Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Schule und Jungen

Morb, Wednesday, 16.02.2005, 00:35 (vor 7658 Tagen) @ Mikael

Als Antwort auf: Re: Schule und Jungen von Mikael am 15. Februar 2005 21:19:22:

Folglich bin ich auf Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten von Lehrern geradezu umzingelt, und ich kann dir sagen, Mädchen werden sehr wohl bevorzugt, mehr bewusst als unbewusst.
Gruß
Morb

Auch ich habe viel mit Lehrern und Lehrerinnen zu tun. Mädchen gelten als "pflegeleichter" und passen sich leichter an.

So scheint es auf den ersten Blick, aber kann es nicht sein, dass es in Wirklichkeit umgekehrt ist: die Schule, der Unterricht wurde vollständig auf Mädchen ausgerichtet?
Ich musste zu meiner Abendgymnasiumzeit 1988 im Deutschunterricht 'Effi Briest' und 'Wie kommt das Salz ins Meer' lesen, wirklich harte Brocken.

Wenn man Jungen nicht die Konsequenzen ihres Verhaltens (das ihnen letzendlich selber schadet, z.B. Mädchen machen öfter das Abitur als Jungen) deutlich macht, dann schaden sie sich letzendlich selbst.

Ja, selbst schuld, die kleinen Männer.

Das Problem ist, dass Lehrer vormittags die Kinder "erziehen" sollen (wird von den Eltern so eingefordert) ohne wirksame Erziehungsmittel zu haben. Wenn ein Schüler wirklich nicht kooperieren will, kann der einzelne Lehrer nichts tun, dafür gibt es dann Konferenzen...
Das wissen natürlich die Schüler. Resultat: Es kommt oft zum "laissez-faire": warum sollte ein Lehrer den Eltern deren ureigenste Aufgabe, die Erziehung der Kinder (vor allem der problematischen Fälle) abnehmen ?
Worauf ich hinaus will: Benachteiligung der Jungen in der Schule ist ein gesellschaftliches Problem, wozu auch die politisch-rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen zählen. Die Schuld nur auf die Lehrer zu schieben, ist zu einfach gedacht. Schule als Institution muss sich an Recht und Gesetz halten.

Es gibt eine Studie aus Israel, nach der Jungen - bei gleicher Leistung - schlechtere Noten erhalten, als Mädchen (findes du bestimmt bei Google).
Dafür politisch-rechtliche, soziale oder gesellschaftliche Rahmenbedingungen verantwortlich zu machen, das ist zu einfach gedacht. Hier steht jeder Lehrer persönlich in der Verantwortung.

Analog gedachr: Man gibt ja auch nicht Richtern die Schuld für die Gesetze, die ihren Urteilen zu Grunde liegen.

Für Fehlurteile schon.

Lehrer sind übrigens wie die meisten anderen Menschen auch: Sie sehen oft nicht über den Tellerrand ihres kleinen Mikrokosmos hinweg und sehen die größeren Zusammenhänge nicht.
Gruß !

'Wenn du auf einem toten Pferd sitzt, dann steig ab'
Indianisches Sprichwort.
Ein Rundbrief, der jetzt bei vielen Lehrern zu finden ist.
Zusammenhang: Man will Schüler, die die geforderten Leistungen nicht, oder nicht schnell genug, erbringen (oder sonst wie 'stören'), schneller loswerden, also in Haupschulen und Sonderschulen abschieben.
Da sind schlechte Noten immer hilfreich.
Ich weiß nicht, wie es bei 'deinen' Lehrern ist, meine Nutzen dieses Instrument schon, um 'Störer' loszuwerden.

Gruß
Morb


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