Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden?

Bruno, Wednesday, 11.06.2003, 15:13 (vor 8274 Tagen) @ Uwe

Als Antwort auf: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden? von Uwe am 11. Juni 2003 11:10:54:

Hallo Uwe,

vielen Dank für diese Veröffentlichung. Bei meinen Studien wird mir immer klarer: Die Chancengleichheitspolitik in Deutschland ist das wohl verlogenste und verheuchelste Politprojekt in Deutschland seit dem Dritten Reich.

In Deutschland wird laut Beschäftigungspolitischem Aktionsplan 2002 eine "Doppelstrategie" von Chancengelichheit nach Gender-Mainstreaming und Frauenförderung betrieben. Dies ist offenbar schon so intus, dass das Paradox, das darin steckt gar nicht mehr auffällt. Es kann keine Chancengleichheit für Frauen geben. Es kann nur eine Chancengleichheit für Frauen und Männer geben.

Du kannst ja mal anfragen, warum bei der angeblichen Bestreben nach Chancengleichheit es

- keinen Männergesundheitsbericht aber einen Frauengesundheitsbericht gibt, trotz höherer Lebenswerartung der Frauen

- keinen Männersuchtbericht gibt, aber einen Frauensuchtbericht trotz höherer suchtgefährdeter Männer

- warum eine Hautkrebsvorsorge Frauen ab 30 und Männer erst ab 45 bezahlt bekommen, obwohl in dieser Altergruppe es etwa 50% mehr Hautkrebserkrankungen bei Männern gibt als bei Frauen

- warum auf dem Arbeitsmarkt reine Frauenintegration in Männerberufe betrieben wird (200 Millionen Euro pro Jahr) jedoch keine Männerintegration in Frauenberufe, trotz höherer Arbeitslosenquote der Männer

- die Probleme der Mädchen bezüglich Computerumgang bildungspolitisch aufgegriffen werden, die laut PISA-Studie weit aus erheblicheren Probleme der Jungs bei der Lesenkompetenz aber unter den Tisch gekehrt werden

usw.

Außerdem. Da kann Frau "Chancengleichheit" argumentieren wie sie will. Die Bezeichnung "Frauen" im Ministeriumsnamen ist ein klarer Verstoß gegen den Gender-Mainstrem-Ansatz, der verpflichtend für alle Behördenbereiche eingeführt wurde. Eine Bezeichung "Chancengleichheit" würde den Aspekt, dass Frauen dort gefördert wo sie benachteiligt sind, nicht behindern.

Gruß

Bruno


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