Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Frauen Altersarmut

Max, Thursday, 22.07.2004, 12:38 (vor 7869 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Frauen Altersarmut von Mic am 21. Juli 2004 13:32:55:

Wie ist es eigentlich: eine teilerwerbstätige Frau bekommt wenn es so weit ist entsprechend weniger Pension. In der Ehe wurde das niedrigere Einkommen durch vom Mann verdientes Geld ausgeglichen, so würde es dann auch in der Pension weitergehen.
Da aber heute Scheidung das Normale ist, fällt der letzte Punkt weg und die Frau steht tatsächlich mit wenig Geld da.
Wie kann man das lösen?

___________________________________________________________

Mal eine ganz andere Frage - betrifft mehr die finanziell besser gestellten Witwen:

Wieviel Sorgen sind wir denn bereit, uns über diejenigen Witwen zu machen, die ihr ganzes Eheleben lang überhaupt nicht gearbeitet haben, weil der Mann ja gerackert wie ein Idiot - und den Zaster, Ringe und Juwelen zentnerweise zur Haustür hereingeschaufelt hat? Wie arm sind denn diese Witwen dran, die ihren Alten in seinem Streben nach Statussymbolen, die sie allesamt mitgenossen haben, in den Job gehetzt haben, wo er sich dann bis zu seinem "sozialverträglichen Frühableben" gestresst hat, bis der Arzt (zu spät) kam?
Ist es nicht ein zutiefst trauriges Bild, diese armen, vereinsamten Witwen zu sehen, wie sie sinn- und haltlos auf dem Pool-Deck des neuesten Kreuzfahrtschiffes in der Sonne sitzen und sich über "diese unerträgliche Hitze" beschweren, bei einem Drink, der "ruhig etwas kälter hätte sein dürfen"? Ich finde, wir sollten auch diese armen Frauen in unser Abendgebet mit einschliessen, denn sie haben wirklich ein hartes Los: Vom Manne schnöde und endgültig verlassen, müssen sie nun alle Ausgabenentscheidungen in ihrem Leben selbst treffen.
Aber es gibt auch Trost für unsere gepeinigten Seelen: Nicht wenige dieser Witwen werden an ihrer Aufgabe wachsen und sich, nachdem die ersten Hunderttausend unter das Handelsvolk gebracht sind, als Powerfrauen fühlen, die nach einem langen, entbehrungsreichen Leben endlich zu sich selbst gefunden haben - frei, unabhängig, selbstbewußt und selbstbestimmt. Sie werden das als ihren ureigensten Verdienst begreifen und beschwingte Reden über die Frauenemanzipation zum Besten geben, sich selbst dabei als leuchtendes Beispiel andienend. Sie werden eine zutiefst soziale Einstellung auflegen wie ein Make-Up, Müsli werden sie essen und Weizenkleie, als fanatische Umwelt- und Tierschützerinnen werden sie sich gerieren und sich über die patriarchale Unterdrückung ihrer finanziell weniger gut gestellten Schwestern echauffieren.
Im Grunde seien sie ja schon immer gute ´68erinnen gewesen, werden sie sagen, wenn man sie nur gelassen hätte. Jetzt, im Alter, haben sie zu ihren Idealen zurückgefunden und bla-bla-bla...
Ist das nicht tröstlich - ein bißchen wenigstens?

Die Kotztüte - Max


gesamter Thread:

 

powered by my little forum