Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Das Schweigen der Männer

Eugen Prinz, Thursday, 23.12.2004, 16:09 (vor 7713 Tagen) @ Norbert

Als Antwort auf: Re: Das Schweigen der Männer von Norbert am 23. Dezember 2004 13:32:45:

Ich kann Amendts Analyse nicht ganz teilen. Wenn das Gros der Männer zu den dreisten, männerdiskriminierenden Kampagnen schweigt, dann m.E. noch am wenigsten, weil es sich "die alte feministische Vorwurfskultur zu ihrem Kompaß" macht, wie Amendt schreibt, im Klartext also - weil es schuldbewusst den Schwanz einziehen würde.

Es gibt vielleicht doch andere Gründe, warum Männer schweigen.

1. Desinteresse:
Es ist einfach wichtiger, den billigsten Surf-Tarif herauszufinden, als sich mit einem solchen Schmuddelkram zu beschäftigen. Das bringt doch nichts. Damit verdient man nichts. Diese Haltung ist sogar nachvollziehbar. Diese Kampagnen bringen ja auch nichts, außer einem schiefen Männerbild und einer Umschichtung von Fördermitteln. Sie sind von einer kleinen Minderheit initiiert und öffentlich finanziert. Der einzelne Mann sieht darin keinen Nachteil für sich, der irgendein aufwendiges Engagement rechtfertigen würde.

2. Ohnmachtsgefühle:
Was soll man dagegen machen? Die Medien - und dazu zählen eben auch solche Kampagnen, bestimmen das öffentliche Bild des Mannes. Da stecken Interessen von Leuten dahinter, die den Fuß in Tür haben, wenn es um öffentliche Einflussnahme geht. Gegen das Mediengeschrei eines Frauenrates oder einer Alice Schwarzer ist ja nicht anzukommen. Da kann man nur hoffen, dass es sich totläuft.

3. Selektive Wahrnehmung:
Auch die Kampagnen (von Amnesty usw.) stehen in einem Wettbewerb um Aufmerksamkeit. In unseren Kreisen hat man sich auf diese Themen konzentriert, man ist sensibilisiert für solche Fragen. Das ist aber die Ausnahme. Der durchschnittliche Mann weiß überhaupt nicht, was gemeint ist, wenn wir Männerdiskriminierung beklagen. Er fragt schlimmstenfalls saublöde: "Ist schon Karneval?" Und die Mehrheit registriert solche Kampagnen womöglich garnicht oder nimmt andere Probleme viel wichtiger.

Aber auch dies: Die Männer schweigen ja nicht! Gegen alle diese männerfeindlichen Kampagnen im frauen- und kinderfreundlichen Gewande haben sich in der letzten Zeit Männer, auch wir von Manndat, zu Wort gemeldet. Aber wir haben noch nicht genug öffentliches Gehör - offenbar auch nicht bei Prof. Amendt. Das Bild des schweigenden Mannes ist ja nur ein Bild, ein unzutreffendes noch dazu, zu dem auch Amendt indirekt beiträgt. Das müssen wir ändern. Dann kann er das nächste Mal vielleicht schreiben: "Das Schweigen eines kleinen Teils der Männer..."

Einen optimistischen Gruß in die Runde von Eugen


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