"Die Zukunft ist weiblich"
Mehrheit der Abiturienten: Frauen
Unternehmenserfolg dank Chefin
Renate Schmidt mahnt Wirtschaft
Ministerin kündigt Richtlinie an
Von EVA QUADBECK
BERLIN. Familienministerin Renate Schmidt (SPD) hat sich das Thema Frauenförderung auf die Fahnen geschrieben. Einen erneuten Versuch, ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft zu schaffen, will sie allerdings nicht unternehmen. In der vergangenen Wahlperiode hatte Kanzler Gerhard Schröder (SPD) einen entsprechenden Entwurf von Familienministerin Christine Bergmann (SPD) gestoppt. "So wie das Gleichstellungsgesetz ursprünglich vorgesehen war, gibt es das nirgendwo in Europa", sagte die neue Ministerin Schmidt im Interview mit unserer Zeitung.
Sie kündigte an, die EU-Richtlinien zur Gleichstellung rasch umzusetzen. Demnach ist ein Gesetz zu erwarten, dass sexuellen Anspielungen und Witzen auf Kosten eines Geschlechts einen Riegel vorschiebt. Beispielsweise sollen sich Arbeitnehmer gegen "blöde Witze" von Kollegen oder Vorgesetzten wehren können, wenn sie sich in "ihrer Würde beeinträchtigt" fühlen, erklärte Schmidt.
Infolge der zweiten EU-Richtlinie will Schmidt in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und Arbeitgebern eine nationale Gleichstellungsstelle schaffen. "Was wir brauchen, sind Mentalitätsveränderungen und das Erkennen des eigenen betrieblichen Nutzens, Frauen in allen Bereichen der Wirtschaft die ihnen und ihrer Ausbildung gebührende Position auch einzuräumen", sagte Schmidt.
Sie mahnte an, dass es in Deutschland nach wie vor zu wenig Frauen in Führungspositionen gebe. Nach Auskunft ihres Ministeriums sind elf Prozent der Chefs weiblich. 4,3 Prozent Frauen arbeiten als Top-Managerinnen. Der Frauenanteil in Spitzenpositionen sei in Deutschland deutlich niedriger als in anderen EU-Ländern.
Der These des Zukunftsforschers Matthias Horx, der Frauen als Megatrend des neuen Jahrhunderts sieht, schloss sich Schmidt an. Horx sagt: "Die Zukunft gehört den Frauen." Er begründet seine These mit dem wachsenden Anteil der Frauen an Bildung. Derzeit sind 43,5 Prozent aller Deutschen mit Abitur weiblich. Tendenz steigend. In den aktuellen Abiturjahrgängen sitzen zwischen 53 und 54 Prozent Mädchen. Schmidt glaubt an die besondere Qualität weiblicher Eigenschaften: "Die Fähigkeiten von Frauen zu vernetztem Denken und zur Teamarbeit - das sind moderne Führungselemente." Untersuchungen belegten, dass Unternehmen mit einer Frau an der Spitze erfolgreicher seien als mit Männern.
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- "Die Zukunft ist weiblich" -
Joachim,
08.12.2002, 12:42
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" -
Markus,
08.12.2002, 13:06
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" - Joachim, 08.12.2002, 13:24
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" -
Manfred,
08.12.2002, 13:46
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" -
MeckMax,
11.12.2002, 18:31
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" -
Jolanda,
11.12.2002, 18:37
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" - MeckMax, 11.12.2002, 19:35
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" -
Manfred,
12.12.2002, 02:29
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" - Jolanda, 13.12.2002, 11:10
- Die Zukunft machen wir uns, wie es uns gefällt! -
Mischa,
11.12.2002, 19:01
- Re: Die Zukunft machen wir uns, wie es uns gefällt! - MeckMax, 11.12.2002, 19:24
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" -
Jolanda,
11.12.2002, 18:37
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" -
MeckMax,
11.12.2002, 18:31
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" -
Jörg,
08.12.2002, 14:07
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" - Manfred, 08.12.2002, 14:20
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" - elwu, 08.12.2002, 16:32
- Schreibt Leserbriefe! -
Oberkellner,
08.12.2002, 18:50
- Re: Schreibt Leserbriefe! -
Joachim,
08.12.2002, 18:58
- Re: Nachtrag! -
Joachim,
08.12.2002, 19:10
- Re: Nachtrag! -
Jens,
08.12.2002, 23:42
- Re: Nachtrag! - Jörg, 09.12.2002, 01:39
- Re: Nachtrag! -
Jens,
08.12.2002, 23:42
- Re: Nachtrag! -
Joachim,
08.12.2002, 19:10
- Re: Schreibt Leserbriefe! -
Joachim,
08.12.2002, 18:58
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" - Garfield, 09.12.2002, 13:59
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" - Maesi, 12.12.2002, 22:10
- Re: "Die Zukunft ist weiblich" -
Markus,
08.12.2002, 13:06