Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Feminismus definieren?

Pööhser Frauenfeind, Sunday, 14.11.2010, 18:26 (vor 5540 Tagen) @ Narrowitsch

Am 01.11.2010 – anlässlich des Antifeministentreffens in der Schweiz – mäkelte der dort erscheinende „ Landbote“ durch die Feder einer Sandra Biberstein: „Doch was Feminismus ist, wurde nur widersprüchlich definier, “. Nicht zu Unrecht, finde ich.

Doch, zu Unrecht. So ziemlich jedem von uns ist es wahrscheinlich schon widerfahren, dass er, wenn er DEN FEMINISMUS kritisiert, vorgehalten wurde, es gäbe DEN FEMINISMUS nicht, sondern vielmehr eine unüberschaubare Fülle von Ansichten, Anschauungen und Meinungen, die unter dem Begriff Feminismus subsummiert würden. Eine Kritik an DEM FEMINISMUS sei deshalb im Grunde genommen unsinnig, da gar nicht gesagt werde, was denn eigentlich kritisiert werde.

Daher stellt sich mancher die naheliegende die Frage, was denn all den so unterschiedlichen Feminismen gemein sei. Und zu jeder Definition, welche diesen kleinsten gemeinsamen Nenner aufzuzeigen versucht, lässt sich irgendein Grüppchen von Feministen anführen, die aber etwas gaaaaanz anderes im Sinn hatten.

Die oft gehörte Replik, "es gibt nicht DEN Feminismus" ist die rhetorische Allzweckkeule, welche jede Kritik verunmöglichen soll, denn wie soll man etwas kritisieren, was es gar nicht gibt, etwas, das gar nicht benannt werden kann ? Ziemlich sinnloses Unterfangen, nicht wahr? Erstaunlicherweise gibt es ihn aber doch, DEN Feminismus, wenn seine Jünger ihn und seine "humanistischen Errungenschaften" lobpreisen.

Und hier sind wir beim Kern der Sache. Ob es nun einen oder hunderttausend Feminismen gibt, entscheidend ist einzig und allein, welche gesellschaftlichen Veränderungen einem dieser vielen Feminismen zugeschrieben werden kann und wie diese Veränderungen zu bewerten sind. Es geht also um politische Inhalte, um konkrete politische Programme, die ich als totalitär und antidemokratisch wahrnehme. Ob nun diese Ideologie Feminismus oder wie auch immer genannt wird, ihre Ziele sind verwerflich.

Deinen Versuch der Definition aber finde ich gut gelungen. Da gibts für mich nichts rumzumäkeln.

So nebenbei mal eine Frage: warum wird der von mir beschriebene stereotype Einwand bei anderen Ideologien nie angeführt ? Ich hab noch nie die Replik vernommen, es gäbe "DEN NATIONALSOZIALISMUS" gar nicht, sondern lediglich eine Reihe ganz unterschiedlicher Auffassungen, die unter diesem Begriff subsummiert würden. Und warum wird das nicht so ausgesprochen ? Weil jedem klar ist, dass für die Bewertung der Ideologie nicht die Kenntnis aller Strömungen notwendig ist, sondern die Kenntnis seiner historischen Wirkung vollauf genügt.

Gruss PF
(mich gibts, darf und kann daher kritisiert werden :))


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