Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: "Die Zukunft ist weiblich"

Maesi, Thursday, 12.12.2002, 22:10 (vor 8454 Tagen) @ Joachim

Als Antwort auf: "Die Zukunft ist weiblich" von Joachim am 08. Dezember 2002 10:42:57:

Hallo Joachim

[neue Frauen- und Familienministerin Renate Schmidt]
Sie kündigte an, die EU-Richtlinien zur Gleichstellung rasch umzusetzen. Demnach ist ein Gesetz zu erwarten, dass sexuellen Anspielungen und Witzen auf Kosten eines Geschlechts einen Riegel vorschiebt.

Au Backe! Das Gesetz koennte zum Rohrkrepierer werden; ist Frau Schmidt bewusst, dass dann Ermittlungen gegen EMMA wegen maennerfeindlicher Witze aufgenommen werden muessten?

Beispielsweise sollen sich Arbeitnehmer gegen "blöde Witze" von Kollegen oder Vorgesetzten wehren können, wenn sie sich in "ihrer Würde beeinträchtigt" fühlen, erklärte Schmidt.

Kann man(n) sich auch wehren, wenn man(n) sich durch besonders kurze Miniroecke oder hautenge Leggins bei aesthetisch herausgeforderten Frauen sexuell belaestigt fuehlt?

"Was wir brauchen, sind Mentalitätsveränderungen und das Erkennen des eigenen betrieblichen Nutzens, Frauen in allen Bereichen der Wirtschaft die ihnen und ihrer Ausbildung gebührende Position auch einzuräumen", sagte Schmidt.

Oh nein! Schon wieder eine Moralistin, die dem Buerger Mentalitaetsveraenderungen per Dekret verordnen will. Das hat noch nie funktioniert; lernen diese Politikerinnen denn nie aus der Geschichte?

Sie mahnte an, dass es in Deutschland nach wie vor zu wenig Frauen in Führungspositionen gebe. Nach Auskunft ihres Ministeriums sind elf Prozent der Chefs weiblich. 4,3 Prozent Frauen arbeiten als Top-Managerinnen. Der Frauenanteil in Spitzenpositionen sei in Deutschland deutlich niedriger als in anderen EU-Ländern.

Sollen die Frauen sich mal anstrengen, dann klappt das auch mit dem Nachba^W^Wder Karriere. Wer allerdings glaubt, mit der Quote an die Top-Jobs zu kommen, der irrt. Ich bin durchaus dafuer, bestimmte Rahmenbedingungen zu verbessern, damit Beruf und Familie besser kombiniert werden koennen. Allerdings glaube ich nicht daran, dass jemand, der sich halb der Karriere und halb der Familie widmet, mit jemandem mithalten kann, der sich voll auf die Karriere konzentriert. Ausnahmen gibt es natuerlich immer, aber tendenziell ist der Vollzeitkarrierist im Vorteil.

Der These des Zukunftsforschers Matthias Horx, der Frauen als Megatrend des neuen Jahrhunderts sieht, schloss sich Schmidt an. Horx sagt: "Die Zukunft gehört den Frauen." Er begründet seine These mit dem wachsenden Anteil der Frauen an Bildung. Derzeit sind 43,5 Prozent aller Deutschen mit Abitur weiblich. Tendenz steigend. In den aktuellen Abiturjahrgängen sitzen zwischen 53 und 54 Prozent Mädchen. Schmidt glaubt an die besondere Qualität weiblicher Eigenschaften: "Die Fähigkeiten von Frauen zu vernetztem Denken und zur Teamarbeit - das sind moderne Führungselemente." Untersuchungen belegten, dass Unternehmen mit einer Frau an der Spitze erfolgreicher seien als mit Männern.

Oft behauptet, nie belegt: die These von den ueberlegenen Faehigkeiten von Frauen in vernetztem Denken und Teamarbeit. Ich glaube nicht an grosse qualitative Differenzen zwischen den Geschlechtern auf diesen beiden Gebieten. Eigentlich muesste man reine Maennerteams, reine Frauenteams und gemischte Teams (und zwar in grosser Zahl) auf standardisierte Problemsituationen loslassen bzw. gegeneinander in Wettbewerb treten lassen und hernach deren Leistungen messen, um aussagekraeftige Daten zu erhalten; die heute gaengigen Thesen sind nichts anderes als theoretische Betrachtungen irgendwelcher Freizeitphilosophen ohne Bezug zur Praxis. IMHO gibt es keine wirklich aussagekraeftigen Studien darueber, ob weibliche Chefs tatsaechlich besser abschneiden als maennliche Chefs.
Was bei dem Frauenanteil unter den Studenten immer wieder unterschlagen wird: es kommt nicht nur darauf an, welche prozentuale Verteilung zwischen den Geschlechtern insgesamt gemessen wird, sondern auch in welchen Fachrichtungen die Gleichverteilung (bzw. Frauen- oder Maennerueberhang) festgestellt wird. Zukuenftige Fuehrungskraefte und Politiker werden eher ein wirtschaftliches oder juristisches Studium aufnehmen; dies sind die fuer die zukuenftige Fuehrungselite relevanten Studienrichtungen. Wogegen Studienabsolventen von Soziologie, Psychologie, Germanistik, Philosophie, etc. spaeter in Wirtschaft und Politik (da noch eher) ziemlich selten an den Schaltstellen der Macht zu finden sind.
Das 21. Jhd. gehoert IMHO nicht den Frauen sondern den Moslems, denn die haben genuegend Nachkommen um ihren Fortbestand zu sichern, wogegen in den
Industriestaaten des abendlaendischen Kulturkreises, die Geburtenrate ruecklaeufig ist und noch nicht einmal die derzeitige Bevoelkerungszahl mit eigener Kraft gehalten werden kann. Und was nuetzt wirtschaftliche, militaerische und technologische Ueberlegenheit, wenn nach und nach die Bevoelkerung ausstirbt?

Gruss

Maesi


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