Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Yin/Yang: Das Prinzip universeller kosmischer Polarität von "männlich - weiblich

Maesi, Monday, 30.08.2004, 20:46 (vor 7829 Tagen) @ Wolfgang

Als Antwort auf: Yin/Yang: Das Prinzip universeller kosmischer Polarität von "männlich - weiblich von Wolfgang am 25. August 2004 08:51:04:

Hallo Wolfgang

[...]Die Zweigeschlechtlichkeit ist eine biologische, universelle Tatsache.
Die menschlichen Sprachen spiegeln diese Tatsache auf die ein oder andere Art unterschiedlich wieder.
Das einzige, was zu erklären wäre, ist die Frage, warum die Sprachen der Welt die Tatsache unterschiedlich spiegeln.
Aber dass sie sie spiegeln, daran gibt es keinen Zweifel.
Ein paar Mutanten ändern nichts an dieser Wahrheit.

Ein Gedankenexperiment:

Man waehle eine ausreichende Anzahl neugeborene Babies aus, bestimme deren biologisches Geschlecht anhand der aeusserlich sichtbaren Anatomie (Babies mit einem Penis = anatomisch maennliche Menschen, Babies mit einer Vagina = anatomisch weibliche Babies) und teile sie in vier Gruppen ein.

1. Gruppe: Babies, deren anatomisches Geschlecht maennlich ist, die aber kulturell als weibliche Menschen erzogen werden.
2. Gruppe: Babies, deren anatomisches Geschlecht maennlich ist, die kulturell ebenfalls als maennliche Menschen erzogen werden.
3. Gruppe: Babies, deren anatomisches Geschlecht weiblich ist, die aber kulturell als maennliche Menschen erzogen werden.
4. Gruppe: Babies, deren anatomisches Geschlecht weiblich ist, die kulturell ebenfalls als weibliche Menschen erzogen werden.

Nachdem die Kinder in all den Jahren gemaess der obigen Gruppenzuteilung erzogen wurden und die Geschlechtsreife erreicht haben, lassen wir sie kontrolliert (ohne Empfaengnisverhuetung) miteinander kopulieren. Folgende Kopulationspaarungen werden strikt eingehalten (jedes Individuum ist genau einer der zehn Kopulationspaarungen zugeordnet):

1/1; 1/2; 1/3; 1/4; 2/2; 2/3; 2/4; 3/3; 3/4; 4/4

These 1:
Man geht davon aus, dass ausschliesslich das anatomische Geschlecht fuer die Fortpflanzung eine Rolle spielt; das kulturelle Geschlecht spielt nur eine geringe Rolle. Vertreter der Gruppen 1 und 2 werden dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie schwanger und gebaeren demzufolge auch keine Kinder. Schwangerschaften treten vielmehr nahezu ausschliesslich in den Gruppen 3 und 4 auf. Vertreter der Gruppe 3 und 4, die in den Kopulationspaarungen 3/3, 3/4, oder 4/4 involviert waren, werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie schwanger und gebaeren keine Kinder. Interessant waere es allenfalls zu beobachten, ob signifikante Unterschiede von Schwangerschaftshaeufigkeiten zwischen den Kopulationspaarungen 1/3, 1/4, 2/3 und 2/4 auftreten; die waeren dann mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsaechlich kulturell bedingt.

These 2:
Man geht davon aus, dass das anatomische Geschlecht voellig irrelevant ist und die Geschlechtsbildung ausschliesslich kulturell bedingt ist; desweiteren setzt man voraus, dass nur Vertreter unterschiedlichen (kulturellen) Geschlechts zusammen ein Kind zeugen koennen. In diesem Fall duerften eigentlich nur die Kopulationspaarungen 1/2, 1/3, 2/4 und 3/4 bei der Fortpflanzung erfolgreich sein - und zwar in vergleichbarem Ausmass. Zwischen den Vertretern der Gruppen 1 und 4 duerfte es keinen signifikanten Unterschied bezueglich der Schwangerschaftshaeufigkeit geben; ob Vertreter der Gruppen 2 und 3 ueberhaupt schwanger werden koennen, waere eine auesserst interessante Nebenfrage.

These 3:
Im Falle der radikalen These, dass weder das anatomische noch das kulturelle Geschlecht bei der Fortpflanzung eine Rolle spielt, sollte es in Bezug auf Schwangerschaftshaeufigkeiten zwischen den Gruppen 1 - 4 keine signifikanten Unterschiede geben; ebenso duerften innerhalb der zehn Kopulationspaarungen keine Haufigkeitsunterschiede bezueglich Schwangerschaften auftreten.

Fazit: Dieses Experiment muss (zumindest bei Menschen) aus Gruenden der Menschenrechte und Menschenwuerde ein Gedankenexperiment bleiben. Ob Judith Butler tatsaechlich die These 2 (oder gar 3) vertreten wuerde, weiss ich nicht; ich habe ihre Werke nie gelesen. Sollte sie aber das Geschlecht als ausschliesslich kulturell bedingt ansehen, muesste sie konsequenterweise auf die Richtigkeit der These 2 oder gar 3 plaedieren.

Gruss

Maesi


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