Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @Emmalein

Bijou, Monday, 22.12.2003, 14:59 (vor 8081 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: @Emmalein von Bruno am 19. Dezember 2003 12:06:23:

Hallo Bruno!

Ich geb jetzt auch einfach ungefragt meinen Senf dazu, ich hoffe, es stört nicht.

Hm, ich kann schon gut verstehen, dass sich Männer gegen eine solch miese Behandlung wehren. Und meine Unterstützung habt ihr. Wobei ich nicht weiss, ob es wirklich überall so schlimm ist, wie Du es beschrieben hast. Aber allein ein Fall reicht eigentlich schon, um sich dagegen zu wehren, wenigstens dann gegen den einen Untersuchenden.
Du schreibst ja auch direkt von gynäkologischen Untersuchungen. Ja, die sind wirklich fies. Nur wenige Männer haben wohl eine Vorstellung davon, wie fies die wirklich sind, eigentlich nur die, die mal mitgegangen sind. Ich bin auch sehr froh, dass mein jetziger Gynäkologe sich große Mühe gibt, es für mich so angenehm wie möglich zu machen. Es gibt nämlich auch das Gegenbeispiel. Als ich in meiner Ausbildung war, bin ich ein Jahr lang zu einem anderen Gyn gegangen, und bei dem fühlte ich mich wie Schlachtvieh. Beim Vorgespräch schaute er mir nicht einmal ins Gesicht, bei der Brustuntersuchung war keine Schwester anwesend, und bei der Hauptuntersuchung hat er sich überhaupt keine Mühe gegeben, irgendwie vorsichtig zu sein. Meine damalige Chefin erzählte mir, sie habe sich bei ihm regelrecht vergewaltigt gefühlt, allein durch seinen Gesichtsausdruck und sein Gebahren bei der Untersuchung.
Und so ganz freiwillig machen wir die Sache ja auch nicht. Wenn ich nicht zweimal im Jahr hingehe, hab ich keine Chance, an die Pille zu kommen. Ich weiß auch nicht, wie es versicherungstechnisch aussieht, wenn ich mich nicht regelmässig auf Brust- und Gebärmutterkrebs untersuchen lasse. Aber das sind eher indirekte Zwänge, niemand zwingt uns polizeilich, hinzugehen, wie es ja bei der Untersuchung beim Bund der Fall ist.

...sehe ich genauso. Und deshalb sollte man die Männer nicht dran >hindern, solche neuen Lebenswege zu gehen. Siehe >Landesgleichberechtigungsgesetz in Baden-Württemberg. Dort werden >Frauenvertretungen verlangt auch in Behörden, die frauendominiert sind. >Ein konkretes Beispiel aus der Realität einer Hauptschule einer großen >Stadt des Landes: 90% Frauenanteil an der Lehrerschaft, auch der >Rektorposten wird von einer Frau besetzt. Trotzdem gibt es eine >Frauenvertretung! Trotzdem gibt es zusätzlich zwei Sozialarbeiterinnen, >die sich ausschließlich um Frauen- und Mädchenprojekte kümmern! Ist das >nicht abnormal? Muss man sich bei dieser Realität wundern, dass es kaum >mehr männliche Lehrer dort gibt? Muss man sich bei solchen Realitäten >wundern, dass die Jungen vor die Hunde gehen?

Ich glaub, da sind wir uns auch einig. Viele Frauenbewegungen gehen soweit, dass sie Jungen einfach übersehen, ausblenden oder auch, hab ich auch schon erlebt, regelrecht hassen. Schrecklich, wie soll es denn Gleichberechtigung geben, wenn man einfach die Vorzeichen rumdreht?
Jemand anderes (weiß jetzt nicht mehr, wer) schrieb, er würde es als blanken Hohn empfinden, wenn jemand schrieb, Männer sollten selbst alternative Lebensformen aufbauen. Es würde schließlich von der Gesellschaft verhindert. Naja, wenn ich daran denke, wie schwer es auch die Frauenbewegung hatte, vor einigen Jahrzehnten ein neues Frauenbild aufzubauen... da war die Gesellschaft auch nicht gerade begeistert von. Trotzdem haben die Frauen sich damals durchgesetzt (wenn auch jetzt mit teilweise zweifelhaften Blüten), mit Beharrlichkeit. Da hat auch niemand was auf dem Silbertablett serviert bekommen. Und deshalb kann ich nur den Männern sagen: bleibt dran, steht zu den Arten, wie ihr leben wollt, sucht euch eine Partnerin, mit der ihr das durchziehen könnt, und kümmert euch einen Sch... darum, was die Gesellschaft dazu sagt. Klar, einfach ist das nicht, aber wenn man kein Risiko eingeht, kann man auch keinen Erfolg haben.

Liebe Grüße

Bijou


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