Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Den dummen Göttinnen gehört die Welt (noch...)

Student(t), Monday, 05.05.2008, 03:52 (vor 6535 Tagen) @ Der_Dezentrale

Ich bin nicht davon überzeugt, dass ein fehlender Glaube an Gott die
Ursache des Übels ist. Vielmehr ist zu vermuten, dass die generelle Neigung
des Menschen zur Suche nach Göttern das Problem verursacht.

Nun seien wir mal ehrlich: Wo findest du eine Neigung, nach Göttern zu suchen ? Zumindest in diesem Forum erkenne ich das genaue Gegenteil.

Wie die geniale Publizistin Esther Vilar in mehreren Büchern logisch
ausführte, sind es immer die Intelligenteren, die sich zur Befriedigung
ihrer seelischen Bedürfnisse Götter suchen.

Da haben wir die Ursache der falschen Vermutung. Was Esther Vilar, die ich ansonsten sehr schätze, nämlich meint, wenn sie von Göttern spricht, das sind gerade nicht Götter (und erst recht nicht Gott), sondern Götzen. Der Begriff "Götze" setzt aber den Begriff "Gott" voraus. Ich sehe in der Rede von den (real existierenden) Götzen geradezu einen Gottesbeweis. Ebenso ist ja die Frau der indirekte Beweis für die Existenz des Mannes, umgekehrt aber nicht. Der Mann ist das Ursprüngliche, die Frau der abgeleitete Modus, in der Sprache des Mythos: aus des Mannes Rippe (oder: aus seiner Seite) gemacht.


In allem Übrigen, was du sagst, schließe ich mich dir an. Nur: es handelt sich insoweit um Phänomenologie im Sinne der Lehre von den Erscheinungen. Ich frage darüber hinaus: Was steht wirklich und wirksam hinter diesen Erscheinungen ? Und komme zu den weiter oben erwähnten Ergebnissen. Nietzsche hat sich über diese "Suche nach einem Dahinter" lustig gemacht. Und wie im Falle der Vilar glaube ich dazu sagen zu dürfen: Der schärfste Blick für das Detail und die höchste Brillianz im Ausdruck schützen nicht vor einer kapitalen Blindheit.

Gruß
Student


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