Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Arbeitsmarkt ist männerfeindlich weil einseitig

Bruno, Wednesday, 30.07.2003, 15:24 (vor 8225 Tagen) @ HemmaNedDo

Als Antwort auf: Re: Arbeitsmarkt ist männerfeindlich weil einseitig von HemmaNedDo am 29. Juli 2003 21:11:03:

Hallo Jörg,

ich bin ein absoluter Befürworter von Gender Maintreaming, so wie es in der Theorie sein sollte, für Frauen und Männer. Aber in der Praxis ist Gender-Mainstreaming ausschließlich auf die Unterstützung von Frauen ausgrichtet und stellt nichts anderes dar als die Fortführung der bloßen Frauenförderung. In Baden-Württemberg sollen glaube ich etwa 30 Millionen Euro (Quelle weiß ich jetzt nicht mehr) für die Umsetzung des GM zur Verfügung gestellt werden. Für mich steht bei der männerfeindlichen Arbeitsmarktpolitik außer Frage, dass diese GM Gelder für Frauen „und Männer“ ausschließlich den Frauenfördertopf ergänzen werden.

Beispiel: In den Kommunen gibt es über 60% Frauenanteil. Trotzdem müssen größere Kommunen Frauenförderpläne, nicht Männerförderpläne aufstellen.

Und das ist die Frage:

Warum wird 40% Frauenanteil als Benachteiligung gesehen, weniger als 40% Männeranteil in den Kommunen aber nicht? Und darauf konnte man mir bisher noch keine Antwort geben. In den Gleichstellungsgesetzen ist lediglich die Unterbesetzung mit Frauen als Benachteiligung definiert, umgekehrt nicht. Was hat das mit Gleichberechtigung oder Chancengleichheit zu tun? Warum hat man in den Gleichstellungsgesetzen nicht geschlechtsneutral formuliert, dass das unterbesetze Geschlecht gefördert werden soll? Frag mal deine Parteikolleginnen.

Ich geb dir eine Antwort: Weil CHancengleichheit für Männer gelogen ist. Weil es in unerer Gessellschaft beinahe schon einem Verbrechen gleich kommt, sich für berechtigte Männerinteressen einzusetzen. Weil es undenkbar ist, auch Männern Chgancengleichheit zu gewähren.

Momentan wird Arbeitsmarktpolitik nur so betrieben, dass Männer durch Frauen ersetzt werden. Dass man damit keine neuen Arbeitsplätze gewinnt, scheint niemand zu interessieren. Im Gegenteil. Durch die Erhöung der Frauenquote bei gleichzeitiger Abschiebung der Männer in die Massenarbeitslosigkeit (nicht in die Frauenberufe!) sieht die relative Beschäftigungsquote (Frauen/Männer) umso besser aus. Schwant dir was?

Ich denke, die Arbeitslosigkeit wird noch sehr unterschätzt. Das wird sich noch bitter rächen.

Im Gegensatz zur rot-grünen Bundes- und schwarz-gelben Landesregierung bin ich nicht der Auffassung, dass gute Frauenpolitik männerfeindlich sein muss. Ich bin nicht der Auffassung, dass Frauen nur gewinnen können, wenn Männer verlieren.

Gruß

Bruno


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