Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: D reformunfaehig?

Rüdiger, Wednesday, 08.12.2004, 19:32 (vor 7729 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: D reformunfaehig? von reinecke54 am 08. Dezember 2004 10:15:53:

Aber wie soll sich ein land reformieren, das nicht einmal ein
klitzekleines winziges rechtschreibrefoermchen zuegig durchziehen
konnte?

Die Schlechtschreibreform ist - trotz oder wegen des jahrzehntelangen Experten-Hickhacks - eine gänzlich überflüssige Kopfgeburt, so überflüssig wie ein zusätzliches Loch im Kopf, ein schlechter Kompromiß, in sich widersprüchlich und (weil viele Nuancen beseitigend) leserunfreundlicher als die alte; zudem wurde das, was den wohlweisen "Experten" in ihrem Elfenbeinturm in den Sinn kam, einfach so par ordre de moufti dem Rest des Volkes übergestülpt, ohne daß es im Volk oder auch nur im Parlament eine breite Debatte gegeben hätte (die hatten nämlich Angst, daß das Volk dagegen ist - und in Schleswig-Holstein wurde ein negativer Volksentscheid einfach von den Politikern beiseitegefegt). DAHER der Unmut - niemand läßt sich gerne bevormunden.

Aber wenn es über die Wehrpflicht eine breite Debatte gibt und die dann auch in einen Entschluß resultiert, etwa sie abzuschaffen - natürlich geht das auch in Deutschland, warum denn nicht?

Die Schlechtschreibreform als Beispiel für Deutschlands Reformfähigkeit anzuführen bringt mich jedes Mal in Rage, denn es kann doch wohl nicht angehen, daß Sinn und Zweck einer Reform überhaupt nicht zur Debatte stehen, so nach dem Motto: "Zwar ist diese Reform der reinste Blödsinn und überflüssig wie ein Kropf, aber wir werden die jetzt mal ganz autoritär und konsequent durchziehen, nur um zu beweisen, daß wir eine Reform durchziehen können." - Nee danke, SO nicht! Da regt sich der Unmut zu Recht. Wenn aber die Leute den Sinn einsehen, ziehen sie auch mit.

Gruß, Rüdiger


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