Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Parkkralle für säumige Unterhaltszahler

Garfield, Monday, 26.01.2004, 13:11 (vor 8047 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Parkkralle für säumige Unterhaltszahler von Odin am 24. Januar 2004 14:48:48:

Hallo Odin!

So ein Schwachsinn... Dann werden in Zukunft unterhaltspflichtige Väter nicht nur daran gehindert, Geld für die Unterhaltszahlungen zu verdienen, sondern noch mehr der ohnehin oft schon knappen Parkplätze werden obendrein auch noch durch Autos mit Parkkrallen blockiert. Denn es wird dann natürlich recht lange dauern, die Parkkrallen wieder zu entfernen.

Ist dasselbe Vorgehen auch bei Müttern geplant, die ihren Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkommen? Da wird man dann wohl wieder alle verfügbaren Augen zudrücken...

Und wenn ich Sätze wie "wer sich ein Auto leistet, kann auch Unterhalt zahlen" höre, geht mir sowieso der Hut hoch. Sowas kann nur ein weltfremder Spinner von sich geben, der das Glück hat, seine Arbeitsstelle 300 m entfernt von seiner Wohnung zu haben und den nächsten Supermarkt in 100 m Entfernung. Dann braucht man wirklich kein Auto. Die allermeisten Menschen haben dieses Glück aber nicht, vor allem, wenn sie auf dem Land wohnen. Ein Auto ist heutzutage für sehr viele Menschen längst kein Luxusgegenstand mehr, sondern ein Muß im täglichen Leben. Ich beispielsweise könnte meine Arbeitsstelle theoretisch auch per Bus erreichen. Das habe ich einmal ausprobiert, als mein Auto kaputt war. Ich brauchte 1,5 Stunden, um zur Arbeit zu kommen, das wären also 3 Stunden Fahrzeit täglich, darunter gute 30 Minuten Wartezeit an Haltestellen, und das bei jedem Wetter. Da ist man dann bei jeder Grippewelle ein Hauptkandidat und wird obendrein auch noch mit Praxisgebühren und Medikamenten-Zuzahlungen abgezockt. Mit dem Auto sind's 40-60 Minuten Fahrzeit täglich. Obendrein sind sowohl Busse als auch Bahnen auch noch teurer als das Auto. Auch mit der sogenannten "Öko-Steuer", denn die hat bei Bus und Bahn auch Preiserhöhungen bewirkt. Und wer angesichts dessen immer noch behauptet, daß öffentliche Verkehrsmittel für jeden eine Alternative wären, der soll mir mal vormachen, wie er allein in Bus oder Bahn zwei Getränke-Kästen und 4 große, randvolle Einkaufstüten transportieren will. Die Zeiten, als es in Städten hinter jeder Ecke einen Tante-Emma-Laden und auch in jedem Dorf mindestens einen Laden gab, sind nämlich längst vorbei. Genau wie die Zeiten, als jeder im Umkreis von 5 km von seinem Wohnort eine Erwerbsmöglichkeit finden konnte. Ein Auto ist heute für viele Menschen lebensnotwendig und wird bei Einstellungen oft vorausgesetzt. Es ist schon schlimm genug, daß mittlerweile Erwerbslose nach einem Jahr in die Sozialhilfe abgedrängt und dann auch gezwungen werden, ihre Autos zu verkaufen. Das kommt sie nämlich teuer zu stehen und vermindert ihre Chancen auf einen neuen Job enorm. Dieser Schwachsinn mit den Parkkrallen setzt dem noch die Krone auf.

Freundliche Grüße
von Garfield



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