Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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Ich bin gegen Fremdenfeindlichkeit. Feindliche Fremde kotzen mich an.

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Nachbetrachtung zur bundesweiten Demo "Allen Kindern beide Eltern" am 9.6.18 in Köln (Vaeter)

TK, Sonntag, 10.06.2018, 05:05 (vor 14 Tagen)

Was? Bundesweite Demo des "Väteraufbruchs für Kinder" (VafK) in Köln.
Wann? Gestern, am Samstag, den 09.06.2018
Wer? Die lokale VafK-Gruppe.
Motto? Allen Kindern beide Eltern.
Teilnehmerzahl, 90 Minuten nach Beginn: 96 (ja, richtig gelesen!)
Dauer: 5 ½ Stunden
Ablauf: Auftaktkundgebung vorm Bahnhof, Umzug, Abschlusskundgebung auf dem Rudolfplatz
Umfeld: Touristen, Flaneure, Einkaufer in gefühlter Hunderttausenderzahl
Demo-Teilnehmer: mehrheitlich Betroffene (Mütter, Großeltern, überwiegend Väter) mit
Umgangs- oder Sorgerechtsausschlüssen oder minoritärer Umgangzeit, sowie einige
männliche Wohnelternteile und Eltern, die ein Wechselmodell betreiben.
Teilnehmerherkunft: bundesweit (und ein Teilnehmer aus Wien)

Die Demonstration forderte also „allen Kindern beide Eltern“. Denn Gerichte, Jugendämter,
Gutachter, Wohnelternteile (vorwiegend Mütter), aber auch sich zurückziehende Elternteile
sorgen dafür, dass es das massenhaft nicht gibt.

Interessant war die überwiegende Reaktion aus dem Kreis der Passanten: Abschätzige Blicke,
aber auch Diskussionen mit Aussagen à la „Wenn sich die Eltern streiten, ist es besser,
wenn klare Verhältnisse herrschen“. Die abschätzigen Blicke symbolisierten soviel wie:
Irgendetwas muss doch an diesen betroffenen Eltern und Großeltern dran sein, dass die
wenig oder nichts von den Kindern haben. Es ist zum Schutz der Kinder vermutlich besser so.

Und: Die nehmen den Demonstranten nicht ab, dass die für die Kinder auf die Straße gehen.
Sie halten die Demonstranten für unglaubwürdig. Und das macht niemals sympathisch!
Die Blicke sprachen Bände. Es mischte sich darin Kälte mit Hohn und Abwertung.

Die etwa zehn Radikalfeministinnen, die circa eine Stunde während des Demo-Auftakts
Gegenflugblätter verteilten, schrieben hingegen klipp und klar, „dass Kinder Bezugspersonen
brauchen, die zuverlässig ein Teil ihres Lebens sind und bleiben“. Sprich: Kinder brauchen
keine Eltern, Kinder brauchen Bezugspersonen. Die Demonstranten fordern etwas, was
Kinder nicht brauchen, ja, was fallweise sogar schädlich sein kann. Oder positiv
gesprochen: Kinder können auch ohne Eltern ganz gut groß werden.

Es gab also zwei ideologische Schnittmengen: Einmal zwischen den Demonstranten und
den Bürgern. Einmal zwischen den Bürgern und den Radikalfeministinnen. Die Bürger
sagen wie die Demonstranten: Kinder brauchen Eltern. Die Bürger sagen wie die Radikal-
feministinnen: Zumindest manchmal tun's aber auch einzelne Elternteile oder Bezugs-
personen, aber nur dann, wenn Elternstreit herrscht oder das andere Elternteil schlecht
fürs Kind ist.

Die Bürger sind also für den Status Quo. Michael Baleanu vom „Forum Soziale Inklusion“
sagte nun in seiner Rede sinngemäß: Es wird immer mehr aus den Familien outgesourct
(z. B. durch Krippen, Ganztagskindergarten und -schulen, fremdorganisierte Freizeit,
Nachhilfe). Ich übersetze das mal mit: Der Trend geht zu dem, was die Radikalfeministinnen
wollen. Baleanu meint nun, man solle Gemeinsamkeiten mit den Bürgern suchen und für
mehr Familienzeit mit den Kindern werben und diese durch bessere Bedingungen für
Familien erzeugen. Das helfe dann auch den Trennungsvätern. Er vergisst, dass viele
Leute das Outsourcing nicht nur brauchen, sondern wollen.

Väterrechte sind also im Grund nicht sein Thema. Sondern Familien.

Die erste Welle der Frauenbewegung in Deutschland forderte das Recht auf Abtreibung.
Die Frauen haben nicht gesagt: Das ist besser für die ungeborenen Kinder, die Mütter
aus selbst entschiedenen Gründen nicht wollen. Sie haben gesagt: Frauen sollen
Schwangerschaften abbrechen, wenn sie das wollen – es soll ihr Recht sein.
Es gab öffentliche Bekenntnisse zu illegalen Abtreibungen, praktische Hilfe
für „Fahrten nach Holland“ etc..

Und die Frauen haben ein liberalisiertes Abtreibungsrecht bekommen.

Jetzt in Köln ist nicht für Väterrechte demonstriert worden. Mehrheitlich
Väter haben für die Rechte der Kinder am Vater (und an der Mutter) demon-
striert. Was sagen, zugespitzt, ihre radikalen Gegner? Euch Väter braucht's nicht.
Was sagen ihre moderaten Gegner? Lasst nach Trennungen Fachleute entscheiden,
ob's Euch braucht.

Wann demonstrieren Väter (und Männer, die es einmal werden wollen),
für ihr grundsätzliches, (grund)gesetzlich zu garantierendes Recht auf
gelebte Vaterschaft
, unabhängig von jedem positiven Wert- oder Qualitäts-
beweis oder Gleichberechtigungsethos, als ihr vom Staat bitteschön zu
garantierendes Naturrecht? Einfach weil sie das beanspruchen! Und
wann leisten Männer dafür organisierten zivilen Ungehorsam?

Ja, wir sind egoistisch! Genauso egoistisch wie ihr!

Ich will nicht ungerecht sein: Vereinzelt ist das durchgeklungen.
Aber es war nicht der Tenor.

Denn es gibt einen Unterschied zur Frauenbewegung: ihre Nicht-Autonomie.
In die Demo-Ketten der Feministinnen, ihre Treffpunkte, in die Frauenhäuser
durfte kein Mann. Die Väterbewegung muss auch autonom werden. Wir sollten
uns nicht länger von Frauen legitimieren lassen. WIR müssen uns emanzipieren.

Die beste Äußerung kann von einer Jugendamtsberaterin, die des Weges kam
und sich einschaltete. Sie sagte: Die Väter, die ich in der Beratung erlebe,
sind zu still!

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