Lohndrückerei - zu hohe Steuern
Hallo ajk!
Der Begriff Lohnnebenkosten sagt Dir was? Weniger Lohn: Weniger Lohnnebenkosten.
Die Lohnnebenkosten werden ja eh nicht von den Firmen bezahlt, sondern die muß jeder Beschäftigte als inoffiziellen Teil seines Lohnes voll und ganz selbst erarbeiten. So gesehen ist deine Behauptung, daß die Steuern und Abgaben ihren Teil zum sinkenden Lohnniveau betragen, natürlich nicht ganz falsch.
Weniger Mitarbeiter: Weniger Lohnkosten.
Genau. Das ist aber völlig unabhängig von den Steuern und Abgaben und auch vom Lohnniveau. Da die Gewinne immer höher steigen sollen, muß eben auch immer mehr gespart werden, auch bei den Lohnkosten.
Das ist eben auch nicht anders, wenn die Lohnkosten sinken. Du würdest dich wundern, wo Firmen noch überall sparen. Da werden z.B. nur noch Billig-Kugelschreiber als Material für die Beschäftigten eingekauft. Damit spart man dann vielleicht 50 Euro - das wird aber trotzdem gemacht.
Gezwungen wird niemand dazu, ausser der Wettbewerb auf der Welt. Und da sind die nicht vorhandenen Schutzregeln verantwortlich.
Der Wettbewerb zwingt die Besitzer der Firmen zu immer höheren Gewinnerwartungen? Das mußt du mir jetzt mal näher erläutern!
Meinst du damit etwa den Wettbewerb im Yachthafen, wenn der Millionär auf seiner kleinen Yacht neidisch auf das Riesenschiff des Milliardärs schielt?
In der Praxis läuft das z.B. so:
Da wird eine Firma von einer anderen aufgekauft. Wie heute meist üblich, wird dieser Kauf über einen Kredit finanziert. Die Kreditraten, also Zinsen + Tilgung, sind dann natürlich regelmäßig fällig, und diese Kosten drückt man der frisch gekauften Firma auf. Die muß nun also noch weitaus mehr Gewinn erwirtschaften als vorher, zumal die Großaktionäre des Konzerns ja auch gern noch ein fettes Plus sehen wollen. Also wird dann auf-Teufel-komm-raus gespart, und dafür werden den Mitarbeitern eben auch die Löhne gedrückt, wenn man nur noch so wenige hat, daß man keine mehr entlassen kann. Beliebt ist auch Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich. Es gibt eine ganze Menge Firmen, die auf dem Papier zwar eine 35-Stunden-Woche haben, wo die Mitarbeiter tatsächlich aber durchweg 38 oder 40 Wochenstunden arbeiten, ohne dafür einen Cent mehr zu kriegen. Die Mitarbeiter dürfen dann quasi ihre Firma mit abzahlen, nur leider vergißt man, sie auch entsprechend am Gewinn zu beteiligen.
...billige Kapitalistenfeindlichkeit wächst und wächst. In den Schulen sind nur arbeitslose Frauen die noch nie im Leben gearbeitet haben und ihr Weltbild den Kindern weitergeben.
Könnte das vielleicht auch damit zusammen hängen, daß immer mehr Menschen sehen, wo es hingeht, nämlich zu den Zuständen im 19. Jahrhundert? Bzw. eigentlich zu noch schlimmeren Zuständen, denn im 19. Jahrhundert wurden ja wenigstens noch sehr viele Menschen als Beschäftigte für Produktion und Dienstleistungen gebraucht.
Könnte es vielleicht sein, daß viele Menschen es satt haben, immer nur die Zahlmeister und Arbeitssklaven für irgendwelche Manager und Aktionäre zu spielen, die sich auf ihre Kosten fette Boni und Dividenden einsacken und die Folgekosten ihrer Fehlentscheidungen immer ihren Mitarbeitern oder dem Steuerzahler aufbrummen?
Hast du schon mal darüber nachgedacht, wie hoch der Steuerzahler allein durch das "Bankenrettungspaket" in den nächsten Jahrzehnten belastet wird?
Es liegt vor allem an der Mentalität der Deutschen.
Mittlerweile liegt es auch daran, daß Deutschland in der EU zunehmend zum Billiglohnland wird.
Nein, sie sind der Kern des Problems. Das Problem ist „verwirrung“. Die Menschen wissen nicht wo oben und wo unten ist...
Das wissen viele nach wie vor. Lies dir mal die Kommentare auf den Internetseiten unserer Massenmedien durch. Da hagelt es massive Kritik an dem Blödsinn, der da verbreitet wird. Deshalb lassen sie doch oft keine Kommentare zu, oder sie zensieren sie. Die Menschen sind nicht so einfach zu verdummen, und schon gar nicht durch irgendwelche Gender-Wirrköpfe.
Mindestlohn, massive Geschäftsschädigende Streiks, zwang zu höheren Löhnen, Widerstand gegen die Geschäftsführung...
Du meinst, wenn es das alles nicht gäbe, dann würden wir sofort im Paradies leben? Ich kann dir schreiben, wie es dann hier aussehen würde: Die deutsche Wirtschaft würde fast nur noch für den Export arbeiten. Binnenmärkte gäbe es so gut wie keine mehr, weil jeder für 10 Cent pro Stunde arbeiten müßte. Es würde darüber hinaus ernsthaft debattiert werden, ob es nicht so laufen sollte, daß ein Arbeitnehmer für die Möglichkeit, arbeiten zu dürfen, seinem gnädigen Arbeitgeber nicht eigentlich etwas zahlen müßte. Es würde zig Millionen Erwerbslose geben, die man massenweise in private Gefängnisse stecken würde, wo sie einfache Zuarbeiten für die Exportwirtschaft erledigen dürften. Halt das, was z.B. in Asien oder Osteuropa heute Kinder machen. Die Reichen und die paar Leute, die sie noch zu ihrem Schutz und als Bedienstete brauchen, würden in abgeschotteten Luxus-Siedlungen leben, der Rest des Landes wäre ein riesiges Elendsviertel.
Auch die Amerikanische Autoindustrie ist darunter massiv kaputt gegangen.
Nein. Du solltest dich mal gründlich damit befassen, wie früher bekannte und erfolgreiche Firmen untergegangen sind. Es hatte in den allermeisten Fällen einen einzigen Grund: Fehlentscheidungen der Geschäftsführung. Meist war es so, daß man zugunsten von maximalem Gewinn (auch) an der technologischen Weiterentwicklung der Produkte gespart hat. Wenn man dann auch noch entscheidende neue Entwicklungen unterschätzt und verschläft, ja, dann ist man eben schnell pleite.
Freundliche Grüße
von Garfield
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- Neoliberalismus: Von der Freiheit, in Armut leben zu "dürfen" -
Das Edle Schnabeltier,
04.11.2010, 08:55
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Royal Bavarian,
04.11.2010, 10:51
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Garfield,
04.11.2010, 19:10
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Royal Bavarian,
04.11.2010, 19:49
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Garfield,
05.11.2010, 01:40
- Lohndrückerei - zu hohe Steuern -
ajki,
05.11.2010, 12:37
- Lohndrückerei - zu hohe Steuern -
Garfield,
05.11.2010, 14:38
- Lohndrückerei - zu hohe Steuern -
ajki,
05.11.2010, 15:50
- Lohndrückerei - zu hohe Steuern - Garfield, 05.11.2010, 19:51
- Lohndrückerei - zu hohe Steuern - Sachse, 06.11.2010, 14:29
- Lohndrückerei - zu hohe Steuern -
ajki,
05.11.2010, 15:50
- Lohndrückerei - zu hohe Steuern -
Garfield,
05.11.2010, 14:38
- Neoliberalismus: Von der Freiheit, in Armut leben zu "dürfen" - Sachse, 06.11.2010, 10:40
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ajki,
05.11.2010, 12:37
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Gismatis,
05.11.2010, 03:20
- Neoliberalismus: Von der Freiheit, in Armut leben zu "dürfen" - Anm, 05.11.2010, 17:55
- Neoliberalismus: Von der Freiheit, in Armut leben zu "dürfen" -
Royal Bavarian,
05.11.2010, 21:26
- Kindergeld- Korrektur -
Donna Amaretta,
05.11.2010, 22:14
- Kindergeld- Korrektur -
Royal Bavarian,
06.11.2010, 00:44
- Kindergeld- Korrektur - Sachse, 06.11.2010, 10:27
- Kindergeld- Korrektur -
Royal Bavarian,
06.11.2010, 00:44
- Kindergeld- Korrektur -
Donna Amaretta,
05.11.2010, 22:14
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Garfield,
05.11.2010, 01:40
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Royal Bavarian,
04.11.2010, 19:49
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Garfield,
04.11.2010, 19:10
- Neoliberalismus: Von der Freiheit, in Armut leben zu "dürfen" - Manhood, 04.11.2010, 14:51
- Überrascht - pit b, 04.11.2010, 19:58
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Gack,
04.11.2010, 20:05
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Das Edle Schnabeltier,
04.11.2010, 21:40
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Royal Bavarian,
04.11.2010, 21:55
- Neoliberalismus: Von der Freiheit, in Armut leben zu "dürfen" - kein abel, 04.11.2010, 22:06
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04.11.2010, 21:55
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Das Edle Schnabeltier,
04.11.2010, 21:40
- Von der moralischen Überlegenheit des Versagens -
Borat Sagdijev,
04.11.2010, 21:21
- Von der moralischen Überlegenheit des Versagens -
Intuitus,
04.11.2010, 22:02
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Borat Sagdijev,
04.11.2010, 23:31
- Von der moralischen Überlegenheit des Versagens - Intuitus, 05.11.2010, 00:37
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Borat Sagdijev,
04.11.2010, 23:31
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Intuitus,
04.11.2010, 22:02
- Anspruchsdenken -
ajki,
05.11.2010, 12:32
- trojanische Pferde -
Borat Sagdijev,
05.11.2010, 17:39
- trojanische Pferde - kein abel, 05.11.2010, 18:34
- trojanische Pferde -
Borat Sagdijev,
05.11.2010, 17:39
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Royal Bavarian,
04.11.2010, 10:51