Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von Nick am 05. November 2003 13:36:06:
Hallo Nick,
Du hast die Situation recht gut beschrieben, aber ein wichtiger Punkt zur Krankenversicherung
fehlt noch. Auch wenn man die Schwangerschaftskosten nicht berücksichtigt, sind die Leistungen,
die Frauen von den Krankenversicherungen im jungen und mittleren Alter berziehen, deutlich
höher als die von gleich alten Männern. Ich denke, daß dies sogar der wichtigste Faktor ist,
der zum höheren Beitrag der Frauen führt.
Der finanzielle Effekt davon, daß Frauen länger im teueren hohen Alter leben, wird nämlich
dadurch verringert, daß Männer im hohen Alter mehr Leistungen beziehen als gleich alte Frauen.
Was nun stärker wirkt, ist schwer zu entscheiden.
Allerdings wird das Argument der höheren Kosten im jungen Alter bei Menschen, die noch an die
biologischen Überlegenheit der Frau glauben, wenig Glauben bekommen, weil es nicht ins Weltbild
paßt.
Bei der Überlegung, wem eventuelle Beitragsgleichmacherei was bringt, sollte man auch nicht
vergessen, daß in der gesetzlichen Krankenversicherung die Geschlechtsgleichheit der Beiträge
schon realisiert ist. Genau genommen ist das geschlechtsabhängige Risikoprinzip (Diese ist
zugegebenermaßen erklärterweise kein Prinzip der Krankenkassen.) dort dadrch sogar umgekehrt,
daß nur Erwerbsarbeitseinkommen (Welches Geschlecht geht denn arbeiten?) berücksichtigt wird.
Privat versichert sind hauptsächlich Selbstständige, Beamte und Menschen mit relativ hohem
Einkommen. Nur für die Frauen aus dieser Gruppe könnten die Beiträge günstiger werden. Die
armen Frauen hätten nichts davon.
Wenn die Gleichmachpflicht bei den Beiträgen kommt, wird dies zu einer Form der Diskriminierung
von Frauen führen, die nur durch komplizierte Regulierungen unterdrückt werden kann.
Versicherer werden dann nämlich mit dem Ziel einer guten Risikostruktur ihres Bestandes
alles tun, um die Frauenquote im Bestand zu senken. Sie werden also alles legale tun, um ihren
Versicherungsschutz bezüglich Leistungen ... hauptsächlich für Männer attraktiv zu machen, oder
um Frauen per Risikoprüfung auszuschließen.
Das Gesundheitsystem hat genug andere Probleme. Über die sollte man sich in Brüssel und
sonstwo besser Gedanken machen als über die Geschlechtsabhängigkeiten der Beiträge der
privaten Versicherungen.
Daß das feministischer Geschwätz einer sachkenntlich ziemlich ahnungslosen Frau in der sonst recht
wirtschaftsinteressenorientierten (wenn auch oft mit nationalen Egoismen) EU nicht bereits von
einem Wirtschaftszweig wie der Versicherungswirtschaft ohne weiteres beiseite geschoben werden
konnte, ist ein erschreckendes Beispiel für den Einfluß des Feminismus. Daß das Covergirlverbot
gescheitert ist, tut nichts zur Sache. Das hätte nämlich hauptsächlich den abgebildeten Frauen
geschadet. (Womit sollen denn die dann ihr Geld verdienen?)
Gruß vom
Joseph
PS Gab es nicht mal feministischen Applaus für die Einführung geschlechtsabhängiger
KFZ-Verischerungen?
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terVara,
04.11.2003, 12:17
- Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. -
Andreas,
04.11.2003, 13:20
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Odin,
04.11.2003, 15:53
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Advocatus Feminae,
04.11.2003, 23:51
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Lars,
05.11.2003, 15:46
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Nick,
05.11.2003, 16:25
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gaehn,
05.11.2003, 17:00
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Nick,
05.11.2003, 17:14
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Sven74,
05.11.2003, 19:41
- Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. - Nick, 06.11.2003, 13:15
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Sven74,
05.11.2003, 19:41
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Nick,
05.11.2003, 17:14
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04.11.2003, 15:53
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- Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. - Joseph S, 08.11.2003, 00:38
- Und nun auch im Spiegel - Pioneer, 05.11.2003, 15:53
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Andreas,
04.11.2003, 13:20