Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Bildungspolitik allgemein und der Jungen-Aspekt im besonderen

Manfred, Tuesday, 08.07.2003, 19:04 (vor 8247 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Bildungspolitik allgemein und der Jungen-Aspekt im besonderen von Lars am 08. Juli 2003 14:13:26:

...Heute sieht die Lage so aus, daß die moderne Wirtschaft immer mehr Akademiker und immer weniger Industriearbeiter braucht.

Ich weiß nicht ob diese wirklich von der Wirtschaft gebraucht werden. Vielmehr scheint es mir so zu sein, als sei es zu einer arroganten Sitte verkommen, den interessierten Haupt- oder Realschüler mit dem herz am richtigen Fleck links liegen zu lassen, solange man auch jemand mit "Abi" haben kann. Egal wie geeignet dieser dann ist. Personalchefs denken oft auch nur darüber nach wie sie vorm Chef gut dastehen, nicht was wirklich dem Unternehmen dient.
Und "da" sind sie nun mal, die Abiturienten. Seit die Linke unter der SPD sich damals aufgemacht hat die Bildungsschranken für weniger begüterte abzubauen (lobenswerter Ansatz eigentlich) ist es nunmal so, daß "Abi machen" der Normalfall ist. Weniger zu "haben" war einst der Normalfall, man lernte redlich seinen Beruf und war zufrieden. Heute neigen wir dazu in den "Nicht-Abiturienten" bereits die Verlierer auszumachen. Schülern wird suggeriert, sie hätten ein quasi ein "Recht" auf das Abi, nicht allzu oft schwänzen sei dafür ausreichend.
Da ist gesellschaftspolitisch eine ungemeine Schieflage entstanden.
Für mich liegt darin die Wurzel des Übels.
Bildung (vor allem die vorgetäuschte "Ein"bildung) schickt sich an, zu einem der letzten verbliebenen Statussymbole zu degenerieren.

Schöne Grüße,
Manfred


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