Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.

Nick, Wednesday, 05.11.2003, 15:36 (vor 8128 Tagen) @ terVara

Als Antwort auf: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von terVara am 04. November 2003 10:17:04:

Das Ganze läuft schlicht auf eine Subventionierung der versicherten Frauen durch männliche Versicherte hinaus. Wie das?

Versicherungsmathematisch korrekt sind die Beiträge für Frauen bei Rentenversicherungen deswegen höher, weil sie länger leben. Diese Prämien sollen ab jetzt von männlichen Versicherten quasi mitfinanziert werden, indem sie für sie erhöht, für Frauen gesenkt werden. Denn länger leben werden die Männer deswegen ja nicht.

Analog bei privaten Krankenversicherungen: der Grund für höhere Prämien bei Frauen sind nicht die "Geburten", wie immer wieder dumdreist behauptet wird (Kontrollfrage: wieviel Duzend Kinder bekommen heutige Frauen im Laufe ihres langen Lebens? Eben!), sondern die 7 - 8 mehr Lebensjahre, in denen die Ausgaben für medizinische Behandlung sprunghaft ansteigen. Im Grunde spart jeder privat Krankenversicherte im Laufe seines (durchschnittlich) gesunden Lebens gewissermaßen die Mittel an, die für Behandlung v.a. der Alterskrankheiten erforderlich werden.

Männer hatten bislang (versicherungsmathematisch völlig korrekt) einen "Bonus" für ihr sozialverträgliches Frühableben. Der soll ihnen nun durch einen bürokratischen Akt genommen werden... um die armen Frauen zu entlasten. Den Lebensabschnitt mit hohen Behandlungskosten erlebt eine viel größere Zahl von Männern erst garnicht. Deswegen werden die beabsichtigt höheren Prämien für Männer für die Finanzierung der Behandlung von weiblichen Versicherten verwendet.

Zu diesem Behufe wird das Grundprinzip jeder privaten Versicherung außer Kraft gesetzt: Kalkulierung der Prämien nach dem realen, individuellen Risiko - im Gegensatz zum Solidarprinzip der gesetzlichen Versicherungen. Es wird also systemwidrig(!) ein "Solidarfaktor" für die Männer zugunsten der Frauen eingeführt.

Analog wäre zum Beispiel die "Kalkulation" von Prämien für Hausratversicherungen nach Quadratmeterzahl der Wohnung, was auf eine Subventionierung der Wohlhabenden durch die ärmeren Schlucker hinausliefe.

Ein "Ausgleich" findet durch die höheren Prämien für KFZ-Versicherungen und Risikolebensversicherungen keineswegs statt, da die Prämien dafür nur einen winzigen Bruchteil dessen ausmachen, was für Kranken- und Rentenversicherungen aufgebracht wird.

Also wieder mal eine mit medialem Lügenpapier verpackte Mogelpackung. Es ist immer dasselbe Prinzip: etwas wird "gleich" gemacht, damit eine privilegierte Gruppe "gleicher" werde.

"All animals are equal! Some animals are more equal." (George Orwell: "Animal Farm")

Gruß vom Nick


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