Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Frauen sparen anders

Andreas, Tuesday, 14.09.2004, 02:30 (vor 7815 Tagen)



Montag, 13. September 2004
Der kleine Unterschied
Frauen sparen anders

Frauen shoppen ohne Ende und hatten als Mädchen statt Mathe-Unterricht die Masern. Klischees über die in Finanzdingen angeblich ahnungslosen Frauen halten sich hartnäckig. Dabei sind sie heute zunehmend diejenigen, die zu Hause die Geldangelegenheiten regeln.

Und die Familienmanagerinnen sind oft die besseren Strategen, beobachten Experten. Auch bei der privaten Altersvorsorge haben Frauen nach einer Umfrage für die Zeitschrift "Brigitte" (Ausgabe 15. September) aufgeholt.

Ehemann und Staat haben als Anker fürs Alter für viele ausgedient: Fast jede zweite Frau verlässt sich nicht mehr allein auf die gesetzliche Rente und hat zusätzlich vorgesorgt, ergab die repräsentative Studie des Emnid-Instituts im Auftrag der Zeitschrift. Demnach investieren heute drei Mal so viele Frauen in ihre Zukunft wie noch vor zwölf Jahren. In 42 Prozent der Familien verwalten sie inzwischen auch das gemeinsame Geld - und nur noch elf Prozent verlassen sich in finanziellen Dingen ganz auf ihren Mann oder Partner.

Schlaflose Nächte

Gleichzeitig steigt aber die Unsicherheit. Mehr als jede dritte Frau weiß laut Studie nicht genau, wie viel sie im Alter zur Verfügung haben wird. "Nachdem ich einen halben Tag mit meinem Anlageberater gesprochen hatte, konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen. Am nächsten Tag habe ich alles rückgängig gemacht", sagt die Hamburger Hebamme Wibke Albers. Auch bei der selbstständigen Friseurmeisterin Jenny Lindgens blieb nach der Anlageentscheidung ein "mulmiges Gefühl und die Angst, über den Tisch gezogen worden zu sein".

"Dass Frauen vorsichtiger agieren, liegt an der geschichtlichen Erfahrung", erläutert Buchautorin und Psychotherapeutin Ulla Sebastian. "Noch bis vor wenigen Jahrzehnten durften Frauen nicht arbeiten und ihr eigenes Geld verwalten. Geld war schon immer eine Männerdomäne. Viele reagieren aggressiv, wenn man sie ihnen streitig macht." Nach Eifersucht sei Geld das Thema, über das am meisten gestritten werde.

Ausgezeichnete Kassenwarte

"Frauen sind nicht nur an der Börse oft erfolgreicher als Männer, sie sind auch ausgezeichnete Kassenwarte ", sagt die Wiesbadener Finanz-Trainerin Monika Müller. "Sie halten das Geld zusammen, verzichten eher lieber aufs neue Kleid, als der Familienkasse Geld zu entziehen." Das sei oft auch der Grund für mangelnde Vorsorge, denn die persönlichen Ausgaben gehen meist zu Lasten des gemeinsamen Haushaltskontos. Expertinnen raten daher zu mehreren Konten.

Nach einer Untersuchung des Wiesbadener Finanzdienstleisters Delta Lloyd vom vergangenen Jahr hat noch immer mehr als ein Drittel der Frauen (36 Prozent) in Deutschland keine privaten Rücklagen für das Alter. Bei den Männern liege der Anteil mit 23 Prozent deutlich niedriger. Frauen sparten 50 bis 100 Euro monatlich, Männer doppelt so viel.

Welche Gesamtbeträge Männer und Frauen für später zurücklegen, ist unklar. "Leider gibt es keine Trennung von Anlageverträgen nach Geschlechtern", sagt Bernd Katzenstein vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) zur Begründung. Befragungen hätten jedoch ergeben, dass Frauen auch weniger sparen, weil sie den Gedanken an das Alter stärker verdrängten als Männer.

Zudem lassen sich viele Frauen in Finanzdingen lieber von Frauen beraten. Sie finden, dass männliche Berater sich mit ihrem Fachchinesisch oft gern als Macho aufspielen, zeigte eine Umfrage von Delta Lloyd. Immerhin vertrauen sich 15 Prozent lieber einem Makler an. Der wichtigste Grund laut Versicherer: "Der 'Funfaktor' ist größer, denn: Frauen flirten gern mit ihrem Versicherungsmakler".

http://www.n-tv.de/5423894.html


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