Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Es ist eine Schande :-)

Guildo, Sunday, 26.09.2004, 17:17 (vor 7802 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Es ist eine Schande :-) von Jolanda am 24. September 2004 02:18:25:

Liebe Jolanda,

ich wollte nur deutlich herausstellen, dass die sogenannte Familienarbeit etwas ist, das jeder leisten muss. Auch ein Jungeselle ohne Frau und Kinder hat Verwandschaft, um die er sich kümmern muss, hat einen Haushalt, den es zu führen gilt. Oder um es mal plakativ auszudrücken: Ob ich nun einen kleinen oder einen großen Topf auf dem Herd stelle, macht kaum Unterschied. Die Hausarbeit einer Nur-Hausfrau besteht aus lauter Dingen, die sie auch machen müsste, wäre sie ein berufstätiger Single.
Sie arbeitet definitiv also nicht für ihren Mann, sondern erledigt eben nur einige Tätigkeiten für ihn mit.

Mein Leben ist dass, was ich daraus mache.

Damit hast du ins Schwarze getroffen.
Was du so alles noch nebenbei machst: Meinen Respekt und meine Hochachtung hast du dafür!
Die von mir kritisierten Frauen, sind jene, die zwar die gleichen Möglichkeiten wie du haben, sich aber nur auf Putzen, Kochen und Kinder hüten beschränken. Was an sich ja nichts verwerfliches ist. Wenn eine Frau sich damit glücklich fühlt und halt ein ruhiges Leben haben möchte, warum nicht? Dummdreist wird es erst dann, wenn diese Arbeit mit Berufstätigkeit gleichgesetzt werden soll, wenn das als unbezahlte Dienstleistung an den Mann verstanden wird.

Dazu ein von Tommy verfasster Beitrag, den ich hier mir zu zitieren erlaube:

Hausfrauen - ein ökonomischer GAU?

Wir wollen die wechselseitigen Leistungen von Mann und Weib in einer Einverdiener-Partnerschaft hier einmal ganz nüchtern und detailliert gegenüberstellen.

Die "Leistung" einer typischen Nur-Hausfrau läßt sich heute thematisch wie folgt umreißen:

1.) Putzen, Kochen
2.) Kinderbetreuung, wenn welche da sind.

Die "Gegenleistung" des Mannes besteht typischerweise darin,

1. alle anderen Arbeiten im Haushalt zu übernehmen (Handwerker- und Hausmeisterfunktion)
2. in ergänzender Kinderbetreuung
3. in der Übernahme sämtlicher Kosten von Haushalt und Kindern
4. im Komplett-Unterhalt der werten Gattin
5. etc..

Eine überschlägige ökonomische Abwägung des Verhältnisses von weiblicher Leistung und männlicher Gegenleistung ergibt:

Putzen, Kochen
Die weibliche Leistung "Putzen, Kochen" ist durchaus "geldwert", aber mit kaum mehr als einem besseren Putzfrauengehalt zu veranschlagen. Selbst das trifft den Mann allerdings nur zur Hälfte: das Weib putzt und kocht ja vor allem auch für sich selbst.

Weiter dürfte diese weibliche Leistung in aller Regel bereits durch die oben erwähnte "Handwerker- und Hausmeisterfunktion" des Mannes, und, soweit er diese Aufgaben nicht persönlich wahrnimmt, durch vom Mann beschäftigte und bezahlte Dritte (Handwerker, Gärtner etc.) kompensiert, regelmäßig sogar überkompensiert sein. Da braucht man nur an Heizungs- und Elektroinstallationen und -Umbauten (Heizungsmodernisierung) zu denken.

Im Teilkomplex "Putzen, Kochen" vs. "Hausmeister, Handwerker" schlägt die Bilanz somit regelmäßig zugunsten des Mannes aus.

Kinderbetreuung

Sehr interessant, was Kinderbetreuung am freien Markt (Stichwort: Tagesmütter) kostet. Hier ein paar Beispiele:

Tarife von Tagesmüttern (umfaßt Verpflegung des Kindes!):
(Zu beachten: Einnahmen aus privater Tagespflege müssen nach Abzug von Selbstkosten für Verpflegung etc. auch noch versteuert werden.)

In Neustadt beträgt der Stundensatz 2,17 Euro für ein Kind von 0-6 Jahren, und 2,39 Euro bei 6-14 Jahren.

In Bad Dürkheim gelten Pflegesätze von monatlich zwischen 59 Euro bei 2h an 5 Tagen/Woche und 353 Euro bei 12 Stunden täglich.

Für die Stadt Essen werden (noch in DM) Stundensätze zwischen 6-10 DM und Monatssätze zwischen 290 DM bei 11-20 Stunden pro Woche bis 560 DM bei 31h und mehr genannt.

Quellen:
http://www.tagespflege-rheinpfalz.de/eltern/i09.htm
http://www.skf-essen.de/tagespflege.htm

Nehmen wir mal die Maximalwerte von Dürkheim:

12 Stunden täglich kosten danach 353 Euro monatlich. Naa, ist das inclusive Verpflegung viel, was wir Mami da gutschreiben könnten? Aber es kommt noch dicker.

Pappi kommt nämlich für die Verpflegung selbst auf. Wohl nicht zuviel, wenn ich deren Kosten auf 1/3 der 353 Euro veranschlage? Dann liegen wir für die reine Ganztagsbetreuung eines Kindes am freien Markt bei etwa 240 Euro pro Monat (Pappis vorab bezahlter Verpflegungsanteil 120 Euro).

Auch hier müssen wir die Beträge nochmals durch 2 dividieren: denn Kinderbetreuung ist sehr wohl eine eigene Pflicht auch von Mutti, nicht bloß "Dienst am Manne" ;-).

Rechnerisch treffen den Vater somit für die weibliche Rundum-Betreuung eines Kindes 120 Euro pro Monat minus halber eigener Verpflegungsanteil von Mami (60 Euro) = 60 Euro pro Monat.

Daß sich Pappi, wie erwähnt, sehr wohl auch selbst um das Kind kümmert, in höherem Alter oft sogar überwiegend und entscheidend, führt zu weiteren Abschlägen, die ich hier mal ganz gering mit 10 Euro bewerte, um überhaupt noch einen runden Betrag von 50 Euro für Mami übrig zu lassen.

Damit wäre wir schon am Ende des weiblichen "Leistungskatalogs".

Beim Haushalt (Putz) ergab sich kein weiblicher Überschuß, eher eine Negativbilanz.

Als Zwischenergebnis ermittelten wir sehr großzügig einen Überschuß von 50 Euro pro Kind, von Null, wenn keine da sind.

Damit sind wir allerdings noch keineswegs am Ende: denn jetzt kommt ja erst der noch keineswegs vollständig verrechnete männliche "Leistungsktalog"

1. Handwerker- und Hausmeisterfunktion im Haushalt
2. Ergänzende Kinderbetreuung
3. Übernahme sämtlicher Kosten von Haushalt und Kindern
4. Komplett-Unterhalt der Partnerin
5. etc...

Man mag es drehen und wenden wie man will:
Mutti leistet zwar rechnerisch einen Beitrag. Der ist ihr jedoch nur zur Hälfte anzurechnen, da sie bei Putz&Koch auch für sich selbst sorgt und für etwaige Kinder hälftig geradezustehen hat.

Was als rechnerischer Überschuß weiblicherseits bestenfalls übrig bleibt, sind 50 Euro pro Kind und Monat.

Dieser wird von Pappi allerdings 1.000%-ig überkompensiert. Allein der Unterhalt der Mutti dürfte das zehnfache kosten.

Woraus folgt:
Nur-Hausfrauen sind ökonomisch betrachtet das schlimmste nur denkbare Verlustgeschäft.

Damit will ich keineswegs die Hausarbeit als wertlos verdammen, aber wer ein "Hausfrauengehalt" fordert, muss sich mit solchen Zahlen auseinandersetzen.

Es grüßt dich der Guildo


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