Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die Sicht eines ›Mannes‹ zur Emanzipation

Naismith, Wednesday, 23.03.2005, 13:19 (vor 7622 Tagen) @ steffenaushessen

Als Antwort auf: Die Sicht eines ›Mannes‹ zur Emanzipation von steffenaushessen am 23. März 2005 10:18:39:

Hallo Steffen,

selten so viel Bullshit gelesen, aber da du so ausführlich bist, versuche ich sachlich zu bleiben. Nun denn...

Als Sozialwissenschaftler kenne ich mich von Berufswegen mit den demographischen Begebenheiten in Europa bestens aus.

Dazu kommen wir noch ...

... Für die anderen empfehle ich ein Vergleich der freiheitlichen Grundrechte der BRD und der tatsächlichen sozioökonomischen Situation von Mann und Frau in diesem Land.

Wäre schön gewesen, hier etwas von dir darüber zu erfahren. Leider hast du nur dubiose Zahlen quer über den ganzen Globus für uns...

Ihr werdet nicht verhindern, dass in den nächsten Jahren „die ersten“ Frauen in den Vorstand von VW einziehen werden.

Überraschung! Wollen wir gar nicht.

(Abgesehen von Diskriminierung gibt es hierfür ja wohl keine Entschuldigung oder?)

Schön dass du fragst. Doch es gibt welche (Siehe z.B. "Das dämliche Geschlecht" von Barbara Bierach oder die geschlechtsspezifische Verteilung bei extremer Begabung).

Es ist bekannt, dass Frauen in allen aktuellen psychometrischen Intelligenztests mindestens genauso gut abschneiden als Männer.

"Es ist bekannt ..." - und du willst Wissenschaftler sein? Übrigens: Das "mindestens" kannst du getrost streichen. Das ist wirklich bekannt.

Trotzdem:

Arbeit/ Eigentum
99 % des Gesamteigentums dieses Planeten sind in den Händen von Männern.

Quelle? Wie siehts in Deutschland aus? (Selbst die UNO-Zahlen, die auch regelmäßig ohne den geringsten Beleg rezipiert werden, sind nicht so extrem)

10 % des Welteinkommens gehen an Frauen.

Quelle? Wie siehts in Deutschland aus? Wie wärs mal mit einem Kaufkraftvergleich?

80 % der Nahrungsmittel auf dieser Welt werden von Frauen produziert.

Quelle? 80% der Nahrungsmittel auf dieser Welt werden von den Industrieländern produziert. Dort arbeiten in der Landwirtschaft hauptsächlich Männer.

25 % beträgt der Unterschied zwischen einem "Frauen"- und einem "Männergehalt"

10,7 % beträgt der Unterschied zwischen "Frauen"- und "Männergehältern" bei gleicher Arbeitszeit.

sie dazu den Artikel der amerikanischen Feministin Wendy McElroy über ein Buch von Warren Farrell.

80 % aller Teilzeitjobs werden von Frauen ausgeführt.

Es ist arogant, hier den Frauen ihre freie Entscheidung abzusprechen. Leider finde ich die Umfrage nicht mehr (vor ca. 1 Monat) in der Frauen angaben, am liebsten Teilzeit arbeiten zu wollen. Ich würde auch gerne Teilzeit arbeiten. Geht aber nicht, weil ich meinen Lebensunterhalt selbst verdienen muss.

35 % weniger Rente als Männer bekommen Frauen im Angestelltenverhältnis und bei nicht
unterbrochener Berufstätigkeit
56 % weniger Rente bekommen Frauen im Angestelltenverhältnis und bei unterbrochener
Berufstätigkeit

Die Rentenbezugsdauer ist bei Frauen über 60% höher. Eine Ursache ist übrigens dass die überwiegende Mehrzahl der gesundheitsschädlichen Jobs von Männern ausgeübt werden. Die Konzentration der Politik auf Frauengesundheit ist ein weiterer...

Unbezahlte Arbeit
80 % der Haushaltsarbeiten in Europa werden unbezahlt durch Frauen erledigt

wozu mal wieder nicht zählt Gartenarbeit, Einkaufen, Renovieren, Reparaturen, Autopflege, Rechnungen und Formulare usw.

Unbezahlte Arbeit

wozu mal wieder nicht zählt Engagement in Politik, Verbänden, Vereinen, usw.

11 Minuten pro Tag kümmern sich Väter durchschnittlich um die Bedürfnisse ihrer Kinder,
Mütter kommen auf 38 Minuten

Quelle? (Aber wenn man das niedrigere Arbeitspensum anschaut müsste der Unterschied größer sein...)

Bildung
75 Millionen Mädchen gehen weltweit nicht zur Schule. Das sind 2/3 aller Kinder, die keinen
Zugang zu Bildung haben.
Der Unterschied der Einschulungsrate zwischen Mädchen und Jungen liegt in 22
afrikanischen und 9 asiatischen Ländern bei 80 %.
Politik

Und wieder zurück nach Deutschland. Jungen sind in der Bildung längst erwiesenermaßen benachteiligt. Müsste ein Sozialwissenschaftler eigentlich wissen...

46 % der deutschen Ministerposten sind in weiblichen Händen, jedoch keine der Schlüsselpositionen wie Wirtschafts-, Finanz-, Innen- oder Außenministerium.

Der Anteil ist viel größer als der Anteil an den Parteimitgliedern. In der Politik werden Frauen also bevorzugt. Versuchen Sie mal als Mann bei den Grünen einen Listenplatz zu kriegen... (ja, auch bei den Grünen sind die Frauen in der Minderheit)

32 % der deutschen Abgeordneten im Bundestag sind Frauen.

siehe oben.

Ein weiteres sehr gutes Zitat:
Unter dem Kampf gegen sexistische Praktiken in der Politik versteht
die maskulistische Bewegung das Verbot jedweder Quoten für die Aufstellung
von Frauen als Kandidaten für Ämter oder auf Wahllisten.

Ah, die Abschaffung von Quoten... *seufz*. Interessanterweise wird das von vielen Frauen gefordert, die es "geschafft" haben. Ich kann auch gut nachvollziehen, dass man irgendwann mal für die eigene Leistung respektiert werden möchte.
Achtung Meinung: Diskriminierung lässt sich nicht an Prozentzahlen ablesen. Ich denke dass Quoten die Diskriminierung zementieren. Es heißt nicht umsonst "Quotenfrau!". Und es ist nun einmal ein Effekt der Quote, dass Rang nicht immer mit Talent harmoniert (Kann man an deutschen Spitzenpolitikerinnen schön nachvollziehen).

Sexistisch ist es
für den Maskulisten keinesfalls, wenn das Leben in Politik und Familie so
organisiert ist, dass es wie selbstverständlich bei der Frau liegt, den
Haushalt und die Kinder zu versorgen, bevor sie zu ihrer Versammlung geht.

Reiner Blödsinn. Die gleichberechtigte Teilnahme an der Erwerbsarbeit ist eine maskulistische Forderung. Den Zahlesel spielen die wenigsten gerne. Btw.: Woher kommt eigentlich dieser pseudowissenschaftliche Tonfall in deinem "Zitat". Die Arbeit zum "Maskulismus" würde ich gerne mal lesen...

Nein, Sexismus findet seinen Ausdruck in erster Linie in dieser
gewohnheitsmäßigen Attitüde, durch eine Frau versorgt zu werden (Haushalt,
Gesundheitspflege, sexuelle "Versorgung", Organisation des Lebens) - ist man
dann einmal geschieden, so tut man sich schwer mit seiner Rolle als
Erwachsener.

Worin besteht denn die Rolle als Erwachsener mit der mann sich schwer tut? Dass man urplötzlich auf einen Schlag aus heiterem Himmel nicht mehr von der Frau versorgt wird, sondern diese versorgen muss? hehe, Realsatire vom feinsten.

Naismith


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