand, um gut auszusehen? Eben, damit sie sich weiterhin die passive Haltung erlauben können. Eine Frau, die attraktiv ist, sich modern kleidet und schminkt, braucht nur irgendwohin zu gehen, sich gemütlich zurückzulehnen und auf die männlichen Angebote zu warten.
Ja, so ist es fast, obwohl der Aufwand des Kleidens, Frisierens. Und Schminkens durchaus nicht unwesentlich ist. Abgesehen davon verlassen sich Frauen da nur auf Äußeres, einige sind bis zum Exzeß auf Äußerlichkeiten fixiert. Das hat mit Bequemlichkeit nun wirklich nichts mehr zu tun.
Das ist natürlich viel bequemer als selbst aktiv werden zu müssen. Frau erspart sich so das Risiko, einen Korb zu bekommen, und vor allem bringt das die männlichen Interessenten in die Rolle des "Bewerbers", der dann alles unternehmen muß, um seine Chancen möglichst zu steigern.
Ich würde eher fragen, ob sich der ganze Aufwand des Stylens lohnt, um hinterher irgendeine gutsaussehenden Langweiler mit Audi A6 für eine Nacht an Land zu ziehen, Suuuper - da besteht ein krasses Missverhältnis.
Man(n) muß sich dann einen möglichst geistreichen Spruch überlegen, man(n) muß sich gut unterhalten können, man(n) muß der Frau Getränke, das Essen oder sonst etwas spendieren, man(n) muß ein möglichst gutes Auto haben... Frau muß das alles nicht. Frau kann gemütlich abwarten und natürlich uninteressante Bewerber jederzeit abblitzen lassen.
Nun, nachdem man den ganzen Aufwand betrieben hat mit Friseur und Makeup ezt will man ja auch was dafür haben, aber wie gesagt, der Aufwand lohnt meist nicht...
Natürlich klappt das so nur, wenn eine Frau einigermaßen attraktiv ist. Je weniger attraktiv sie ist, umso weniger
Interessenten wird es geben.
Ich sehe das anders, mein Bester, ganz anders. Man braucht nicht mal die Hälfte der Schminke, um sich einen an Land zu ziehen. Ich kenne Frauen, die schminken sich so gut wie gar nicht, sehen auch nicht grade "gut" aus - aber trotzdem haben sie viel Erfolg bei Männern. Sie legen es erstens nicht darauf an, und zweitens: sie haben Charakter. Jaja, ich weiß, jetzt kommen bestimmt gleich wieder irgendwelche Bemerkungen ....
Männern nützt Attraktivität zwar durchaus auch, aber wenn man(n) nur ein paar wirre
Silben herausgestottert bekommt oder wenn man(n) schlechte Kleidung trägt, kein Auto hat oder der Frau nichts
spendiert (was auf niedriges Einkommen hindeutet), dann kann man vielleicht einen One-Night-Stand erleben,
mehr aber auch nicht... Und sobald ein Konkurrent erscheint, der ebenfalls einigermaßen attraktiv ist und darüber
hinaus auch noch die anderen Anforderungen der Frau gut erfüllt, ist gar nichts mehr drin.
Entschuldige mal bitte, aber es ist doch wohl klar, dass man sich nicht jemanden nimmt, der einem wie ein Trottel vorkommt (egal, ob er tatsächlich einer ist oder nervös). Das ist andersrum doch wohl nicht anders!
Frauen, die eher unattraktiv sind, neigen deshalb eher dazu, bei der Parternwahl auch mal aktiv zu werden.
Ja. Unter anderem auch deswegen, weil diese Frauen oftmals etwas besitzen, bzw ausbilden mussten, was die äußerlichkeitsfixierten Damen (ist jetzt sehr eindimensional, ich weiß) nie brauchten: Charakter.
Attraktive Frauen werden aber oft nur dann aktiv, wenn sie einen Mann im Visier haben, den sie für den idealen
Traumprinzen halten.
Der meistens eh `ne Lusche ist.
Jemand hat mal für ein Buch-Projekt Kontakt-Anzeigen aufgegeben und sich dabei als Millionär ausgegeben. Er
hat jede Menge Zuschriften von Frauen bekommen und hat sich mit diesen Frauen dann auch getroffen. Später
meinte er dazu, daß er noch niemals soviel Aufmerksamkeit von Frauen bekommen hätte. Offensichtlich ist die
Passivität der Frauen bei der Partnerwahl also durchaus nicht unüberwindlich...
Behaupte ich auch nicht, aber ich denke einfach, man wird dazu nicht erzogen als Frau, das ist der Punkt. Es fehlen auch irgendwie so die Vorbilder dazu...Ich kenne auch keine Zdie einem die zehn besten Anmachsprüche beibringt oder so.
Ich weiß nicht, was genau in diesem Buch aus den 20er Jahren unter "sexuelle Triebkraft" verstanden wurde. Fakt
ist jedenfalls, daß ein Mann in kurzer Zeit sehr viele Kinder zeugen kann, während eine Frau ein gezeugtes Kind
immer erst einmal austragen und danach noch stillen muß (wobei letzteres heute kein "muß" mehr ist). Männer
können auch noch bis ins hohe Alter hinein fruchtbar sein, was Frauen so ebenfalls nicht möglich ist. Im Interesse
der Erhaltung der Art war es logisch, wenn Männer diese Fähigkeiten nutzten, zumal sie immer gefährlicher lebten
als Frauen und somit damit rechnen mußten, ihre Erbanlagen vielleicht nicht mehr lange weiter geben zu können.
Ich bitte dich, wir reden hier nicht über das Mittelalter, sondern die 20er Jahre des 20. Jh.!
Man hat bei Menschenaffen übrigens einen Zusammenhang zwischen Treue der Weibchen und Potenz der
Männchen festgestellt. Bei den Gorillas hat ein Männchen mehrere Weibchen. Andere erwachsene Männchen
werden aus dem Revier vertrieben, bekommen also keine Chance, sich mit den Weibchen zu paaren. Somit kann
ein männlicher Gorilla sicher sein, keine Konkurrenten zu haben und muß deshalb sexuell nicht sonderlich aktiv
sein. Folglich sind die Hoden eines männlichen Gorillas relativ klein.
Bei Bonobos oder Chimpansen sieht das anders aus. Dort gibt es zwar auch Hierachien unter den Männchen, aber
rangniedrigere Männchen werden nicht vertrieben. Die Weibchen paaren sich zwar bevorzugt mit den ranghöheren
Männchen, lassen aber immer wieder auch andere Männchen zum Zuge kommen. Somit kann auch ein ranghoher
männlicher Bonobo oder Chimpanse nicht sicher sein, daß er das einzige Männchen ist, das sich mit einem
Weibchen paart. Um sicher zu gehen, daß seine Erbanlagen weiter gegeben werden, muß er sich also möglichst oft
mit möglichst vielen Weibchen paaren. Die Hoden eines männlichen Bonobos oder Chimpansen sind dafür deutlich
größer als die eines Gorilla-Männchens.
Die Hoden eines Mannes liegen von der Größe her etwa zwischen Gorilla und Bonobo oder Chimpanse. Was
offensichtlich daraus resultiert, daß Frauen zwar treuer als Chimpansen-Weibchen, dafür aber weniger treu als
Gorilla-Weibchen sind... Männer mußten sich also auch immer ranhalten, um ihre Chancen zur Zeugung von
Nachwuchs zu verbessern. Und dazu brauchten sie eben offenbar eine Potenz, die die eines Gorilla-Männchens
übersteigt.
Willst du tatsächlich die Treue der Frauen anhand der Größe von Männerhoden festlegen?!?
Abgesehen davon halte ich von diesen Tierreichvergleichen gar nichts - wir sehen Tiere eh immer nur durch unsere kulturalistische Brille - wer kann schon sagen, dass die Treue tatsächlich was mit der Hodengröße zu tun hat, immerhin reden wir hier von zwei verschiednen Tierarten. Treue ist ein menschlicher Begriff und gehört zur Kultur des Menschen - jedenfalls was die partnerschaftliche Liebe angeht.
So haben sich die Geschlechter eben immer gegenseitig beeinflußt. Letztendlich ist die Durchschnittsfrau genauso,
wie der Durchschnittsmann sie über Millionen von Jahren hinweg geformt hat, und der Durchschnittsmann ist so,
wie die Durchschnittsfrau ihn geformt hat.
"Sie trieb mit dem jungen Rousseau das, was man heute Aufklärungsunterricht nennt, und sie beschloß nicht bei
der grauen Theorie zu bleiben, sondern ihn durch ihre eigene Person in die Praxis vom Liebesleben einzuführen."
Das war noch bis ins 19. Jahrhundert hinein gar nicht selten. Junge Männer wurden häufig von älteren Frauen in die
Sexualität eingeführt. Oft geschah das durch Prostituierte, manchmal aber eben auch durch Frauen aus dem
Bekanntenkreis.
Oder auch durch die Dienstmädchen, schon mal davon gehört, dass die Dienstmädchenzimmer immer sehr nahe an den Zimmer der jungen Söhne eines Hauses lagen?
Und dieses durch prostituierte einführen war wohl eher ein durch den Vater einführen, der den Sohn doch wohl mit ins Bordell nahm.
Heute hält das niemand mehr für nötig. Angesichts der Flut von Aufklärungsbüchern, die heute über junge
Menschen hereinbricht, scheint das auf dem ersten Blick überflüssig zu sein. Wenn man sich solche Bücher aber
mal genauer ansieht, entdeckt man da häufig regelrechten Unsinn. (Vor kurzem stand dazu ein guter Artikel im
"stern".) Denn natürlich bemühen sich die Autor(inn)en solcher Bücher darum, immer möglichst etwas Neues und
Extravagantes einzuflechten, was dann aber häufig auf blanken Schwachsinn hinausläuft.
Wenn nun also ein junger Mann zum ersten Mal mit seiner Angebeteten schlafen möchte, hat er sich vermutlich
schon einige dieser eher kontraproduktiven Ratgeber zu Gemüte geführt. Natürlich wird auch jetzt von ihm
erwartet, daß er den aktiven Part übernimmt, vor allem dann, wenn seine Partnerin selbst noch keine Erfahrung
hat. Hat sie aber schon Erfahrung, dann wird sie ihn vielleicht noch kritischer beurteilen, was ihm auch genau
bewußt ist. So ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß dieses erste Mal ein kompletter Reinfall wird.
Ist das nicht schon fast ein Naturgesetz, dass das ein Reinfall ist?
Wenn er Glück
hat, zeigt seine Parnerin Verständnis und hilft ihm, diese Startschwierigkeiten zu überwinden. Wenn er aber Pech
hat, macht sie sich womöglich über ihn lustig, was ihm dann alles natürlich noch viel schwerer machen wird.
Auch da kommt der Frau wieder die passive Haltung sehr zugute. Sie muß sich nicht abstrampeln, sie kann das
abregende Gefummel mit dem Kondom ihm überlassen, und falls es nicht klappt, kann sie ihm einfach die Schuld
daran geben.
Wer nichts tut, kann eben keine Fehler machen. So ist das nun einmal.
"Frau v. Warens hat übrigens die sexuelle Freiheit, welche sie sich zubilligen zu dürfen glaubte, schwer büßen
müssen. Sie ist durch einen gewissenlosen Liebhaber um ihr ganzes Vermögen gebracht worden und ist in größtem
Elend gestorben."
So ist es immer wieder auch Männern ergangen. Nur redete man dann nicht von "gewissenlosen Liebhaberinnen",
sondern man sah es so, daß der Mann sich sein Elend durch seine eigene Dummheit eingebrockt hat. Das hat sich
bis heute nicht wesentlich geändert.
Aber sicherlich nicht durch eine verruchten Lebenswandel, dem man einen Mann doch wohl eher als Hörner abstoßen oder aber Gentlemanleben oder ähnliches auslegte
Best wishes, xenia
gesamter Thread:
- Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco -
Lars,
27.07.2003, 00:21
- Re: Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco - Odin, 27.07.2003, 16:43
- Re: Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco -
Joseph S,
29.07.2003, 00:42
- Re: Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco -
Lars,
29.07.2003, 17:17
- Re: Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco -
Ferdi,
29.07.2003, 17:53
- Die Anbagge-Rolle des Mannes: Privileg oder undankbare Aufgabe? -
Lars,
29.07.2003, 23:59
- Re: Die Anbagge-Rolle des Mannes: Privileg oder undankbare Aufgabe? -
Jörg,
30.07.2003, 00:45
- Re: Die Anbagge-Rolle des Mannes: Privileg oder undankbare Aufgabe? - Manfred, 01.08.2003, 02:59
- undankbares Privileg -
Xenia,
31.07.2003, 16:51
- Re: undankbares Privileg -
Joseph S,
02.08.2003, 23:25
- Re: undankbares Privileg -
Xenia,
12.08.2003, 17:18
- Re: undankbares Privileg -
Garfield,
12.08.2003, 18:02
- Re: undankbares Privileg -
Xenia,
12.08.2003, 18:35
- Re: undankbares Privileg -
Garfield,
13.08.2003, 14:00
- Re: undankbares Privileg -
Jolanda,
13.08.2003, 21:40
- Re: undankbares Privileg - Garfield, 14.08.2003, 15:46
- Re: undankbares Privileg -
Xenia,
17.08.2003, 17:31
- Re: undankbares Privileg -
Garfield,
18.08.2003, 14:57
- Re: undankbares Privileg - Xenia, 20.08.2003, 20:46
- Re: undankbares Privileg -
Garfield,
18.08.2003, 14:57
- Re: undankbares Privileg -
Jolanda,
13.08.2003, 21:40
- Re: undankbares Privileg -
Garfield,
13.08.2003, 14:00
- Re: undankbares Privileg -
Xenia,
12.08.2003, 18:35
- Re: undankbares Privileg -
Joseph S,
14.08.2003, 02:25
- Re: undankbares Privileg - Xenia, 17.08.2003, 17:32
- Re: undankbares Privileg -
Garfield,
12.08.2003, 18:02
- Re: undankbares Privileg -
Xenia,
12.08.2003, 17:18
- Re: undankbares Privileg -
Joseph S,
02.08.2003, 23:25
- Re: Die Anbagge-Rolle des Mannes: Privileg oder undankbare Aufgabe? - Frank, 01.08.2003, 12:50
- Re: Die Anbagge-Rolle des Mannes: Privileg oder undankbare Aufgabe? -
Jörg,
30.07.2003, 00:45
- Re: Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco - Jolanda, 30.07.2003, 13:36
- Die Anbagge-Rolle des Mannes: Privileg oder undankbare Aufgabe? -
Lars,
29.07.2003, 23:59
- Re: Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco -
Joseph S,
30.07.2003, 01:07
- Re: Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco - Ferdi, 30.07.2003, 01:55
- Re: Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco - Andi, 30.07.2003, 20:56
- Re: Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco -
Ferdi,
29.07.2003, 17:53
- Re: Geschlechterkampf und Körpersprache. Die Pseudo-Lesben-Masche in der Disco -
Lars,
29.07.2003, 17:17