Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Frauen sparen anders

Garfield, Tuesday, 14.09.2004, 16:19 (vor 7815 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Frauen sparen anders von Andreas am 13. September 2004 23:30:17:

Hallo Andreas!

"Dass Frauen vorsichtiger agieren, liegt an der geschichtlichen Erfahrung", erläutert Buchautorin und Psychotherapeutin Ulla Sebastian. "Noch bis vor wenigen Jahrzehnten durften Frauen nicht arbeiten und ihr eigenes Geld verwalten. Geld war schon immer eine Männerdomäne. Viele reagieren aggressiv, wenn man sie ihnen streitig macht."

Das ist auch wieder so ein feministisches Märchen. Es war auch vor 50 Jahren schon so, daß meist die Frauen das Geld verwalteten. Die Männer verdienten es zwar mehrheitlich, aber sie lieferten es zum großen Teil brav zu Hause ab. Denn gerade Hausfrauen gingen ja tagsüber auch einkaufen, was den Männern bei den damals üblichen höheren Arbeitszeiten auch nur schwer möglich gewesen wäre.

Es kann also keine Rede davon sein, daß Geld schon immer eine Männerdomäne war. Es sah früher nicht wesentlich anders aus als heute. Schon im Mittelalter lief es bei kleinen Handwerkern häufig so, daß die Frauen die Produkte ihrer Männer auf dem Markt verkauften und somit zwangsläufig zuallererst in den Besitz des Geldes kamen. Bei reichen Leuten war es auch schon im Mittelalter üblich, daß eine Ehefrau entweder als Hausfrau zu Hause blieb oder aber ihr eigenes Geschäft betrieb. Mit einem eigenen Geschäft hatte sie dann auch ihr eigenes Geld.

Und die Hausfrauen neigten auch damals schon dazu, einen guten Teil des Einkommens ihrer Männer für sich selbst abzuzweigen. Zuweilen auch ohne Wissen des Mannes. So trafen sie sich tagsüber regelmäßig und tischten sich dabei die besten Speisen auf. Ihre Männer erfuhren davon meist nichts und bekamen abends irgendeinen billigen Fraß vorgesetzt. Diese Sitte war so verbreitet, daß sie in Büchern der damaligen Zeit erwähnt wurde. Sonst würden wir heute ja auch nichts davon wissen.

Zwar war es vor 50 Jahren üblich, daß ein Ehepaar nur ein Konto hatte. Das füllte dann üblicherweise aber der Ehemann mit seinem Lohn oder Gehalt, und seine Frau leerte es. Es war also keineswegs so, daß eine Frau kein eigenes Geld haben durfte. Ganz im Gegenteil: Das Geld des Ehemannes war immer auch ihr Geld. Zumindest war Hausarbeit damals noch anspruchsvoller als heute, so daß eine Hausfrau wenigstens noch entsprechend mehr tun mußte als heutzutage. Bei reichen Leuten wurde dafür aber auch damals schon Dienstpersonal engagiert.

Die arme, geknechtete Hausfrau, die vom Einkommen ihres Mannes keinen Pfennig sah, hat es auch vor 50 Jahren nicht gegeben.

Freundliche Grüße
von Garfield


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