Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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weitere Studien

Garp, Monday, 29.09.2003, 23:51 (vor 8164 Tagen) @ MeckMax

Als Antwort auf: Es tut sich was von MeckMax am 28. September 2003 16:01:50:

Hab soeben weiteren Artikel zu der in der Bild am Sonntag zitierten Sozialwissenschaftlerin entdeckt:

"Wissenschaftler wären keine, würden sie sich nicht die Frage stellen: Warum haben Jungen im deutschen Bildungssystem im Vergleich zu Mädchen Nachteile? Eine Antwort lautet: Wegen der Grundschullehrerinnen. Grundschullehrer strukturieren durch Schulempfehlungen die Schullaufbahn ihrer Schüler. Insofern kommt ihnen eine besondere Bedeutung zu. Je höher, so Dr. Diefenbach, der Anteil weiblicher Grundschullehrer in einem Bundesland sei, desto größer seien die Nachteile von Jungen. Bei einem Anteil von 66,7 Prozent weiblicher Grundschullehrer erreichen in Baden-Württemberg 3,7 Prozent mehr Jungen als Mädchen keinen Hauptschulabschluss und 3,5 Prozent weniger ein Abitur. In Brandenburg sind 93,3 Prozent der Grundschullehrer weiblich: 7,2 Prozent mehr Jungen als Mädchen erreichen keinen Hauptschulabschluss, 12,1 Prozent weniger ein Abitur."

"Das sind dramatische Ergebnisse, wie Dr. Heike Diefenbach, Soziologin von der Universität Leipzig und Autor des bereits zitierten Artikels, sagt: "Da in Deutschland der männliche Lebensverlauf stärker als der weibliche von der schulischen und beruflichen Bildung abhängt und die Möglichkeiten beruflicher Bildung in starkem Maße von der schulischen Bildung abhängen, ist es für Jungen besonders nachteilig, wenn sie keinen Hauptschulabschluss ... erwerben. Ihnen steht - anders als Mädchen - in der Realität kein sozial akzeptierter alternativer Lebensentwurf als ‘Vollzeit-Vater' oder Ehe- und Hausmann zur Verfügung, und selbst dann, wenn dies ein sozial akzeptierter Entwurf wäre, so wäre es in einer Gesellschaft wie der unseren mangels Partnerin unwahrscheinlich, dass er sich verwirklichen lassen würde." Für Jungen ohne Hauptschulabschluss bringt die Zukunft in vielen Fällen den Weg zum Sozialamt und in nicht wenigen den in die Obdachlosig- oder Nichtsesshaftigkeit."

"Ende der politischen Korrektheit

Die letzten Jahrzehnte galt in Deutschland der Gemeinplatz, dass Mädchen und Frauen gegenüber Jungen und Männern Nachteile haben, aber nicht umgekehrt. Nach den Ergebnissen der zitierten Untersuchung ist dieser Gemeinplatz passé. Vielleicht, so hofft Dr. Diefenbach, werde es in Zukunft möglich sein, soziale Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu betrachten, ohne dass von vornherein feststehe, welches die Nachteile und welches die Vorteile auf seiner Seite habe und außerdem Fragen zu beantworten, die bislang wegen ideologischer Vorgaben und den Regeln politischer Korrektheit nicht einmal gestellt wurden."

http://www.lans-online.de/jungs.htm

Schön, dass endlich jemand den Mut findet diese Problematik so fundiert und präzise anzusprechen! Und fast noch eindrucksvoller, dass eine Frau sich gegen die politische Korrektheit wendet und Denkverbote so klar artikuliert. Diesen Mut hätte ich mir von mehr männlichen Wissenschaftlern auch erhofft.



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