Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Es ist eine Schande :-)

Garfield, Friday, 24.09.2004, 19:45 (vor 7805 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Es ist eine Schande :-) von Jolanda am 24. September 2004 02:18:25:

Hallo Jolanda!

"Was mich hier viel mehr stört, das ist, dass hier so getan wird, als wenn es eine Demütigung wäre, wenn man unentgeltlich seine Verwandtschaft pflegt."

Einen Aspekt muß man dabei auch noch sehen:

Viele Leute, die kranke Angehörige pflegen, tun das keineswegs selbstlos und unentgeltlich. Meist sind es ja alte Menschen, die gepflegt werden müssen. Die Menschen, die heute alt sind, bekommen aber nicht selten noch eine ganz gute Rente, und manche haben sich auch in den guten Zeiten, in denen sie erwerbstätig waren, ein kleines oder größeres Vermögen zusammen gespart.

Üblicherweise läuft das dann nach dem Motto "wer pflegt, der erbt" ab. Okay - nicht immer ist die Erbschaft dann später besonders üppig, aber es gibt immerhin etwas, und viele Menschen, die alte Angehörige pflegen, spekulieren tatsächlich darauf.

Dagegen ist ja auch gar nichts einzuwenden. Ich finde es durchaus in Ordnung, wenn jemand, der die Eltern oder Großeltern jahrelang gepflegt hat, nach ihrem Tod aus dem Erbe mehr bekommt als jemand, der sich nie bei den Eltern oder Großeltern hat blicken lassen. Dann kann man aber auch nicht behaupten, daß man die Pflege aufopferungsvoll und selbstlos ohne irgendeine Gegenleistung erbracht hätte, nur um so vielleicht irgendwoher noch mehr abzuschöpfen.

Dann gibt es auch noch diejenigen, die zwar keine Angehörigen pflegen, aber z.B. für die Oma Besorgungen erledigen - und sich die gut bezahlen lassen. Das habe ich auch schon in meiner Verwandtschaft erlebt. Da gab es so einige Spezialisten, die immer laut "hier" geschrien haben, sobald die Oma mal irgendwohin gefahren werden wollte. Dann war natürlich ganz zufällig immer der Tank leer, so daß man während der Fahrt tanken mußte - was dann selbstverständlich Oma bezahlt hat. Wenn man schon mal in der Tankstelle war, nahm man dann auch gleich noch ein paar Zeitschriften und einige Packungen Zigaretten mit, was Oma dann auch mitbezahlt hat. Und wenn das Auto mal kaputt war, ging man mit der Reparatur-Rechnung natürlich auch zu Oma, denn wie soll man sie denn fahren, wenn man das Auto nicht reparieren läßt? Und die neuen Winterreifen ließ man sich selbstverständlich auch von Oma bezahlen...

Wenn dann solche Leute auch noch Anerkennung und Steuergelder für ihre "aufopferungsvolle Pflege" beanspruchen, dann platzt mir echt die Hutschnur.

Herzliche Grüße
von Garfield


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