Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Girls/Boys Day

Manfred, Tuesday, 13.05.2003, 02:47 (vor 8303 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Girls/Boys Day von Jolanda am 11. Mai 2003 21:00:58:

Die Hoffnung so aufzugeben und nicht mehr an die eigene Stärke und die eigenen Möglichkeiten zu glauben, das ist in meinen Augen mehr als nur traurig.

Aber es ist nicht ganz ohne Grund so, wenigstens ist das meine Meinung.
Das, was Männer -abgesehen von der eigenen Betroffenheit in vielen Fällen-
beim Thema Gleichberechtigung so resignieren läßt, ist das gefühl des völligen Verrates beinahe aller Grundwerte (Würde, Gerechtigkeit, Gleichheit etc.) durch Staat, Behörden, Parteien, Gesellschaft und neuerdings auch immer mehr die Gerichte. Das sind aber genau jene Instanzen, von denen man(n) sich letztendlich in einer funktionsfähigen, aufgeklärten Demokratie Lösungen erwarten kann und muß wenn man schlimmeres verhindern will. Jetzt will ich mal gar kein Blatt vor den Mund nehmen:
mit dem "schlimmeren" meine ich eine gewaltsame und vielleicht auch blutige Lösung des "Problems".
Wenn der Bevölkerung (hier wohl insbesondere der männlichen) hierzu die Bereitschaft fehlt, ist dies moralisch betrachtet keineswegs mehr so selbstverständlich, wie es uns der "Codex des braven demokratischen Bürgers" weismachen will. Dieser Codex, nachdem ein Bürger nicht nur jederzeit bereitwillig für sein Land zu krepieren hat, sondern auch blinde Ergebenheit in jegliche Gesetzgebung und -umsetzung eingefordert wird, ist an sich schon fragwürdig genug, wenn man in einem Staat lebt, in dem sich unsinnige Gesetze schneller vermehren als Ratten in einem. Man könnte dies leichter akzeptieren, wenn man(n) zumindest das Gefühl hätte die grundlegenden Errungenschaften einer Demokratie würden ausreichend geachtet. So aber ist fühlt man(n) sich mehr und mehr als Gefangener einer Scheindemokratie. Man(n) hat selbst in immer unerträglicherem Maße die Tugenden (Rationalität, Diskussionsfreudigkeit, Friedfertigkeit, Unterwerfung dem Gewaltmonopol des Staates) aufzubringen, die eigentlich die Stärken einer wahren demokratischen Gesellschaft wären während man zugleich spürt, wie einem eben diese Tugenden vom Rest der Gesellschaft als "Schwäche" um die Ohren gehauen werden, weil es "irgendwie" erreicht wurde, daß dem Gegner (Feminismus/Sexismus) ganz andere Mittel zum Kampf zugestanden werden als einem selbst. Als da wären: Diffamierung und Lüge, gezieltes Schüren von Haß, beliebiger Rollentausch (gleichberechtigte Frau - Dame die hofiert werden will - und sich in jedem zweiten Satz mit Kindern auf eine Stufe stellen läßt).

Puuh, ich muß mich hier mal gewaltsam bremsen... sonst ufert das zu sehr aus. Wollte nur mal darstellen, warum es aus meiner Sicht durchaus kein Wunder ist, warum Männer hier manchmal zur Resignation neigen.
Es ist nicht immer die Ratio die mir sagt "Gewaltfreiheit ist das Maß aller Dinge". Es ist meine Erziehung, die Liebe zu anderen Menschen und zum Frieden allgemein. Vielleicht auch eine Portion Unentschlossenheit, ja Feigheit! Aber all das genießt nicht den zuverlässigen Anspruch auf Unbegrenztheit. Zumal ich ja Dinge die mehr Vertrauen in Staat, Behörden und -nicht zuletzt- Zukunft fördern könnten, mehr und mehr unterminiert sehe.

Entschuldigung für dieses wohl etwas unkoordiniert "herausgeschriene Gefühlsouting". Aber so ähnlich empfinde ich die Gesamtheit der Situation, wobei ich mich entspannter gebener könnte, da ich immer seltener in Deutschland bin. Aber will manchmal gar nicht allzu entspannt sein :-)

Wie es anderen geht weiß ich nicht, dies war trotz der vielen "man(n)'s" im Text, natürlich nur eine subjektive ad hoc Kurzfassung meiner Gefühle.

Gruß
Manfred


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