Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Was ist die männliche Rolle bei Abtreibungen?

Naismith, Saturday, 08.01.2005, 22:22 (vor 7697 Tagen) @ D.C.

Als Antwort auf: Was ist die männliche Rolle bei Abtreibungen? von D.C. am 08. Januar 2005 16:54:45:

Da das ja hier ein Männerforum ist, hätte ich erwartet, dass sich zum Beispiel auch beim Thema Abtreibung mit der männlichen Rolle bei Abtreibungen auseinandergesetzt wird.

Ich glaube nicht, dass es hier überhaupt so etwas wie eine "männliche Rolle" gibt - dazu sind die Einzelfälle zu verschieden. Mal so vor mich hin philosophiert, würde ich als Mann versuchen, sie bei der Entscheidung zu unterstützen, egal wie sie ausfällt. Schließlich gibt es außer der juristischen auch eine ethische Verantwortung (worauf du ja hinauswillst).

De jure ist der Fall klar: Sie kann entscheiden (sogar frei von materiellen Erwägungen), wie du ja auch schon festgestellt hast. Der Gesetzgeber gibt ihr damit die volle Verantwortung, wie ja auch von der Frauenbewegung gefordert ("Mein Bauch gehört mir").
Ich denke, dass das auch de facto so ist. Immerhin agieren beide nicht im luftleeren Raum, sondern es gibt Familie, Freunde und Beratungsstellen.
Zum Beleg: Bei dem einzigen mir bekannten Abtreibungsfall in meinem Freundeskreis wollte er das Kind und sie nicht.

Macht es für die Entscheidung der Frau für oder gegen die Schwangerschaft einen Unterschied, ob der Erzeuger sagt "das schaffen WIR schon" und dann auch konkret wird? Oder ob er sagt "ich will das Balg nicht, sieh zu wie du damit fertigwirst, von mir kriegst du keinen Cent" oder gleich fordert "treib ab"?

Diese Frage hat für mich zwei unangenehme Beigeschmäcker:
1. Die übliche männliche Selbstbezichtigung (bzw. Bezichtigung der anderen Männer) ala "Inwiefern ist eigentlich das Patriarchat schuld an dem ganzen Schlamassel?". Die Frage nach den Männern bei Abtreibungen kann man auch offener angehen (Herr Amendt verwendet dafür den passenden Begriff "Vorwurfskultur").
2. Sie ist auf gewisse Weise antiemanzipatorisch (sorry :-), weil sie der Frau ihre in eigener Verantwortung und freiem Willen getroffene Entscheidung, die ihr juristisch in reinster Form zugestanden wird, abspricht. Frauen tun nicht immer, was Männer ihnen sagen. Es kündet für mich von Respekt, ihnen das auch zuzugestehen.
Trotzdem eine Antwort darauf, wenn auch in Form einer Gegenfrage: Sollte ein Mann, der das Kind nicht will, denn sagen "das schaffen wir schon"?

Regards


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