Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind)
Als Antwort auf: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von gaehn am 16. Oktober 2003 11:36:10:
du schreibst in eurem komischen forum (naja das sind alle foren), das prostitution nicht freiwillig ist weil die frauen das letztenendes ja tun weil sie geld brauchen. oh well.
Ich sehe eigentlich nicht, warum ich diese Diskussion jetzt hier führen soll. Dies hier werden auch meine einzigen Antworten bleiben, weil ich nämlich nicht schon wieder als einzige bei einem Thema eine bestimmte Meinung vertreten möchte, bis dass sich dieser Thread verlängert und verlängert und zum dritten mal dann mein Ausschluß aus dem Forum gefordert, da hab ich auch noch anderes zu tun.
Also zur Klarstellung. Entgegen der Meinung der Leute, die mir hier Worte in den Mund legen, die ich nie gesagt habe, die so gütig sind, meine Meinungen zu beurteilen, obwohl sie diese Meinung nur durch jemanden kennen, der meine Texte nicht mal richtig verstanden hat, bin ich sehr wohl der Auffassung, dass manche Frauen sich freiwillig prostituieren.
Meine Frage ist jedoch, wie relativiert sich diese Freiwilligkeit, wenn ich feststellen muss, dass es doch einen äußeren Zwang gab, der die Frauen dazu brachte, sich zu prostituieren, z.B. Geldnot. Der übliche Einwand, der an dieser Stelle kommt ist: aber dann könnten sie ja auch was anderes machen. Ja, einfacher gesagt als getan, vor allem Zeiten von 4,3 Mio. Arbeitslosen. Wer Arbeit will, der findet auch; das ist ein zynischer Spruch, der an der Realität vorbeigeht, schlechte Ausbildung, mangelnde Kompetenz, Drogenabhängigkeit etc etc...
Der nächste Einwand der nun kommt, lautet für gewöhnlich: ja gut, aber andere Jobs sind doch auch mies, was soll bei Prostitution anders sein? Ich denke, dass diese Arbeit eine völlig andere Qualität hat, als andere Jobs, denn das, was bei anderen Jobs gewahrt wird, die Intimsphäre, wird hier durchbrochen. Die Prostituierte ist gewzungen, Sexualität zu "leben", aber nicht nach ihrer eigenen Vorstellung o.ä., sondern nach der des Freiers. Drastisch ausgedrückt, die Frau muss sich hierbei den Wünschen des Freiers unterwerfen. Nun kann man einwenden, dass dies in anderen Jobs ja wohl genauso ist, die Verkäuferin muss nett zu ihren Kunden sein, die Psychiaterin nett zu ihren Patienten. Ja, und alleine das kann schon schlauchen. Doch bei der Prostitution wird das imho nochmal potenziert, denn die Sexualität eines Menschen ist zunächst einmal etwas Privates, und dann auch etwas Existenzielles. Das Nichtausleben von Sexualität, Unterdrückung von Sexualität, Aufzwingen von Moralvorstellungen etc... wir wissen, das dies alles großen Einfluß auf uns haben kann, auf unser Wohlbefinden, unsere Psyche. Mit anderen Worten: Prostitution kann die Sexualität eines Menschen völlig zerstören, und damit den Menschen selbst (von den körperlichen Folgen fange ich jetzt gar nicht erst an). Und das finde ich ist das Gefährliche an der Prostitution.
Ich wiederhole nochmal, es geht hier um die Frauen, die sich aus einem äußeren Zwang heraus freiwillig prostituieren, und dies nicht innerlich gut verarbeiten können, bwz akzeptieren bzw aus Spaß oder Feude machen. Die gibt es ohne Zweifel, aber ich sehe nicht ein, warum deshalb jene Frauen, die das eben nicht unbeschadet überstehen, unter den Tisch fallen sollten.
gibt es überhaupt eine einzige sache die man freiwillig tut?
Meiner Meinung nach ja, Studieren z.B., man könnte auch eine Ausbildung machen oder gar nichts. Um bei deinen Beispielen zu bleiben: essen ist ein Muss, sonst sterbe ich, aber was ich esse unterliegt meiner feiwilligen Wahl. Das ist natürlich ein einfaches Beispiel. Das Zusammenspiel von Zwang und Freiwilligkeit kann sehr komplex sein, manche Zwänge erlegen wir uns selber auf, obwohl sie eigentlich nicht existieren, zwämnge können sehr individuelle sein, was andere als Zwang sehen, sehen wir als Freiwilligkeit etc...
ich esse weil ich hunger habe.
ich gehe zum rummel weil ich spass haben will.
ich möchte das verneinen, das man dinge freiwillig tut. das führt aber zur frage, wenn nun prostituion derselbe zwang wie alles andere, was ist dann daran verwerflich bzw. ab welcher art von zwang ist es verwerflich?
Ich argumentiere nicht auf einer moralischen Ebene.
ich selbst glaube, das du einfach gegen prostitution bist (was völlig legitim ist) und es am liebsten mit allen mitteln verbieten würdest.
Ja, da hast du dich aber erstens gewaltig geirrt und zweitens meine Texte nicht aufmerksam genug gelesen, mal abgesehen davon, dass dein Glaube dir wenig nützen wird. Ich bin nicht für ein Verbot der Prostitution, da dies nur den Menschenhandel begünstigen würde, ausserdem ist den Frauen nicht damit geholfen, wenn man sie auch noch kriminalisiert.
Ich bin dafür, dass die Situation der Prostituierten verbessert wird, in jeden anderen Arbeitsbereich wird heute über kürzere Arbeitszeiten, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall undundund gestritten, nur bei der Prostitution soll anscheinend alles so bleiben wie es ist. Mehr noch, wer Prostitution heutzutage kritisch beurteilt und nicht einfach nur sagt "ja wunderbar, lasse doch" wird sofort in die Ecke der verklemmten Moralapostel feministischer Prägung gestellt. Lieber total befürworten,als den anderen mal recht zu geben.
Es gab ja den Ansatz der Bundesregierung, die Prostitution zu einer Arbeit wie jede andere zu machen, nur wurde nicht dabei bedacht, dass die anfallenden Sozialabgaben auf den Lohn natürlich nicht gerne bezahlt werden, und die Prostituierten deswegen immer noch keine Altersabsicherng haben, weil sie dann halt schwarz arbeiten (und versuch mal nachzuweisen, dass eine Frau schwarz als Prostituierte arbeitet....). Genauso fehlt natürlich die gesundheitliche Absicherung (sofern nicht privat versichert, aber du meine Güte, erstens: wer nimmt eine Prostituierte da auf, und welche kann das auch bezahlen?), was natürlich das größte Loch ist, nicht nur der körperlichen, sondern der psychischen Beschwerden wegen, die da kommen können. Es hilft also erstmal gar nichts, Prostitution zu einem Job wie jeden anderen zu machen, denn er war es nie und jetzt ihn so mir nichts dir nichts zu allen anderen Jobs einzugliedern, bringt ja offenbar nicht viel. Eine Lösung kenne ich da auch noch nicht, zugegebenermaßen.
Was imho auch fehlt, ist eine intensivere Beschäftigung mit den Freiern.
Xenia
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- hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) -
gaehn,
16.10.2003, 14:36
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) - Andreas, 16.10.2003, 17:09
- Beruf:Hure -
Dürüp,
16.10.2003, 17:36
- Re: Beruf:Hure - Jolanda, 16.10.2003, 20:41
- Re: Beruf:Hure -
Manfred,
16.10.2003, 22:07
- Re: Beruf:Hure -
Jolanda,
17.10.2003, 01:55
- Re: Beruf:Hure - Peter, 17.10.2003, 02:02
- Re: Beruf:Hure -
Pascha,
17.10.2003, 13:37
- Re: Beruf:Hure -
Peter,
17.10.2003, 17:47
- Re: Beruf:Hure - Pascha, 17.10.2003, 22:43
- Re: Beruf:Hure - Manfred, 18.10.2003, 00:29
- Re: Beruf:Hure -
Peter,
17.10.2003, 17:47
- Re: Beruf:Hure -
Jolanda,
17.10.2003, 01:55
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) -
reinecke54,
16.10.2003, 18:40
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) -
Jolanda,
16.10.2003, 20:43
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) -
gaehn,
16.10.2003, 21:39
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) -
Jolanda,
16.10.2003, 22:35
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) -
Pascha,
17.10.2003, 13:27
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) - Jolanda, 17.10.2003, 14:52
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) -
Pascha,
17.10.2003, 13:27
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) -
Jolanda,
16.10.2003, 22:35
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) -
gaehn,
16.10.2003, 21:39
- blabla - Xenia, 17.10.2003, 21:00
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) -
Jolanda,
16.10.2003, 20:43
- Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) - Xenia, 17.10.2003, 20:58