Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Neoliberalismus: Von der Freiheit, in Armut leben zu "dürfen"

Royal Bavarian, St. Rückleuchtentupfen, Thursday, 04.11.2010, 10:51 (vor 5550 Tagen) @ Das Edle Schnabeltier

Ein Libertärer hat in der Welt einen Artikel rausgekotzt, der bestimmt
auch der rechten Pest hier gefällt, der Spiegelfechter leuchtet ihm Heim:

... der Spiegelfechter hält sich eine trübe Talgfunzel vors Gesicht und sengt sich dabei die Nasenhaare an. Das ist alles.

"Armut öffnet die Schleusen des Anspruchsdenkens" ist zwar zu generalisiert ausgedrückt, allerdings ist es auch verfehlt, in Deutschland überhaupt von Armut zu sprechen. Was es gibt, ist "relative Armut". Und die öffnet tatsächlich die Schleusen des Anspruchsdenkens. Sarrazin hat das eindrucksvoll belegt. Die Schleusentoröffner des Anspruchsdenkens sind Linke und Wohlfahrtsverbände, deren Existenz davon abhängt, daß die relative Armut nicht abnimmt. Im übrigen ist es verfehlt, die relative Armut als ein rein materielles Problem zu begreifen. Oft genug ist nämlich die Armut im Geiste ursächlich für die relative, materielle Armut. Wer im Yachthafen von Cannes nur eine 8-Meter-Yacht liegen hat, ist relativ arm. Die Armut im Geiste ist allerdings in Deutschland das größere Problem - und die wird nicht etwa bekämpft, sondern gefördert, wo es nur geht.

Glück(lichsein) ist der Gradmesser für ein gelungenes Leben. Und dieses Glücklichsein hängt nicht ausschließlich an Absenz der relativen Armut. Keiner, der in Deutschland in relativer Armut lebt, ist automatisch zur Verblödung verdammt. Übrigens: Nach Sarrazin sind die Haushalte mit der größten relativen Armut auch diejenigen, in denen die modernste Unterhaltungselektronik zu finden ist.

Nichts zu danken - Max


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