Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @Emmalein

Bruno, Friday, 19.12.2003, 14:06 (vor 8085 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: @Emmalein von Emmalein am 18. Dezember 2003 15:58:40:

Hallo Emmalein,

erst mal vielen Dank, dass du dich meinen Fragen so offen gestellt hast. Antworten auf diese Fragen laufe ich jetzt schon seit fast einem Jahr hinterher. Und ich muss feststellen, dass die überwiegende Mehrheit der Frauen, soweit sie sich zu diesem Thema dialogbereit gezeigt haben, so denkt wie du und die Integration der Jungen und Jungen in den erzieherischen Bereich für wichtig hält. Es ist ein Jammer, dass die Politikerinnen, die auf den entscheidenden Posten sitzen dies leider ganz anders sehen.

ich bin mir ernsthaft im Zweifel, ob ich eine ärztliche Untersuchung als "Penetration" und noch dazu als "gewaltsam" einstufen kann. Juristisch gesehen geht das glaube ich sowieso nicht, sonst könnte man sich ja gegen diese Untersuchung wehren.

...Juristisch ist dies aber sicherlich nicht angreifbar. Das sehe ich genauso wie du. Aber jetzt versuche mal dir diese erzwungene ärztliche Untersuchung einmal aus der Sicht der Männer vorzustellen. Stell dir z.B. vor, du als Frau wärest verpflichtet einmal im Leben per Gesetz dich an einem Tag im Rahmen einer Massenabfertigung gynäkologisch untersuchen zu lassen, ob du für eine Geburt tauglich bist. Bedenke dabei, die Musterung ist atmosphärisch nicht vergleichbar mit einer normalen ärztlichen Untersuchung. Und ich muss dazu sagen, dass ich schon bei gynäkologischen Untersuchungen meiner Frau dabei war. Diese sind sicher nicht angenehm. Aber die Ärzte versuchen, das Umfeld so angenehm wie möglich zu gestalten.

Anders bei der Musterung. Da heißt es Schnauze halten und parieren. Jegliche Anmerkung wird mit einem zynischen Kommentar erwidert. Also stell dir z.B. mal vor, du würdest bei der Untersuchung darauf hinweisen, dass du z.B. seit einiger Zeit stechende Unterleibsschmerzen auf der rechten Seite hättest und der männliche Untersuchungsarzt würde das nur mit einem höhnischen „Und was machen Sie dagegen? Sich kräftig durchxxxxxx lassen?“ quittieren, was die anderen anwesenden Arzthelfer zu einem schallenden Gelächter veranlassen würde. So ungefähr ist die Atmosphäre bei der Musterungsuntersuchung. Ich denke, da würden die Frauen zu recht auf die Barrikaden gehen. Und deshalb tun wir das auch.

Wenn Männern alternative Lebensbilder fehlen, sollten sie sie entwickeln.

...sehe ich genauso. Und deshalb sollte man die Männer nicht dran hindern, solche neuen Lebenswege zu gehen. Siehe Landesgleichberechtigungsgesetz in Baden-Württemberg. Dort werden Frauenvertretungen verlangt auch in Behörden, die frauendominiert sind. Ein konkretes Beispiel aus der Realität einer Hauptschule einer großen Stadt des Landes: 90% Frauenanteil an der Lehrerschaft, auch der Rektorposten wird von einer Frau besetzt. Trotzdem gibt es eine Frauenvertretung! Trotzdem gibt es zusätzlich zwei Sozialarbeiterinnen, die sich ausschließlich um Frauen- und Mädchenprojekte kümmern! Ist das nicht abnormal? Muss man sich bei dieser Realität wundern, dass es kaum mehr männliche Lehrer dort gibt? Muss man sich bei solchen Realitäten wundern, dass die Jungen vor die Hunde gehen?

Im Übrigen vertrete ich kein Feindbild Mann. Einige Männer sind sogar privat gute Freunde von mir.. Und einen Mann ,den mag ich ganz besonders...;-)

... Ich wünsche eurer Beziehung viel Glück und eine lange Lebensdauer.

Es grüsst freundlichst

Bruno


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