Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Warum sind Frauen rassistischer als Männer?

Arne Hoffmann, Saturday, 15.01.2005, 12:11 (vor 7690 Tagen)

„Friedfertig, mitfühlend, hilfsbereit und den Schwachen zugewandt, so der klassische Idealtypus von Frauen. Im Kulturgut ist dieses Bild weitergetragen durch Mythen von mildtätigen Frauen, Stifterinnen wie der Heiligen Elisabeth, Mutter Theresa oder Prinzessin Diana. Frauen selbst teilen diesen Mythos und beschreiben sich als mitfühlend, kooperativ und unterordnend.“ Bessere Menschen eben. Tatsächlich aber, so führen Beate Küpper und Wilhelm Heitmeyer in ihrer Studie „Feindselige Frauen“ weiter aus (in: „Deutsche Zustände, Folge 3“, hrsg. von Wilhelm Heitmeyer, Suhrkamp 2005), zeige sich seit längerem in Umfragen wie auch dem aktuellen GMF-Survey, dass Frauen „im Vergleich zu Männern signifikant fremdenfeindlicher, rassistischer und islamophobischer“ seien, „d.h. „ihre Feindseligkeit richtet sich mehr als die von Männern gegen Ausländer, Andersfarbige und Moslems.“ Dafür seien Männer feindseliger gegenüber Juden, Homosexuellen und Behinderten. „In Vorurteilen gegenüber Obdachlosen, Frauen (!) und in der Zustimmung zu Etabliertenvorrechten unterscheiden sich beide Geschlechter nicht.“ Nach Vorurteilen gegenüber Männern fragten die Forscher nicht, da sie Sexismus als „Demonstration der Überlegenheit des Mannes und fixierter Rollenzuweisungen an Frauen“ definierten.

Als Erklärungsmodelle für die größere Fremdenfeindlichkeit der Frauen liefern die Autoren
a) eine archaische Angst vor dem „vergewaltigungsbereiten (…) schwarzen Mann“,
b) das Bedürfnis von Frauen, als „Mütter der Nation“ ihre Zugehörigkeit zu „Heim, Hof und Heimat“ zu betonen, damit einhergehend die Welt in Zugehörige („wir“) und Nicht-Zugehörige („die“) aufzuteilen und Fremde auszugrenzen,
c) den Umstand, dass Frauen sich häufig als Hüter/Bewahrer traditioneller Werte sehen, die nach außen verteidigt werden müssen. Auch könnten Frauen, die einen gesellschaftlichen Rang weder durch einen Ehemann definieren könnten noch durch eigene Leistung erkämpft hätten, eher dazu neigen, ihren eigenen Status durch die Abwertung noch statusniedrigerer Gruppen anzuheben.

Bei einer näheren Überprüfung konnten Erklärungsmodelle a) und b) zunächst eher bestätigt werden als Modell c), wobei aber vielleicht allen drei Modellen ein gemeinsamer Kern zugrunde läge. Als besonders verbreitet zeigten sich die problematisierte Einstellungen unter niedrig qualifizierten ostdeutschen Frauen. Die Forscher merken an, dass bislang wenig untersucht wurde, ob und warum Frauen „(auch) menschenfeindlich“ seien.

Arne


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