Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Prostitution in Schweden

Lars, Saturday, 02.08.2003, 00:45 (vor 8222 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Prostitution in Schweden von Odin am 01. August 2003 20:20:32:

Was ist denn aus dem sprichwörtlichen "liberalen Schweden" geworden? Zur Information: Die ältesten Sex-Filme der Film-Geschichte (noch VOR der sexuellen Revolution ´68) kamen aus Schweden und Dänemark. Und jetzt bricht dort die amerikanische Mischung aus political correctness und Prüderie aus.

Man sollte, um die Diskussion über die Prostitution zu versachlichen einen klaren Trennstrich ziehen zwischen Drogenstrich und Menschenhandel auf der einen Seite (hier kann tatsächlich von freier Berufswahl keine Rede sein) und cleanen, mündigen Frauen mit Aufenthaltsgenehmigung, die sich für diesen Weg zum schnell verdienten Euro einscheiden, auf der anderen Seite - und nicht zulassen, daß Feministinnen effekthascherisch beides in einen Topf werfen.

Und männerrechtsbewegungs-intern sollte man sich fragen, warum sich so viele Männer in einer so handfesten Frage vor den feministischen Karren spannen lassen:

- etwa die männlichen sozialdemokratischen Parteitagsdelegierten, die ja zumeist auch schon mal irgendwann im Puff waren!

- PolizistEN, die Freier verhaften

- RichtER, die Freier aburteilen

Meine These: Das geht nur, weil die Masse der Männer nicht zu ihrem sexuellen Lebenstil steht (genau wie bei der Pornographie) und jeder Mann beim aufgeflogenen Puff-Besuch eines anderen nur überlegt, wie er daraus jetzt wohl einen Vorteil für sich ziehen könnte.

Meine "Gegen-strategie": BEVOR ähnliche Bestrebungen hier in Deutschland aufkommen, müssen Männer das Thema Puff enttabuisieren, indem sie (unabhängig davon, ob´s stimmt!) in Gegenwart anderer bei Gelegenheit ihre Puffbesuche unbekümmert-beiläufig erwähnen. Denn: Etwas, wozu sich die Masse der Männer freimütig bekennt, wird als Alltag und Normalität wahrgenommen, auch die meisten Frauen würden es dann - bei ungebundenen Männern - als normal hinnehmen. Dann hätten solche Anti-Puff-Anträge auf Parteitagen von VOLKSparteien keine Aussicht mehr auf eine Mehrheit, und die Feministinnen würden als zickige Außenseiterinnen darstehen.

Das ist wie mit den Schwulen: Als die "es" noch verheimlicht haben, wurden sie staatlich verfolgt, z. T. eben von heimlich-schwulen Polizisten, aber als sich immer mehr ge-outet haben, lößte das eine Kettenreaktion aus, und die Anti-Schwulen-Gesetze wurden von der Bevölkerung nicht mehr so durchgängig unterstützt, weil eben jeder irgendwo in seinem weiteren Umfeld einen Schwulen kannte und sich an dessen Existenz gewöhnt hatte. Das Outing hatte die alte Strategie der Randgruppen-Dämonisierung ausgehebelt, die gesetzliche Liberalisierung war nur die Folge.

Schwul sind nur 2 - 5 % der Männer, interesse am Weiterbestehen der Puffs haben aber wesentlich mehr Männer. Es dürfte eigentlich nicht so schwer sein, solchen Anti-Puff-Plänen entgegenzutreten ... wenn sich die Puffgänger nur outen würden!


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