Re: Beim Fremdgehen vorn
Als Antwort auf: Re: Beim Fremdgehen vorn von Jolanda am 16. Oktober 2004 01:37:15:
So könnte es sein. Dazu ein recht interessanter Gedanke, geklaut aus einem anderen Forum:
Der Standardtext zum MÜ.
----Der Anfang fehtlt mir leider.
.......Wie bei jeder Statistik kommt es auch hier auf die Bezugsgruppe an !
Die Grafik über die Geschlechterverteilung in Deutschland die du ansprichst (war in Focus und Geo abgedruckt und ist irgendwo auch im Internet nachzulesen), bezog sich nur auf die Altersgruppe der "20-30-jährigen". - Dort gibt es, bezogen auf die Gesamtkohorte keinen signifikanten(!) Männerüberschuss, sondern praktisch nur regionale Disproportionalitäten.
Der *Männerüberschuss* ist ein Phänomen der Generation der "30-40-jährigen".
Die Ursache dieses MÜ liegt dabei in einer ungünstigen Kumulation von drei soziodemographischen Faktoren, die in dieser Konstellation nur in den Jahrgängen 1964 1974 aufgetreten sind, nicht jedoch in den Jahren davor oder danach. Erst für die (Wende-)Jahrgänge 1989 1994 wird wieder eine ähnliche Situation prognostiziert, bis dahin ist aber noch etwas Zeit.
1. Frauen suchen sich (jedenfalls im statistischen Mittel) eher etwas ältere Männer als Lebenspartner aus, bzw. es streben umgekehrt Männer nach etwas jüngeren Frauen. Statistisch erfasst und nachweisbar ist dies zwar nur für formelle Eheschließungen (dort beträgt der Altersunterschied der Geschlechter seit über 50 Jahren konstant zwischen 2,5 und 3 Jahren), doch genügt bereits ein kurzer Blick in die Heiratsanzeigen einer belieben Tageszeitung, um zu erkennen, dass es sich hierbei nicht nur um einen höchst unwahrscheinlichen Zufall handelt, sondern vielmehr ein allgemeines Schema der menschlichen Partnerwahl vorliegt. Die Erklärung der Ursachen dieses Partnerwahlschemas kann dabei den Psychologen und Biologen überlassen bleiben.
2. Seit dem berühmten Pillenknick (im Jahr 1964) bis hin zum Jahr 1975 ist die Geburtenzahl in (Gesamt-)Deutschland konstant in jedem Jahr gesunken; d.h. in jedem dieser Jahre wurden absolut weniger Kinder geboren als im vorangegangenen Jahr. Insgesamt hat sich die Geburtenzahl in dieser Zeit fast halbiert. So stehen heute (unter Berücksichtigung von Zuwanderungen, Wegzügen und Todesfällen) den 1,4 Mio. Mitgliedern des Jahrgangs 1964 nur rund 850 Tsd. Personen mit Geburtsjahr 1975 gegenüber.
3. In jedem Geburtenjahrgang besteht ein konstantes Geschlechterverhältnis (Sexualproportion) von etwa 100:106. D.h. auf 100 Mädchen werden 106 Jungen geboren. Anders als in früheren Jahrhunderten (oder auch in Entwicklungsländern) nivelliert sich diese Disproportionalität heute nicht mehr durch eine erhöhte Säuglingssterblichkeit bei Jungen sondern sie bleibt bis zu einem Alter von ca. 60 Jahren erhalten; erst danach übersteigt die Zahl der Frauen eines Jahrgangs diejenige der Männer.
Die Kumulation dieser drei Faktoren bewirkt nun, dass z.B. dem Männerjahrgang 1970 mit 592.000 Männern lediglich 439.500 Frauen des Jahrgangs 1973 als potentielle Partnerinnen (mit einem statistischen Altersabstand von 2,5 3 Jahren) gegenüberstehen; mithin eine Partnerinnenlücke von rechnerisch 152.500 Frauen (= 26 %) besteht.
Realitätsnäher ist es jedoch, anstelle der Betrachtung einzelner isolierter Jahrgänge, größere Alterskohorten von z.B. 5 Jahren zu untersuchen. Doch auch dann ändert sich im Ergebnis wenig: So beträgt der Männerüberschuss der Kohorte 1968 1972 (2.970.500 Männer) über denjenigen der Frauenkohorte 1970 1974 (2.451.500 Frauen) immerhin noch rund 17,5 % (519.000 Männer).
Dieser Wert entspricht im Übrigen eigentlich nicht mehr überraschend genau dem durchschnittlichen überschießenden Anteil der kinderlosen Männer über demjenigen der kinderlosen Frauen bezogen auf die Altersgruppe der 30-35-jährigen. Auf eine kinderlose Frau der Altersgruppe "30-35" kommen 1,25 kinderlose Männer derselben Altersgruppe.
Dieses Ergebnis wäre ohne MÜ völlig unverständlich, ja geradezu statistisch paradox. Denn da zur Fortpflanzung immer noch beide Geschlechter erforderlich sind und das Modell August der Starke (mehrere Kinder von verschiedenen Frauen) schon aus Unterhaltsgründen in Deutschland nicht wesentlich weiter verbreitet ist als der umgekehrte Fall (mehrere Kinder von verschiedenen Männern), müsste sich der Anteil der *kinderlosen Frauen und Männer* zumindest in größeren Betrachtungszeiträumen einander angleichen. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall: In den Jahrgängen 1964 1974 nimmt der prozentuale(!) Abstand mit zunehmendem Lebensalter nicht etwa ab, sondern sogar noch zu was sich statistisch befriedigend ausschließlich mit dem Phänomen der Partnerlücke erklären lässt.
Die Männer der betroffenen Jahrgänge verweigern sich dabei nicht etwa der Fortpflanzung (jedenfalls nicht häufiger als Frauen gleichen Alters und Bildungsstandes auch) sondern sie finden nur ganz einfach wesentlich seltener eine dauerhafte Lebenspartnerin bzw. potentielle Ehefrau. Für jeden sechsten Mann der Altersgruppe 30 - 40 wird diese Partnersuche sogar lebenslang erfolglos bleiben; wofür er sich dann zu allem Überfluss auch noch vor Familie, Freunden und Staat (als egoistischer Single) rechtfertigen muss.
[Datenquellen hierzu:
1. Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2003
2. Youhua Chen: Engpässe aufgrund ungleicher Sexualproportion auf den Heiratsmärkten Chinas und der Europäischen Union, insbesondere Deutschlands, Universität Marburg, 2001]
Copyright Alberich
Also gab es nach dem Krieg viele ungebundene Frauen, die sich zur Befriedigung ihrer sexuellen Ansprüche an verheiratete Männer halten mußten, weil keine ungebundenen mehr zur Verfügung standen. Manch ein Mann hat die Gunst damals eben genutzt - und dafür heißt es seitdem pauschal "Männer sind Schweine".
Heute ist die Situation umgekehrt, sogar verschärft dadurch, daß eine Frau keine Beziehung mehr braucht, um einen Versorger zu haben. Insofern logisch, daß es jetzt die Frauen sind, die diese Freiheit nutzen. Natürlich heißt es jetzt nicht "Frauen sind Huren", nein - "Männer können noch was lernen"... Ob eigentlich in den 50ern, vor der Zeit der Emanzipation, im tiefsten Patriarchat, jemals ein Mann den betrogenen Frauen verkündet hat, sie sollten doch von ihren Männern lernen wie man's macht?
gesamter Thread:
- Beim Fremdgehen vorn -
Andreas,
15.10.2004, 02:26
- Bezeichnend... - Frank, 15.10.2004, 12:02
- Re: Beim Fremdgehen vorn - Sebastian, 15.10.2004, 12:35
- Re: Beim Fremdgehen vorn ... und die Deppen schauen zu. -
Sven,
15.10.2004, 14:15
- Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... -
Sven,
15.10.2004, 19:42
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... - Guildo, 15.10.2004, 20:06
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... -
crazyPhil,
15.10.2004, 21:11
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... -
Sven,
15.10.2004, 23:12
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... - crazyPhil, 16.10.2004, 01:39
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... -
Friedwilli,
16.10.2004, 00:23
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... -
Peter,
16.10.2004, 01:18
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... - Friedwilli, 16.10.2004, 13:29
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... - Odin, 16.10.2004, 23:19
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... -
Jolanda,
16.10.2004, 04:40
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... - Friedwilli, 16.10.2004, 13:22
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... -
Peter,
16.10.2004, 01:18
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... -
Peter,
16.10.2004, 01:17
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... - Nick, 16.10.2004, 05:54
- Re: Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... -
Sven,
15.10.2004, 23:12
- Die Therapeutin rät: Die Werbephase aufrechterhalten... -
Sven,
15.10.2004, 19:42
- Re: Beim Fremdgehen vorn - Alex, der Eidgenosse, 15.10.2004, 14:40
- Re: Beim Fremdgehen vorn -
Ein Fragender,
15.10.2004, 23:33
- Re: Beim Fremdgehen vorn -
Peter,
16.10.2004, 01:14
- Re: Beim Fremdgehen vorn - Jolanda, 16.10.2004, 04:42
- Re: Beim Fremdgehen vorn -
Jolanda,
16.10.2004, 04:37
- Re: Beim Fremdgehen vorn -
stiller Mitleser ;-),
16.10.2004, 19:19
- Re: die Maenner -
Peter,
16.10.2004, 19:44
- Re: die Maenner - Peter, 16.10.2004, 19:54
- Re: die Maenner -
Peter,
16.10.2004, 19:44
- Re: Beim Fremdgehen vorn -
stiller Mitleser ;-),
16.10.2004, 19:19
- Re: Beim Fremdgehen vorn - Odin, 16.10.2004, 23:02
- Re: Beim Fremdgehen vorn -
Peter,
16.10.2004, 01:14
- Re: Beim Fremdgehen vorn - Indiana Jones, 16.10.2004, 16:45
- Schöner Kommentar aus Österreich - Frank , 16.10.2004, 20:31