Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: http://www.frau-am-steuer.de/ Schauts euch an !

Max, Friday, 25.03.2005, 10:55 (vor 7621 Tagen) @ Wodan

Als Antwort auf: Re: http://www.frau-am-steuer.de/ Schauts euch an ! von Wodan am 24. März 2005 23:19:55:

Hi Wodan,

Liegen die Nerven beim Thema Autofahren wirklich so blank?

...nein, beim eigentlichen Fahren nicht. Wenn ich mir aber anschaue, wie das Thema Verkehrssicherheit in der Öffentlichkeit behandelt wird und wer exclusiv und immer den schwarzen Peter zugeschoben bekommt, dann schwillt mir der Kamm. Du hast sicher schon mal eine dieser "Reportagen" gesehen, die mit Videomaterial aus Zivilfahrzeugen der Polizei "gewürzt" sind und die regelmässig die sog. "Raser und Drängler" anprangern, oder?
In einem dieser Videos war zu beobachten, wie ein BMW (auf der linken von drei Spuren) seine Überholabsicht zunächst mit Blinker anzeigt, dann mit Lichthupe und schließlich mit Fernlicht dicht auffährt - dazu ein Kommentar aus dem Off, in dem sich der Sprecher vor "fassungsloser Empörung" fast überschlug. Und jetzt kommt´s: Das zog sich über eine ganze Weile hin und während dieser ganzen Zeit hat dieser Videowagen nicht ein einziges anderes Fahrzeug überholt, sondern die linke Spur blockiert. Das war das, was mir an diesem Video aufgefallen ist.

Ich bin jedes Jahr zwischen 100.000 und 120.000 Kilometer da draussen unterwegs und ich schwöre Dir: Ich habe es sehr selten erlebt, daß einer völlig grundlos angefangen hätte, andere Verkehrsteilnehmer zu bedrängen oder zu nötigen. Diese "Raser und Drängler" fallen nicht einfach so vom Himmel, sondern die werden gemacht - und zwar vom Kollektiv der Schnarchnasen, das im prallen Bewußtsein vor sich hin dilettiert, daß jeder, der schneller ist als sie selbst, ein unverantwortlicher Raser ist, der ruhig ein bißchen ausgebremst und gemaßregelt werden darf.

Es bleiben von der Polizei unbehelligt alle, die -
- nie blinken
- auf einem Beschleunigungsstreifen nie beschleunigen
- Mittel- und linke Spur blockieren
- minimale Differenzgeschwindigkeiten beim Überholen haben
- andere ausbremsen
- auf Busparkplätzen parken

und sich generell in verkehrstechnischer Interaktionsverweigerung üben.

Das Kardinalproblem auf den Strassen sind diese überforderten, gewissen- und gedankenlosen Penner, die sich noch zu keinem Zeitpunkt jemals Gedanken darüber gemacht haben, wie tödlich schon die (kleinen) Geschwindigkeiten sein können, mit denen sie selbst unterwegs sind und in welcher Weise sie das Gesamtgeschehen um sich herum beeinflussen. Das ließe sich zwar ändern, wäre allerdings mit einem Kosten- und Personalaufwand verbunden, der ungleich höher ist, als derjenige, den es braucht, um Geschwindigkeiten zu messen. Also tut man nur das und erwischt logischerweise immer nur die, denen angesichts von Schnarchnase Nummer 300 (verständlicherweise) die Sicherung durchgebrannt ist. Schnarchnase Nummer 300 selbst hält sich allerdings für einen unschuldigen Einzelfall und glaubt in seiner Einfalt tatsächlich, daß der Drängler hinter ihm ein bißchen sehr überzieht.

Wo ist in all´ dem der Bezug zum Forenthema?

Der Bezug ist Folgender: Es handelt sich bei der öffentlichen Behandlung des Themas Strassenverkehr um genau dieselbe mainstreamige Ignoranz, mit der das Geschlechterverhältnis behandelt wird. Und dieser Ignoranz wohnt nebenbei eine scheussliche Perfidie inne.
Daß nach Jahrzehnten schwachsinniger feministischer Indoktrination einigen Männern anfangen, die Sicherungen durchzubrennen und sie Dinge fordern und Meinungen äußern, die sie nie äußern würden, wenn man sie nicht bis auf´s Blut gereizt hätte, das wirft man ihnen heute vor. Es ist in diesem Lande an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten, daß immer der Aggressive an den Pranger gestellt wird, während die Verursacher von Aggression unbehelligt bleiben - und, sozusagen als Krönung, auch noch mit dem Finger anklagend auf denjenigen zeigen dürfen, den sie selbst vorher haben ausrasten lassen.
Nach Jahrzehnten, in denen sich der Emanzipationsgedanke der Frau über das Stadium des staatsgeförderten Feminismus hin zu einem reinen, völlig ungerechten und ungerechtfertigten Frauenlobbyismus entwickelt hat, rasten Männer langsam aus. Entrechtete Väter greifen zu drastischen Maßnahmen und spektakulären Aktionen - und kriegen das ausgerechnet von denen auf´s Brot geschmiert, die in den Jahrzehnten vorher jedes Empfinden für Gerechtigkeit und Fairness mit den Füssen getreten haben. Es ginge ja auch andersherum: Es könnte ja behauptet werden, daß Männer ein außerordentlich friedliches Geschlecht seien, bei der Anzahl von Jahren, in denen sie sich die feministische Verächtlichmachung haben widerspruchslos gefallen lassen.

Nein, es ist wirklich nicht das Fahren, das einen aufregt. Die durch und durch verlogen Diskussion darüber - die regt einen auf.

Freundlicher Gruß - Max


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