Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @ Pokemon - Pille

Anti-Sexistin, Monday, 07.06.2004, 23:02 (vor 7914 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: @ Pokemon - Pille von Garfield am 07. Juni 2004 18:06:50:

Hallo Anti-Sexistin!

Hallo Garfield,

"Nein, aber von diesen Frauen, werden auch nicht gleich alle dem jeweiligen Mann ein Kind ohne sein Wissen unterschieben WOLLEN, sondern auch ihrem Partner Zeit lassen, bis er vielleicht auch ein Kind möchte."
Diese Frauen sind ja auch gar nicht das Problem. Das Problem sind ja gerade diejenigen, die keine Skrupel dabei haben, auch gegen den Willen des Partners von ihm schwanger zu werden. Und ihm dabei notfalls auch Märchen erzählen oder sogar Kondome anbohren. Mir ist schon klar, daß die Mehrheit der Frauen sowas nicht tut - aber die Minderheit, die das tut, schafft dann eben diese Probleme.

Ja, eben. *seufz* Mir ging es in meiner Antwort darum, das Risiko ganz auszuräumen, was ich auch schon per Gesetz und Verhütung nie für 100%ig machbar halte, sondern unter den gegebenen Umständen zu reduzieren. Und da kann man schon was machen, indem man sich mal informiert. Von den absoluten worst cases, die Du hier schilderst und die ich keineswegs abstreite, abgesehen.

"Ein Implanon kann jederzeit wieder entfernt werden. Schon wenige Tage nach dem Entfernen kann man auch wieder ganz normal schwanger werden."
Ja, aber das könnte der Partner merken. Beim Herausnehmen muß ja ein kleines Loch in die Haut geschnitten werden. Außerdem kann man das Stäbchen auch durch die Haut fühlen.
"Insofern ist es auch gut, wenn der Mann gerade wenn er mißtrauisch ist, da ruhig mal mitgeht."
Wie soll er das aber begründen, wenn er zwar mißtrauisch ist, dieses Mißtrauen jedoch nicht zeigen möchte, weil er seine Partnerin nicht verletzten will?

Gut, Du bist wieder beim worst case.

Mal abgesehen davon: ich habe früher auch oft gedacht "lass das und jenes lieber nicht raushängen, sonst haut Dein Liebster Dir ab". Ja, kann passieren. Das übliche Beziehungsrisiko, das Männer UND Frauen nun mal tragen, sobald sie sich auf Beziehung einlassen. Gegenseitig Fassaden abzubauen, sollte zu einer Beziehung gehören. Ansonsten entsteht auf Dauer sowieso keine echte Nähe. Und dazu gehört nun mal auch ein wenig Mut und vielleicht auch Gefühle wie Mißtrauen zeigen, selbst wenn Verlustangst besteht. Was Deinen worst case angeht, teile ich Deine Meinung. Doch tut mir leid: die Einstellung zu haben - "ich will kein Kind" und dann kein Kondom nehmen können, ist reichlich komisch.

Klar kann er dann sagen, daß er vielleicht einfach nur mal sehen möchte, was beim Frauenarzt passiert - aber gerade wenn seine Partnerin vor ihm verheimlichen möchte, daß sie noch nicht einmal wegen Implanon nachgefragt hat, wird sie natürlich dagegen sein, daß er mitkommt.

Wäre einen Versuch wert. Er könnte mit so einem Anliegen und ihrer Reaktion checken, ob sein Mißtrauen nun objektiv oder subjektiv ist.

Sie kann das z.B. damit begründen, daß es ihr unangenehm ist, wenn noch jemand dabei ist. Dann bleibt ihm nichts anderes übrig, als ihr ganz konkret zu sagen, daß er ihr nicht traut. Und dann gibt es genau die Diskussion, die er vermeiden wollte, und die wird dann mit dem Satz: "Ach, so wenig traust du mir?" beginnen.

Und wenn er sowas sagt wie "Ich bin für die Verhütung mitverantwortlich, habe keinen Kinderwunsch und möchte deshalb auch gerne da mitbestimmen", dann läuft das auf dieselbe Diskussion hinaus.

Wieso auch nicht diskutieren? Dann sähe er vielleicht klarer?!

"Im Gegenteil, wenn schon Mißtrauen vorhanden ist ("die schiebt mir ein Kind unter"), dann kann das zwei Gründe haben:

- erstens: sie hat das vor und er riecht das
- zweitens: er bildet es sich nur ein, weil er ihr nicht vertraut
Im ersten Fall wäre dies aus meiner Sicht ein Grund für den Mann die Beziehung zu beenden.
Im zweiten Fall wäre es ein Grund, über die Probleme zu sprechen."

Ja, aber woher weiß der Mann, ob er es sich nur einbildet oder nicht?

Durch Diskussion, durch Offenheit und ihre Reaktionen darauf. (s.o.)

Er wird doch nicht einfach nur auf einen Verdacht hin seine Partnerin gleich verlassen wollen.

Stimmt. Deshalb ja offen reden. (s.o.)

Und wenn er mit ihr redet - siehe oben...

"Wieso sollte so eine Frau für einen Gegenvorschlag von ihrem Partner in Sachen Verhütung abgeneigt sein?"
Die Frauen, die nicht die Absicht haben, ihre Partner gegen deren Willen zu Vätern zu machen, werden dem sicher nicht abgeneigt sein. Aber gerade diejenigen, die sich diese Möglichkeit offen lassen möchten, werden darauf nicht eingehen und sich mit allen nur erdenklichen Ausreden dagegen sträuben. Zwar können sie ein Implanon-Stäbchen wieder herausnehmen lassen, aber das ist nicht so einfach, wie mal eine Pille nicht zu nehmen. Und der Partner kann das nicht nur bemerken, sondern er braucht dann später, wenn seine Partnerin schwanger ist, einfach nur an ihrem Arm fühlen. Wenn das Stäbchen weg ist, ist ja klar, daß sie es sich ganz bewußt hat herausnehmen lassen. Daß sie die Pille absichtlich nicht genommen hat, kann ihr dagegen niemand nachweisen. Zwar ändert das an der Unterhaltsverpflichtung des Vaters nichts mehr, aber oft ist es ja so, daß die Frau schon Wert darauf legt, daß der Partner bei ihr bleibt, und deshalb möchte sie dann natürlich auch, daß er diesen Betrug nicht bemerkt, sondern glaubt, daß sie wirklich nur versehentlich schwanger geworden ist.
"Um zwingen geht es gar nicht. Nur um gemeinsame Entscheidungen und Absprachen."
Es gibt aber Frauen, die man tatsächlich dazu zwingen müßte, den Wunsch ihres Partners zu respektieren. Weil sie es freiwillig nicht tun.

Garfield, ich bin generell dagegen, irgendjemanden überhaupt zu irgendwas zu zwingen. Der Anspruch ist mir zu viel. Es reicht oft schon, wenn man selbst lernt, sich gut zu betten. Entsprechend gut wird man liegen.

"Andererseits kann der Mann theoretisch nur behaupten, daß er das Kind gar nicht wollte, weil sich beide verkracht haben."
Nach der jetzigen Gesetzeslage nützt ihm das nichts. Man könnte es natürlich auch so handhaben, daß ein Paar eine Art Vertrag machen muß, in dem beide ihren gemeinsamen Kinderwunsch bekräftigen. Nur wenn der Mann solch einen Vetrag unterschrieben hat, dürfte er unterhaltspflichtig sein.

Ist nicht schon die Eheschließung ein solcher Vertrag? Bei LAGs stimme ich Dir zu. Allerdings nutzte so ein Vertrag auch nichts, wenn er geschlossen ist, das erste Kind zehn Jahre später gegen den Willen des Vaters kommt und der es sich anders überlegt, aber den Vertrag nicht geändert hat. Ein ähnlicher Fall wie Euthanasie bei Komafällen.

Das hätte dann aber den Nachteil, daß wieder ein Teil des Privatlebens reglementiert wäre. So würde mir eine Pille oder ein Hormonstäbchen für den Mann als Lösung wesentlich mehr zusagen - nur leider gibt es so etwas noch nicht...

Kondome und/oder eine treffliche Partnerinnenwahl kann ich durchaus auch empfehlen.

"Dann kann er die Pille nehmen, während ich Pillenpause machen muß. Das wäre verdammt fair."
Ja. Und wenn beide gleichzeitig verhüten, dann hätte man praktisch tatsächlich die 100%ige Gewißheit, nicht ungewollt ein Kind zu bekommen. Jetzt gibt es ja auch bei den wirksamsten Verhütungsmitteln noch ein minimales Restrisiko. Das liegt dann zwar üblicherweise bei unter 1%, aber immerhin...
"Nicht wenn sein unbewußter Kinderwunsch dazwischen kommt und er seine Pille verschusselt.:o)"
Ja, sowas kann natürlich auch passieren. Es gibt mit Sicherheit auch Paare, in denen er unbedingt ein Kind möchte, sie aber nicht oder noch nicht. Dann kann sie aber jetzt verhüten, und er darf sie nicht daran hindern. Wenn es aber gute Verhütungsmittel für Männer gäbe und eine Frau würde sich darauf verlassen, daß ihr Partner schon verhütet und selbst also nicht verhüten, dann könnte es ihr natürlich genauso passieren, daß ihr gegen ihren Willen ein Kind untergeschoben wird, und das hätte für die Frau dann noch die zusätzliche Konsequenz, daß sie das Kind dann austragen oder aber es abtreiben lassen muß.

Ja, in dem Falle sollte es auch Verträge für nicht-verheiratete Paare. Für den Fall, daß der Mann ihr vormacht zu verhüten, aber sie dabei betrügt, weil er unbedingt Kinder will, sie aber nicht, muß er sie großziehen und die Frau ist nicht weiter KU-pflichtig.

Aber wenn sie die Pille oder Implanon gesundheitlich verträgt, dann wäre sie ja dann auch selbst mit daran schuld. Männern kann man so eine Mitschuld jetzt nicht so einfach unterstellen, weil die existierenden Verhütungsmittel für Männer in der Anwendung bei weitem nicht so bequem sind wie die Verhütungsmittel für Frauen.

Garfield, wenn Du erst mal die Pille für den Mann nimmst, reden wir mal weiter, wie bequem das mit den Hormonzusätzen wirklich ist.

"Du gehst von einem worst case-Szenario aus. Das läßt sich nicht wegsprechen. Sicherlich kann das passieren. Ich gehe von den Zwischengruppen aus, in denen eine gute Beziehung vorliegt, nur alte Verhütungsgewohnheiten vorherrschen, über die sich nochmal reden läßt."
Aber dieses Worst-Case-Szenario ist doch gerade das Problem! In einer normalen Beziehung, wo auch die Frau die Wünsche ihres Partners respektiert, kann sie höchstens dann gegen seinen Willen schwanger werden, wenn tatsächlich mal ein Verhütungsmittel versagt hat (was ja eher selten vorkommt) oder wenn eben beide gar nicht verhütet haben (wobei sie dann auch beide schuld sind). Ansonsten gibt es da doch gar kein Problem. Entweder akzeptiert die Frau, daß ihr Partner keine Kinder möchte, oder aber er willigt ihr zuliebe ein, oder sie trennen sich. Aber daß die Frau ganz bewußt nicht mehr verhütet und den Partner in dem Glauben läßt, daß sie noch verhüten würde, wird da doch nicht passieren.
Was ich auch mies finde, sind die Frauen, die zwar ein Kind im Einvernehmen (oder sogar auf Wunsch des Partners) bekommen, aber insgeheim gar nicht die Absicht haben, dauerhaft mit ihm zusammen zu bleiben. Ich hatte mal eine Bekannte, die sowas mit ihrem Partner abgezogen hat. Er hat vom trauten Familienleben geträumt, und sie sagte mir dann mal, daß sie an ihm eigentlich gar nicht sonderlich interessiert ist und einfach nur ein Kind möchte. Wie in diesem Lied von Ace of Base: "All that she wants is another baby. She's gone tomorrow... She's the hunter, you're the fox." Solche Frauen gibt es tatsächlich.

Unehrlichkeit in Beziehungen ist grundsätzlich ein Problem.
Auf alleinigen Wunsch des Partners ein Kind zu bekommen, finde ich auch abartig. Ich schätze nicht, daß man da wirklich das Interesse an einem Kind aufbringen kann, das es nun mal braucht.

Diese Bekannte von mir hatte übrigens schon einen Sohn, der allerdings bei ihrem Ex-Mann lebte. Sie war auch nicht sonderlich an ihrem Sohn interessiert. Sie fuhr viel lieber mit ihrem Motorrad durch die Gegend und flirtete in Clubs und Discos mit Männern- da wäre ein Kind für sie nur ein Hindernis gewesen.

Von mir aus kann sie sich gerne in Discos herumtreiben, Motorrad fahren und mit Männern flirten, wenn es ihr Spaß macht. Schön wäre natürlich auch, wenn sie sich mal um ihr Kind kümmern würde.

Trotzdem wollte sie unbedingt ein Kind und hat alles dafür getan, um schwanger zu werden. Sie sagte mir mal, daß sie den Lebenszweck einer Frau darin sieht, Kinder zu bekommen. Ich habe schon lange keinen Kontakt mehr zu ihr, aber ich bin mir sicher, daß sie sich dann später von ihrem damaligen Partner auch wieder getrennt hat und daß das Kind auch bei ihm geblieben ist. Es ging ihr nämlich auch nicht darum, Unterhalt abzuzocken oder so. Sie wollte einfach nur ein Kind austragen und zur Welt bringen. Rein instinktiv. Das Kind selbst interessierte sie nicht wirklich.

Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich keine solchen Fälle. Eher umgekehrt: Frauen mit Kinderwunsch und gutem Job, die ausgesprochen wählerisch mit Männern waren, gerade auch im Hinblick darauf, ob sie MIT DIESEM MANN wirklich Kinder wollen. Ihre Kinderwünsche waren sozusagen nicht frei schwebend. Das führt i.d.R. nur zu allein erziehenden Müttern. Diese Frauen sind glücklich mit glücklichen Männern verheiratet und haben auch glückliche Kinder. Anspruchsvoll sein lohnt sich eben doch.:-)

Freundliche Grüße
von Garfield

Freundliche Grüße

Anti-Sexistin


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