Feminismus als Staatsideologie
Als Antwort auf: Prostitution in Schweden von Odin am 01. August 2003 20:20:32:
In diesem Thread wurde auf das Thema "Prostitution" fokkusiert, wie es ja auch in dem FAZ-Artikel der Fall ist. Der eigentliche Kernsatz des Artikels ist meiner Ansicht nach aber der folgende:
Frau Winberg spricht von einer feministischen Regierung" und Feminismus als Staatsideologie"
Zur Regelung der Prostitution haben die verschiedenen sozialdemokratischen Parteien Europas durchaus unterschiedliche Ansichten. In Deutschland z.B. unterstüzt das Familienministerium offen die Legalisierung dieses Gewerbes.
Einig hingegen sind die linken Parteien offensichtlich bei der Erhebung des Feminismus zur Staatsideoliogie. Traurig angesichts über 200 Jahren Aufklärung.
Gruß
Frederico
Heute in der FAZ:
Albernheit auf Sandkastenniveau"
Der Streit um Prostitution und eine Bestrafung der Sexkäufer" spitzt sich in Skandinavien zu
vL. STOCKHOLM, 30. Juli. Prostitution und der Kampf gegen sie beschäftigen die schwedische Öffentlichkeit. Kaum eine Tageszeitung hat nicht mindestens drei, vier Artikel täglich dazu. Als offenbar einziges Land der Erde hat die schwedische Gesetzgebung seit 1999 eine Regelung, die Finnland zu übernehmen erwägt: Die Prostituierte bleibt straffrei, der Sexkäufer" wird -auch mit Haft - bestraft. Die vergangenen Tage haben indes nicht nur die üblichen Berichte gebracht, etwa daß in Nordschweden künftig die Reichspolizei, nicht nur die örtliche Polizei gegen Prostitution vorgehen wolle, oder daß eine Bordellbesitzerin gegen ihre Verurteilung wegen Kuppelei zu vier Jahren Haft vor das Oberste Gericht ziehen will. Nein, nun geht es um schwerer wiegende oder bizarrere Vorkommnisse.
In Malmö wurde ein stellvertretender Provinzchef der Polizei bei einer Zufallskontrolle auf dem Hintersitz seines Dienstwagens zusammen mit einer Frau mit zweideutigem Beruf angetroffen. Die Verdachtsmomente seien, so der Staatsanwalt, der eine Voruntersuchung einleitete, gering". Das aber hielt Zeitungen nicht davon ab, Beruf und vollen Namen des Polizeibeamten zu nennen und ihn abzubilden. Dieser bestreitet ein Verbrechen", ließ sich aber beurlauben. Wie ernst dieses Vergehen in Schweden genommen wird, zeigte sich bei einem anderen Beamten: Als er nach einer Dienstreise im Ausland damit angab, eine Prostituierte besucht zu haben, wurde er entlassen.
Daß es schwedischen Politikern nicht nur um Ordnung im eigenen Land geht, zeigte die stellvertretende Ministerpräsidentin Margareta Winberg jetzt mit einem Brief an den Bürgermeister von Athen. Sie und fünf andere Minister für Gleichstellung aus dem Norden und den baltischen Ländern protestierten gegen das Vorhaben Athens, zu den Olympischen Spielen die Zahl der Bordelle zu erhöhen. Die dänische Ministerin für Gleichstellung, Henriette Kjaer, aber verweigerte ihre Unterschrift unter den offenen Brief. Sie hatte schon zur Amtsaufnahme gesagt, in Dänemark sei die Gleichberechtigung erreicht, für diesen Teil ihres Amtes werde sie sich daher mit gebremster Kraft einsetzen. Zum Brief ihrer schwedischen Kollegin sagte sie, das seien selbstgerechte Albernheiten auf Sandkastenniveau". Frau Winberg fragte daraufhin in den Spalten einer Boulevardzeitung Frau Kjaer, eine entschiedene Gegnerin der Prostitution, ob sie denn ihrer eigenen Tochter erlaube, ihren Körper verkaufen zu lassen. Der ewige Streit zwischen Dänemark und Schweden und ihren Politikern hat so ein neues Terrain erobert.
Die Sozialdemokratin Winberg gilt als Galionsfigur des Feminismus in Schweden, seitdem deren bisherige Sprecherin, die Linkspolitikerin Schyman, nach versuchtem Steuerbetrug ihre Ämter abgab. Frau Winberg spricht von einer feministischen Regierung" und Feminismus als Staatsideologie". Die Sozialdemokraten hatten auf ihrem letzten Parteitag Feminismus als Parteiziel festgelegt. Zu den Wunschlisten zählen Quoten für Frauen in Unternehmensführungen und eine Verschärfung der Diskriminierungsgesetze. Das Verbot des Sexkaufes aber betrachtete die Linke -Linkspartei, Umweltpartei und Teile der Sozialdemokraten - in den langen Debatten und Studien zum Gesetz 1999 als ein Hauptziel. Seitdem hat sich die Straßenprostitution vermindert - Viertel mit rotem Licht" gab es schon vorher kaum in Schweden -, nicht aber die Prostitution und auch nicht der Schmuggel von Frauen aus benachbarten baltischen und osteuropäischen Ländern nach Schweden, der auf 500 Frauen jährlich geschätzt wird.
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Odin,
01.08.2003, 23:20
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03.08.2003, 14:59
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02.08.2003, 16:28
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